Die Sahara





Sahara und Sudan von Gustav Nachtigal

Die Saharawüste besteht aus über einem Drittel des afrikanischen Kontinents. Sie ist ca. 9 Mio. qkm groß, und entspricht etwa vier fünfteln von Europa. Die Bevölkerung ist circa 2,5 Million und die Fläche ist um 3,5 Millionen Quadratkilometer, die längste Strecke ist 5. 000 km lang. Sie ist die größte Wüste der Welt.
Die Wüste Sahara war nicht immer eine Wüste, früher waren hier Tiere und so muß die Landschaft sicherlich ganz anders gewesen sein.

Es gibt Gedanken diese Wüste wieder fruchtbar zu machen, obwohl diese Unterfangen sicherlich kostspielig ist, würde der tiefere Sinn zum Schutz der Umwelt dieses Vorhaben immer rechtfertigen. Da viele Länder sich die Sahara teilen liegt es am politischem Willen, diese Gegend wieder zu einer ökonomisch landwirtschaftlichen Hochburg werden zu lassen. Spinnen Wir? oder fehlt uns der Mut und der Wille?

Der Name Sahara bedeutet "Wüsten" auf arabisch, was richtigerweise impliziert, das sich die Sahara aus mehreren Wüsten zusammensetzt.
Das englische Wort desert stammt vom Begriff Terra Deserta her, mit dem die Römer das Gebiet südlich von Karthago bezeichneten und der besagt, daß es sich um verlassenes Land handelte.

Allerdings wissen wir heute, daß die Sahara früher von zahlreichen Stämmen bewohnt war, bevor Sand über ihr Getreide und Weideland geweht wurde. Von Zeit zu Zeit wird der Sand wieder fortgeblasen, so daß Obstgärten, ummauerte Städte, Paläste und Burgen aufgedeckt werden.

Solche Vorkommnisse haben Anlaß zu unzähligen Legenden über verdammte Städte gegeben, deren Bewohner von Gott für ihre Sünden bestraft wurden. Felsmalereien in der zentralen Sahara zeigen Männer und Frauen beim Hüten von Rindern auf üppigem Weideland, wo heute kein Gras mehr wächst. Der Tschadsee war um einiges größer als er heute, 2000 Jahre später, ist.
Die Götter und Dämonen aus alten Zeiten wandern immer noch frei herum, denn die Reisenden in der Sahara werden oft durch Visionen, Luftspiegelungen getäuscht, die auch als Fata Morgana bezeichnet werden - dem italienischen Namen für die Dame des Sees aus der Artussage.

Der arabische Name lautet Marjana, vom griechischen Margana (daraus die Blume Margerite), vielleicht auch vom indischen Mangala, dem Namen für Dementer, der römischen Ceres, der ägyptischen Isis, der Göttin des vegetativen Lebens, die erschöpften Reisenden grüne Oasen voller Blumen sehen ließ, um ihnen Hoffnung zu geben. Reisende hören in der Wüste auch stimmen, arabisch hatifa, Plural hawatif. Es sind männliche und weibliche Stimmen, von denen einige ihnen den Weg zeigen und sie auf diese Weise retten, während andere sie vom rechten Weg abbringen und zur Sünde verleiten. Einige tragen Gedichte vor, andere zeigen die Zukunft oder den Ort, an dem Schätze aus der Vergangenheit verborgen liegen. So wurden Reisende oft zu den Resten von Karawanen geführt, wo sie zwar Gold und Perlen fanden, aber in den endlosen Weiten ohne Wasser und Führer in eine Falle gerieten.
Einige alte Städte sind nur in der Nacht sichtbar, wenn die mit Perlen übersäten Mauern im Mondschein glänzen. Reisenden tauchen auf, füllen ihre Taschen mit Schätzen und brechen eilig auf. Zu Hause angekommen, öffnen sie ihre Taschen und finden nur Sand vor. Sie reisen zurück, aber die verwünschte Stadt ist bei Tage unsichtbar.

Wirbelstürme, die wie gewaltige Ungeheuer aussehen, fegen durch die wüste und zerstören alles, was ihnen im Weg liegt.

Quelle: Heyne, Lexikon der afrikanischen Mythologie, 1995

Brennendheiße Sahara - Expedition ins Land der Königin von Saba

Meteoriten



Sahara und Sudan

Gustav Nachtigal


Am 20. April jährt sich der Todestag des deutschen Kolonialpioniers Gustav Nachtigal zum 60. Male. Seine Forschungsreisen durch Afrika, in denen er bisher unbekannte Gebiete unter ständigen Gefahren und Strapazen entdeckte und erschloß, hatten seine Gesundheit so geschwächt, daß der kühne Forscher die geliebte Heimat nicht mehr erreichte, sondern kaum fünfzigjährig an Bord des Kreuzers "Möwe" auf hoher See starb. Die letzte Ruhe fand er in Kamerun, wo er als erster die deutsche Flagge gehißt hatte. Wir bringen hier einen Teil von Nachtigals Bericht über seinen zäh durchgehaltenen Rückmarsch nach Fessan.

Quelle: DAZ v. 15.04.1945; Sie würfeln um mein Schicksal, Jadu 2000


An der gewaltigen Entdeckerarbeit, die in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts die nordamerikanische Wüste und den Sudan nördlich des Äquators entschleierte, sind vier Männer deutschen Stammes in ganz hervorragender Weise beteiligt gewesen: Heinrich Barth, der während einer fünfeinhalbjährigen Expedition (1850 -1855) den westlichen Sudan erschloß, in den sechziger Jahren Gerhard Rohlfs, der Erforscher der westlichen Sahara und des Benuestroms, Georg Schweinfurth, der vom Nil aus die Wasserscheide überschreitend bis zu den Völkern des Kongosystems vordrang (1868-1871), und Gustav Nachtigal.

Äußere Umstände haben Nachtigal, den am 23. Februar 1834 in Eichstedt bei Stendal geborenen Pfarrerssohn, in die Bahn gedrängt, auf der er seine eigentliche Lebensaufgabe lößte. Aus Gesundheitsrücksichten hatte er seine Stellung als preußischer Militärarzt quittiert und war 1862 nach Afrika gegangen. In Tunis war er Leibarzt des ersten Ministers geworden und hatte sich mit dem Wesen von Land und Leuten in Nordafrika vertraut gemacht. Anfang 1869 trat er von Tripolis aus die große Reise an, die ihn in nahezu sechs Jahren durch die Sahara zum Tsadsee (sprich: Tschadsee) und dann durch die damals zum größten Teil mit dem Schleier des Geheimnisses verhüllten Gras- und Steppenländer des Sudan zum Nil nach Ägypten führte.

Diese epochemachende Expedition ist weit über den amtlichen Auftrag hinausgegangen, der Geschenke des Königs Wilhelm I. von Preußen, des späteren Deutschen Kaisers, an den Sultan Omar von Bornu. Ihr Schwerpunkt liegt auch nicht in Nachtigals wiederholtem langem Aufenthalt in Kuka am Tsadsee, der Residenz des Landes Bornu. Auf dem Wüstenmarsch dorthin hat er einen gefährlicher Abstecher nach dem Bergland Tibesti gemacht, das er als erster Europäer betrat. Von Kuka aus besuchte er die ebenfalls noch unerforschten Oasen von Borku, die im Südosten an Tibest grenzen, sowie Kanem und Bagirma, Landschaften des weiten Beckens des Tsadsees. Und auf dem Heimweg durchquerte er, wieder als erster, das geheimnisvolle Reich Wadei, dessen Erkundung zwei weniger glücklichen Leuten, Eduard Vogel und Moritz von Beurmann, das Leben gekostet hatte; Vogel fiel 1856, Beurmann 1863 dem Fanatismus der mohammedanischen Eingeborenen zum Opfer. Das östlich an Wadai grenzende Darfur ist vor Nachtigal nur zweimal von Europäern besucht worden.

Nachtigals Reisewege liegen zwischen denen seiner Vorgänger Barth und Rohlfs im Westen und des gleichzeitig mit ihm reisenden Schweinfurth im Osten, und die Verdienste dieser vier deutschen Entdecker um unsere Kenntnis des nordäquatorialen Afrika ergänzen einander in glücklicher Weise. Die staunende Anerkennung dessen, was Nachtigal geleistet, wächst bei Berücksichtigung seiner Vorbildung und der kärglichen Mittel, mit denen er begann. In dem 1879 geschriebenen Vorwort seines zunächst in zwei Bänden erschienenen Reisewerkes "Sahara und Sudan" gibt er unumwunden zu, er sei "für wissenschaftliche Forschungen nicht genügend vorbereitet" gewesen. "Als Arzt in Tunis lebend, hatte ich keine Gelegenheit gehabt, mir die Kenntnis der astronomischen Beobachtungsmethoden zu geographischen Ortsbestimmungen anzueignen, ohne die in neuester Zeit kaum noch ein Reisender ausgeschickt wird. Auch in wichtigen Zweigen der beschreibenden Naturwissenschaften waren meine Kenntnisse unzulänglich. Ähnlich verhielt sich in diesen Beziehungen mein Vorgänger Heinrich Barth; ihn, der ungefähr mit denselben inneren und äußeren Schwierigkeiten zu kämpfen hatte, nahm ich mir zum beständigen Vorbilde." Nachdrücklich hebt Nachtigal seine Mittellosigkeit hervor. "Sobald ich die Mission, Geschenke unseres Kaisers zu überbringen, erfüllt hatte, durfte ich, da ich von der heimatlichen Regierung keinerlei Auftrag zu weiteren Reisen empfangen hatte, nur auf eigene Hilfsquellen rechnen. Zu der Kärglichkeit dieser kam die damalige Seltenheit der Karawanen zwischen Tripolitanien und Bornu, welche auch diejenigen Mittel, die mir inzwischen durch das Wohlwollen der Regierung und der Geographischen Gesellschaft zu Berlin zugewendet worden waren, erst nach Jahren in meine Hände gelangen ließ. So lebte und reiste ich lange Zeit teils durch die großmütige Unterstützung des Scheich Omar, teils durch Darlehen, die ich bei nordafrikanischen Kaufleuten aufnahm; ich fiel dadurch der Abhängigkeit von andern anheim und war zu einer Sparsamkeit gezwungen, die mich in den verderblichen Ruf des mangels der Freigebigkeit brachte; ich mußte darum zur Ausführung meiner Pläne eine unverhältnismäßig lange Zeit opfern. Wenn ein Reisender nicht in der Lage ist, sich durch angemessene Geschenke an die Machthaber die Wege zu bahnen, wenn er gelegentlich vor dem Ankauf eines Lasttiers zurückschrecken und überlegen muß, ob er seinen Leuten eines Tages einen Hammel schlachten dürfe oder nicht, so ist es schlimm um ihn bestellt. Die ewige Sorge um die Bedürfnisse des täglichen Lebens nagt an seiner Tatkraft, die ohnehin durch Klima, Krankheit und geistige Vereinsamung leidet, und beeinträchtigt natürlich seine wissenschaftliche Tätigkeit."

Was Nachtigal im geduldigen Kampf mit all diesen Hindernissen für die Geographie, Geschichte und Ethnographie der von ihm erschlossenen Länder Afrikas leistete, stellte ihn mit einem Schlag in die erste Reihe der geographischen Entdecker. Inland und Ausland haben es anerkannt: Die Pariser Geographische Gesellschaft für Erdkunde wählte ihn zum Vorsitzenden.

Nicht lange hat er diese Erfolge überlebt. 1882 zum Deutschen Generalkonsul in Tunis ernannt, erhielt er 1884 den ebenso ehren- wie verantwortungsvollen Auftrag, die westafrikanischen Küstenländer, in denen deutsche Interessen zu schützen waren, unter die Hoheit des Deutschen Reiches zu stellen. Ihm ist es gutenteils zu verdanken, daß Kamerun, Togo und Südwestafrika zu deutschen Kolonien wurden, die uns der Vertrag von Versailles nun wieder entrissen hat. Als er sich auf den Rückweg machte, war er bereits schwer erkrankt, auf der Seefahrt ereilte ihn am 20. April 1885 der Tod. Sein Grab hat er am Kap Palmas gefunden, einige Jahre später wurden seine Gebeine nach Kamerun gebracht und ihm dort, in Duala, wie auch in der Heimat in Stendal, ein Denkmal errichtet.

Den Bericht über seine Reise vollständig zu veröffentlichen, ist ihm nicht vergönnt gewesen. Bei seinen Lebzeiten erschienen 1879-1881 nur die beiden ersten Bände seines großen Werkes "Sahara und Sudan", die von 1869 bis zum Winter 1872-73 reichen. Erst nach dem Tode Nachtigals hat E. Groddeck 1889 den wichtigen dritten Band nach einem unkorrigierten Stenogramm, Tagebüchern und sonstigen Aufzeichnungen des Forschers herausgegeben.

Quelle: © 1921 by F.A. Brockhaus - Leipzig;Reisen und Abenteuer Nr. 12; Auszug aus dem großen Reisewerk "Nachtigal, Sahara und Sudan, 3 Bände (Berlin u. Leipzig 1879 - 1889), Jadu 2000

zu den deutschen Kolonien

01. Anlaß und Vorbereitung der Reise 10. Mein Leben in Kuka 19. Beim Vater des Messers
02. Stilleben in Mursuk 11. Neue Reisepläne 20. Belagerung von Baumfestungen
03. Am Rande des Todes 12. Eine Räubergesellschaft 21. Sklavenjagden
04. Unter Schmarotzern und Erpressern 13. Ein Vorstoß nach Osten 22. Zum letzten Mal in Kuka
05. Die Flucht 14. Bei der Dattelernte in Borku 23. Ins geheimnisvolle Reich
06. Der Mord an Fräulein Tinne 15. Die Rückreise mit den Räubern 24. Beim Herrscher von Wadei
07. Wüstenreise nach Bornu 16.Vor der Reise in die Heidenländer 25. Deutsche Opfer der Wissenschaft
08. Eine afrikanische Großstadt 17. Ein ängstlicher Zaunkönig 26. Vom Sumpfe besiegt
09. Scheich Omar, sein Hof und sein Reich 18. Unter den Heiden 27. Durch ein untergehendes Land heimwärts

Wüstenfuchs

Sahara Treasures

Tuareg Poem

History of the Sahara über Lautsprecher


The earliest known African rock art

 




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