Äthiopien 





 

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Fotodokumentation einer dreimonatigen Feldforschung zur Alltagskultur der Arbore im Süden Äthiopiens von Annette Peller 1996
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Die Suche nach den Nilquellen.

Auf 6000 Jahre blickt die allen Menschen gleich ehrwürdige Geschichte Ägyptens zurück. Aber selbst heute sind sich nicht alle darüber im klaren, was es bedeutet, daß sie sich fast nur in der 1200 km langen Flußtal- Oase des Nil. Untelaufs abgespielt hat. Auf rund 30 000 Quadratkilometer drängt sich am Strom das Leben zusammen. Das sind drei Prozent das Landes Ägypten. Alles übrige ist - wenige Oasen ausgenommen - nackte Wüste, ein Teil der Sahara.

Der Nil erhält sein Wasser aus den Gebirgen tief im Süden von Nordafrika. Auch der Niger. Nachdem dieser aber die Wüste erreicht hat, biegt er - gleichsam auf der Flucht vor ihr - bald in die entgegengesetzte Richtung ein. Der Strom, der aus Shari und Logone in der Mitte des Sudan entsteht, stirbt im Tschadsee. Auch der Weiße Nil breitete einst seine Wasser in der Kampfzone zwischen Steppe und Wüste aus. Weite Sümpfe zeugen noch davon. Wann die Vereinigung mit dem Schwesterstrom, dem Blauen Nil, erfolgte, wissen wir nicht. Jedenfalls ist der Nil der einzige Wasserlauf, dem es gelang, die mächtige Wüstenschranke zu durchbrechen, und es ist gar nicht so müßig, sich einmal vorzustellen, was der Menschheitsgeschichte fehlen würde, wenn die Gesetze der Natur diese so schmale Lebensbrücke nicht hätte entstehen lassen. 

Seit Urzeiten ist der wie eine Gottheit verehrte "Vater der Gewässer" von Geheimnissen umwoben. Im Sommer, wenn der Südwind Mauern von Staub dem Delta zujagt und den grellen Wüstentag in die "ägyptische Finsternis" taucht, beginnen seine Wasser zu steigen. Von einem halben Meter Ende Mai erheben sie sich auf drei im Juli und überschreiten im Oktober mit siebeneinhalb den Scheitelpunkt ihres Schwellens.

Kein Wunder, daß die Menschen nach den Ländern im fernen Süden blickten, wo aus regenfeuchte Urwälder zu Lande und Wasser reichtümer hervorquollen: Elfenbein, Straußenfedern, Gold und Sklaven. Dort mußte der Ursprung des Segens, mußten die Quellen zu finden sein. Der Kaiser Nero war es, der, 8500 Kilometer von ihnen entfernt, zwei Zenturionen auf die erste eigentliche Erforschungsreise schickte, von der wir Näheres wissen. Am No- See. im Sumpfgebiet des Weißen Nil, 900 Kilometer vor dem Ziel, sahen sich die beiden zur Umkehr gezwungen. So mußte man sich mit den Berichten begnügen, welche die Händler hergaben und deren Inhalt der Lehrer Alexanders des großen, Aristoteles, um 350 v. Chr., in seiner"Geschichte der Lebewesen" auf die Formel brachte: "Die Kraniche ziehen bis an die Seen oberhalb Ägyptens, wo der Nil entspringt. dort wohnen die Pygmäen. Das ist keine Fabel, sondern die reine Wahrheit."So erscheint das Quellengebiet auch auf der Karte des arabischen Reisenden Edrisi aus dem Jahre 1154 n. Chr. Er ließ, auf Grund von unbestimmten Nachrichten über den Niger, vom Westen her noch einen Nil, den " Nil der Neger", in den ägyptischen Nil fließen.

Von der Ostküste, von Sansibar aus, zogen seit dem Mittelalter die Karawanen arabischer Händler weit hinein ins Innere. Sie brachten Kunde von großen Seen mit, die südlich des Äquators, bei den " Mond- Bergen " lägen und deren Umlande ihnen unerschöpflichen Reichtum an weißen und schwarzem Elfenbein boten. Von ihnen kamen die Nachrichten an die Portugiesen, die im 16.Jahrhundert, auf dem Wege nach Indien, Afrika im Süden umfuhren. Dabei aber blieb es auch bis in die zweite Hälte des neunzehten Jahrhunderts. " Caput Nili quaerere ", die Nilquelle suchen, war seit den Tagen der Römer ein geflügeltes Wort für eine Aufgabe, die als unlösbar galt.Schon verhältnismäßig früh (im Mittelalter) wurde der Ursprung des Blauen Nil erkannt. Abgesperrt hinter der Mauer der Wüste und des Islam. lag in den abessinischen Bergen ein altchristliches Reich, zu den auf oft abenteuerlichen Wegen Jahrhundert um Jahrhundert die Sendboten des Papstes gelangten. Ihre Berichte gerieten in Vergessenheit.

Als erster neuzeitlicher Forscher ist ( für die Zeit um 1760 ) der Schotte James Bruce zu nennen. Von Massaua, dem Hafen am Roten Meer, zog er hinauf zur Haupstadt Gondar, wegen seiner medizinischen Kenntnisse beliebt und, dank eines Empfehlungsschreibens des Patriarchen von Kairo an die Priester von Abessinien, auch vom König gut aufgenommen. Er sieht den Tanasee und die Quelle und beugt sich nieder, um aus ihnen zu Ehren seines Königs und seines Landes zu trinken.

Mühevoll und langwierig wurde die Rückreise nach Nordwesten. Sie führte ihn über Nubien, das er im Jahre 1772 erreichte. Der berühmte Naturforscher Buffon geleitet ihn von Marseille nach Paris, wo der hagere Sportsmann in den Salons des ancien regime mit tollen Tiergeschichten glänzte. Aber Enttäuschungen blieben ihm nicht erspart. Die erste bereitet ihm der Geograph d'Anville. Er hatte das Kartenbild Afrikas von allen bis dahin darauf grassierenden Fabelwesen gereinigt, so daß nun die berüchtigen "Weißen Flecken" im Bild des Schwarzen Erdteils mit nicht zu übersehender Deutlichkeit hervortraten. Der Franzose belehrte Bruce, daß schon im Jahre 1613 der Jesuit Pedro Paëz am Tanasee gestanden hatte, und dass nicht dem Blauen, sondern dem Weißen Nil, mit seinem ausgedehnteren Flußnetz, die größere Bedeutung zukommen müsse.

In England aber erging es ihm noch schlimmer. Darüber, daß die Araber Elefanten durch einen Schwertstich in die Knie lähmten und die Abessinier rohe Steaks verzehrten, die von lebenden Ochsen geschnitten waren, wollte man sich in den Kaffeehäusern halb totlachen. Freunde verehrten ihm die "Reisen des Barons von Münchhausen". Erst im Jahre 1790 konnte sein fünfbändiges Werk " Travels into Abyssinia " erscheinen, mit welchem er gehofft hatte, sich die Spötter vom Halse zu schaffen. Aber die Jagd auf den " verrückten Schotten " ging weiter. Am eifrigsten wurde sie von Leuten betrieben, die selber noch nie ihren Fuß auf den "neuen" Erdteil gesetzt hatten.

Quelle:Schiffers, Heinrich:Wilder Erdteil Afrika. Europäischer Buchklub, Stuttgart, Zürich, Salzburg 1954.


 

Abessinien

Der Name Abessinien stammt von dem Worte Habesch, worunter die Araber alle Völker verstanden, die sich in diesem ungeheuren Lande angesiedelt hatten. Seine Grenzen erstrecken sich vom 10. Grade nördlicher bis zum 6. Grade südlicher Breite. Die Ureinwohner sind die Agau, denen die Schohos im Südwesten von Massaua eng verwandt waren; auch heute noch sitzen die Agaus in der Provinz gleichen Namens und in Agameda. Zu ihnen gehören auch die Falascha, die Komaten und die Woitos; denen sich noch eine Anzahl anderer Stämme zugesellen. Bedeutungsvoll sind die Amhara in der gleichnamigen Provinz und die Galla, die zwischen Schoa und den Amhara hausen. Die Sprache der Amharas ist die herrschende und nächst der arabischen wohl die verbreiteste von allen semitischen ( nach Sem, einem Sohn Noahs, Angehörige einer voderasiatischen und nordafrikanischen Völkergruppe ) Sprachen überhaupt.

In ihrer Lebensweise haben dei Abessinier viele Ähnlichkeiten mit den Arabern, Vielweiberei ist gestattet, aber nur für sehr reiche Leute möglich, da die wirtschaftlichen Verhältnisse recht schlechte sind und die Bevölkerung ohnehin Mühe hat, ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Die Frau wird wie bei den Arabern gekauft; einer Trauungszeremonie bedarf es nicht, und die Ehen werden in der Regel ebenso schnell gelöst, wie sie geschlossen werden. Deshalb steht auch die Sittlichkeit auf sehr geringer Stufe, zumal der Abessinier äußerst sinnlich veranlangt ist. Gastfreundschaft gilt ihn als höchste Tugend, auch die Diener werden gut behandelt, und ebenso ist die Pietät der Kinder gegen die Eltern sehr verbreitet. Die Frau steht in einem gewissen Ansehen, hat aber doch nicht den Einfluß, den sie beispielsweise in Marokko ausübt. Die wenigsten können lesen und schreiben, und von Büchern ist wohl eigentlich nur die Bibel, im Amharadialekt, unter den christlichen Bewohnern in weitere Kreise gedrungen.

In ihrer Kleidung haben sie viel Ähnlichkeit mit den Arabern, sie tragen weite Hosen, darüber eine weiße Tunika aus baumwollenem Stoff, "Schama" genannt, denen die Krieger noch Schaf- oder Ziegenfell hinzufügen. Die Christen Abessiniens tragen noch ein religiöses Abzeichen, eine dunkelblaue Schnur um dern Hals der Mateb gennant. Schuhe sind ihnen unbekannt; nur die Muhamedaner tragen Sandalen. Die Geistlichen bedecken das Haupt mit einem Turban aus rotem, gelbem oder weißem Stoff und tragen um den Hals in der Regel einen Rosenkranz. Eine Eigentümlichkeit der Frauen besteht darin, daß sie sich die Augenbrauen ausreißen und dieselben mit blauer Farbe nachziehen; die Augenlieder schwärzen sie und schminken sich Wangen, sogar Hände und Füße mit roter Farbe. Ebenso wie das Schminken ist auch das Einsalben des Körpers.

Die Wohnungen sind hauptsächlich aus Stein aufgeführt, doch findet man auch rohe Gras- und Lehmhütten, die häufig im Dornengestrüpp verborgen liegen. Einen besseren Eindruck macht nur der Palast des Kaisers in Gondar, der sogenannte Kamp, der von den Portugiesen erbaut worden ist und sich vornehmlich durch eine Fülle von Kuppeln und Zinnen auszeichnet. Auch manche Kirchen tragen ein besseres Gepräge, doch ist der Schmuck im Innern recht primitiv.

Als Waffen benutzen die Abessinier hauptsächlich Lanzen, sichelartige krumme Säbel und ebensolche Messer, im Kriege tragen sie runde, mit Metallstücken beschlagene Schilde aus Büffel - oder Elefantenhaut. Von Schießwaffen sind lange Büchsen und arabische Pistolen im Gebrauch.

Zu den Erwerbsquellen des Landes gehört in erster Reihe die Viehzucht, die auch die Hauptbeschäftigung der Bevölkerung bildet. Das Tangarind mit seinen kolossalen Hörnern ist eine Spezialität der abessinischen Viezucht. Auch Kamele werden vielfach gehalten, und in einzelnen Provinzen wird eine lebhafte Zucht an Eseln und Maultiren betrieben, neben denen man auch häufig großen Herden von Fettschwanzschafen begegnet; ebenso werden einzelne Provinzen durch die Bienenzucht charakterisiert.

Inweniger hohen Ansehen steht der Ackerbau, der wegen der schwachen Bevölkerung nur auf einzelnen Stellen des Landes eine Kultur ermöglicht; auch sind die landwirschaftlichen Geräte im höchsten Grade primitiv, so daß eine ersprießliche Ausbeutung des Bodens gar nicht in Frage kommen kann. Verweis dafür ist, daß man das Korn mit Stöcken ausdrischt und zwischen zwei Steinen zu Mehl zerreibt.

Auf industriellem Gebiet sind in erster Reihe die Eisenarbeiten zu erwähnen, bei denen die Bevölkerung viel Geschick zeigt. Abessinische Säbelklingen und Steigbügel erfreuen sich großen Ansehens und werden auch im Auslande viel gekauft. Auch die Goldarbeiten genießen eines guten Rufes, werden aber weniger von den Abessiniern selbst als von eingewanderten Indern und Armeniern verfertigt. Den Frauen liegt die Fabrikation von Flechtwerk ob, auch die Bauwollarbeiten werden fast ausschließlich von ihnen hergestellt. Der Handel ist ein recht ausgedehnter und bezieht sich auf alle möglichen Artikel. Nach den letzten Statistiken wurden Kaffee, Gold, Elfenbein, Häute, Felle, Baumwolle, Honig, Wachs und Gummi ausgeführt, bedauerlicherweise auch Sklaven. Der Sklavenhandel spielt in diesem Lande überhaupt eine sehr beträchtliche Rolle, und namentlich sind es Mädchen aus den Gallastämmen, die auf den Sklavenmärkten von Khartum, Massaua und Berber verschachert und oft mit hohen Preisen bezahlt werden.

Die Geschichte des Landes ist eine sehr alte und hängt zum Teil mit der von Ägypten zusammen. Zur Zeit des Königs Psammetich I. wanderte ein großer Teil der Kriegerkaste, etwa 250 000 Mann, aus dem Mutterlande aus und gründete etwa 650 v. Chr. ein Reich, dessen Haupstadt Arum wurde. Diese ersten Einwohnern gesellten sich um das dritte Jahrhundert griechische Kolonisten zu, und ihnen schlossen sich Araber aus Südarabien an. Die christliche Religion hielt etwa um das Jahr 330 ihren Einzug und brachte in den rohen Sitten der Ureinwohner zum Teil einen gedeihlichen Umschwung hervor, so daß man in den folgenden Jahrhunderten von einer fast abendländlichen Kultur sprechen kann. Mit dem achten Jahrhundert schwand diese Blüte infolge religiöser Streitigkeiten, aus denen die semitischen Völkerschaften siegreich hervorgingen, die sich bis zum zwölften Jahrhundert im Lande behaupteten Iim dreizehten Jahrhundert wirken portugiesische Priester aufklärend, doch machte der Islam rasche Fortschritte, und erst im 16. Jahrhundert wußte die römisch-katholische Kirche den größten Teil der Bevölkerung für ihren Glauben zu gewinnen. Es wurden mehrere katholische Klöster angelegt, die jedoch keinen langen Bestand hatten, denn schon 1634 vertrieb man die Katholiken, und die koptische Geistlichkeit gewann nun wieder die Oberhand. Dazu kam, daß auch der Herrscher, der Negus Negesti, immer machtloser wurde und schließlich zu einem Schattenkönige herabsank. Dagegen bekriegten sich die einzelnen Häuptlinge, und jeder wollte sich der Herrschaft über ganz Abessinien bemächtigen. diese einzelnen Kämpfe wüteten bis zum Jahre 1850, bis Kasa, der Sohn des Statthalters von Quara. unter Mithilfe der koptischen Priester das ganze Land in seine Gewalt zu bringen wußte. Er verbot den Sklavenhandel und die Vielweiberei, schlug die ihm widerstrebenden Häuptlinge 1855 und machte sich unter dem Namen Theodorus zum Kaiser von Abessinien. Die drei Staaten Tigre, Amharaund Schoa bildeten sein Reich, und Theodorus begann nun seinen Staat nach europäischem Muster zu reformieren. 

Er organisierte die Rechtspflege und wußte mit grausamer Strenge seinen oft drakonischen Maßregeln Geltung zu verschaffen. Die Güter der Kirche zog er ein, überließ dagegen der Geistlichkeit einen bestimmten Teil der Einkünfte und wies auch den Klöstern gewisse Strecken Landes an. Einen besonderen Zorn hatte Theodorus auf die Missionare geworfen, und er suchte ihr Wirken in jeder Weise zu hintertreiben; er duldete keinerlei Bekehrungsversuche an seinen Untertanen, und nur den Fellaschas, den sogenannten schwarzen Juden, durften sie ihre Tätigkeit widmen; doch die englischen Missionare, die sich im Lande aufhielten, kehrten sich wenig an dieses Verbot. Der dadurch schon aufgebrachte Theodorus wurde noch verstimmter, als die englische Regierung sein Ansinnen, mit ihm ein gegen die Türkei gerichtetes Büdnis zu schließen, ablehnte. Diese Ablehnung war in denkbar unhöflicher Form erfolgt, und der Kaiser verlangte Genugtuung. Bis England ihm diese gegeben, wollte er die englischen Missionare und auch den in Abessinien weilenden Konsul Cameron als Geiseln behalten. Doch damit noch nicht genug, ließ er alle Europäer gefangen setzen und vergriff sich sogar an dem Gesanten, den er ebenfalls in den Kerker werfen ließ. Zu gleicher Zeit hatte die tyrannische Wut, mit der er seine Maßregeln durchführte, das ganze Land gegen ihn erbittert, so daß sich auf allen Seiten Aufstände erhoben und sein erst vor kurzem gegründeter Thron bedenklich ins Wanken geriet. 1867 hatte er sich in ein festes Lager nach Debra Tabor zurückgezogen, und nur sein Heer blieb ihm noch treu. Trotzdem machte England noch immer den Versuch, den Streit in gütlicher Weise beizulegen; doch Theodorus weigerte sich hartnäckig, die Gefangenen, die er gegen alles Völkerrecht festhielt, freizugeben. So mußte es denn zum Kriege kommen. Im Oktober desselben Jahres ließ England 12 000 Mann unter der Führung von Sir Robert Napier im Hafen von Zula landen. Nach Überwindung großer Schwierigkeiten gelang es dem Heere, die unwirklichen Schluchten und Pässe zu überschreiten und bis in die Nähe Theodorus zu gelangen, der mit seinen Truppen bei Magdala Aufstellung genommen hatte. Er unternahm einen Ausfall, wurde aber geschlagen und lieferte nunmehr die Gefangenen aus. Am 13. April stürmten die Engländer die Stadt, und da keine Hoffnung auf milde Friedensbedingungen vereitelt wurde, so erschoß er sich, während die Engländer in die Stadt eindrangen.

Nach dem Abzug der englischen Truppen wurden die Zustände des Landes immer unhaltbarer, da die einzelnen Häuptlinge sich gegenseitig die in ihrer Gewalt befindlichen Landschaften streitig zu machen suchten, bis der Khedive von Ägypten auf Betreibens des Generalgouverneurs Munzinger 1872 den nördlichen Teil von Abessinien annektierte. Inzwischen hatte der Fürst Kassai von Tigre über die übrigen Häuptlinge einen großen Sieg errungen und sichunter dem Namen Johannes zum Kaiser krönen lassen. Erst 1875 landeten die Ägypter unter Munzinger in Abessinien, wurden aber in verschiedenen Schlachten besiegt; Munzinger fiel, und ein grßer Teil des ägyptischen Heeres wurde niedergemetzelt. Auch ein zweites Heer, das 1876 in Ägypten einrückte, wurde vollständig geschlagen. 

Diese verschiedenartigen Siege übten insofern für Johannes eine günstige Wirkung, als sich die aufständischen Großen unterwarfen und seine Oberherrschaft anerkannten. Nur im Jahre 1882 kam es wieder zu einem Aufstand, der von Ägypten ausging und auch Abessinien in Mitleidenschaft zog. Die Stellung des Negus Johannes wurde aber dadurch nicht erschüttert; dieser schloß vielmehr 1884 nit dem englischen Admiral Hewett einen Vertrag, laut welchem ihm ein freier Handel über Massaua zugestanden wurde. Dieser Ort wurde 1885 von den Italienern besetzt, doch Johannes trat ihnen feindlich gegenüber, und wieder kam es zum Kriege. Im Januar 1887 fand die entscheidende Schlacht von Dogali statt, in welcher Johannes Sieger blieb, ohne den Sieg jedoch auszunutzen, da die Aufstände des Sudan notgedrungen eine Zersplitterung seiner Streitkräfte nach sich ziehen mußten. Johannes fiel 1889 in der Schlacht von Metemmeh gegen den Mahdi. Ihm folgte sein Neffe Mangascha, der den Thron aber nur kurze Zeit inne hatte, da Menelik II. ihn bald nach seiner Thronbesteigung verdrängte. In seine Zeit fällt der große Krieg mit Italien, in welchem zunächst die Italiener Sieger blieben, um aber später 1895 und 1896 zwei fürchterliche Niederlagen zu erleiden. 1896 kam es zum Frieden, in welchem Italien die bisherigen Eroberungen zurückgeben und sich auf Erythräa beschränken mußte.

Von Nationalitäten sind Abessinier, Falascha, Gamanten, Waito, Agau, Galla und Danakils vertreten, und als Religion gilt hauptsächlich das koptische Christentum, das jedoch, stark mit heidnischen, jüdischen und muhamedanischen Glaubensanschauungen durchsetzt ist. An der Spitze der Koptenkirche steht der Abuna ( mit Sitz in der früheren Haupstadt Gondar), der von dem koptischen Patriarchen in Alexandria ernannt wird. er selbst hat wieder das Recht, die Priester und die Diakonen zu ernennen, auch darf er bei den Thronfestlichkeiten den Negus salben. Er muß ebenso wie der Etschege, der Beichtvater des Negus, unverheiratet sein. Die bedeutenste Stellung nach ihm nimmt der Bischof ein, dem die große Anzahl der niedrigen Geistlichen, der Mönche und Nonnen untergeordnet ist. 

Quelle: Länder und Völkerkunde von Gustav A. Ritter Verlagsdruckerei Merkur, Berlin SO 1904 by Jadu-Berlin 2000

 

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