Bau einer Pyramide (etwa 2900 v.Chr.). Einer der mächtigen ägyptischen Könige des Alten Reiches von Memphis besichtigt den Bau seiner Grabpyramide. Die Grabkammer mitten im Innern, deren Zugang noch offen bleibt, ist längst fertig; doch Jahr um Jahr wird von unten nach oben ein neuer Steinmantel aufgelegt, so daß die Pyramide mit jedem Regierungsjahr des Königs an Größe wächst. Die von den Steinmetzen unter sorgsam hergerichteten Kalksteinquadern werden auf einer Bretterbahn mühsam hinaufgeschafft; unzählige Menschen, Sklaven und Kriegsgefangene, von denen viele den Anstrengungen im Brande der Wüstensonne erliegen, sind dabei tätig; nur Hebebäume und Walzen sind ihre einfachen Hilfswerkzeuge. -

Zwei Priester erläutern dem Pharao den Bauplan auf der Steintafel, die ein knieender Sklave hält. Der eine der Priester trägt eine Perücke, der andere (der Baumeister) das vor der Sonne schützende Faltentuch über dem glattrasierten Kopfe. Der Herrscherstab und der schlangenartige Schmuck am Stirnreif der Krone bezeichnen den König als Herrn über Leben und Tod. Diener mit großen Fächer wedeln ihm Kühlung zu; links hinter ihm steht der Führer der bewaffneten Leibwächter. -

Die gewaltige Pyramide im Hintergrunde ist etwa 150 m hoch; ihre Stufen sind verkleidet und der Zugang zur Grabkammer ist vermauert worden, nachdem sie die Mumie ihres Erbauers aufgenommen hat.

Quelle: Geschichtsbilder, J.C. Andrä, 1908, Voigtländer Verlag, von rado jadu 2000.