Geschichte Japans
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Japan besteht aus fünf großen Inseln und mehreren kleineren, welch letztere im Süden und im Norden eine lange Kette bilden, durch welche zwischen jenen und dem Festlande einlocker Zusammenhang hergestellt wird. Von der südlichen Insel Formosa, welche nur durch die Fukianstraße von dem Festlande geschieden wird, leitet die Kette der Liukiu zu den andern Hauptinseln über. Diese sind von Süden nach Norden Kiuschin, Schikoku, Hondo (japanisch Honschiu) oder Nippon und Jesso, von der dann wieder die Inselkette der Kurilen nach der lang vorgestreckten sibirischen Halbinseln Kamtschatka hinüberführt. Durch die Liukiukette wird das Ostchinesischer Meer gegen China eingeschlossen, durch die Hauptinseln das Japanische Meer, welches mit jenem durch die Koreastraße in Verbindung steht, und durch die Kurilen das Ochotskische Meer gegen Sibirien. Das Land umfaßt insgesamt einen Flächenraum von 417 400 qkm mit 46 542 000 Einwohnern. Es unterliegt wohl keinen Zweifel, das Japan schon in sehr früher Zeit mit dem Festlande von Ostasien, also mit China in inniger Verbindung gestanden und von dort seine ganze frühere Kultur erhalten hat; bildet doch die lange vorgestreckte Halbinsel Korea., die nur durch die Koreastraße von der japanischen Hauptinsel getrennt ist, sowie die noch dazwischen mitten in der Meerenge liegenden kleinen Tsu Schima Inseln eine förmlich einladende Brücke hinüber und herüber. Von dem Reichtum und der hohen Kultur Japans wie China war schon im Mittelalter Kunde nach Europa gekommen, und die Nachrichten von deren prächtigen Städten und unglaublichen Schätzen war neben den kostbaren indischen Produkten auch ein Sporn zu der Entwickelung des Zeitalters der großen Entdeckungen. Zipangu (Japan) und Chatai (China) und deren Aufsuchung spielen auch in den Unternehmungen des Kolumbus eine große Rolle. Aber erst 1543 wurde Japan von Portugiesen aufgefunden, die durch einen Sturm von Indien aus nach Kiuschin verschlagen worden waren. Sie fanden freundliche Aufnahme und es entwickelte sich, nachdem ihnen ein Hafen gestattet worden war, ein ziemlich lebhafter Handelsverkehr. Es fanden sich auch Missionare ein, und das Christentum fing sich an auszubreiten. Dies gute Einvernehmen hatte aber keinen Bestand. Einerseits war es der Umstand, daß sich die eingedrungenen und nur geduldeten Europäer Einfluß auf die Landesangelegenheiten zu verschaffen suchten, anderseits der Sklavenhandel, der auch hier zu gewalttätigem Menschenraub führte, was die Japaner derart empörte, daß eine allgemeine Christenverfolgung ausbrach, die Fremden vertrieben und ihnen bei Todesstrafe verboten wurde, das Land je wieder zu betreten. Es erfolgte nun ein vollständiges Absperrungssytem gegen alles Fremde, wie es auch die Chinesen von jeher beobachtet haben, und so blieb es bis um die Mitte des neunzehnten Jahrhunderts. In Japan standen sich zwei Reichsoberhäupter gegenüber, der Mikado oder oberste Kaiser, und der Schogun, welcher der Befehlshaber der Armee und der eigentliche Regent des Landes war. Mit diesem schloß der amerikanische Admiral Perry 1854 einen Vertrag ab, nach welchem den Amerikanern drei Häfen für den Verkehr mit Japan wieder geöffnet wurden. Natürlich folgten nun sehr bald England, Frankreich und vor allen das zunächst gelegene Rußland. Die Partei des Schogun hatte somit den Fremdenverkehr wieder eröffnet, der seinen stetig wachsenden Fortgang nahm, und da die Japaner ein sehr intelligentes und bildungsfähiges Volk sind, so begriff man den Segen dieses Verkehrs gar bald in allen Schichten der Bevölkerung, und auch der Mikado und seine Partei konnten sich dieser Erkenntnis nicht verschließen. Dennoch standen sie diesen Verhältnissen grollend gegenüber, aber es handelte sich nach zehn Jahren nicht sowohl mehr um den Fremdenverkehr oder gar um die abermalige Vertreibung der Fremden, als vielmehr um den Groll gegen den Einfluß, den der Schogun damit gewonnen hatte, und der den des Mikado ernstlich bedrohte. Endlich kam es zum Bruch und zum offenen Kampfe, in welchem der Schogun schließlich unterlag, und seit 1868 ist nun der Mikado der alleinige Herrscher des Landes. Die Fremden aber sind geblieben, und reißend schnell hat sich der europäische Kultureinfluß geltend gemacht, so daß man sagen muß, die Japaner haben sich der europäischen Kultur vollständig angeschlossen und gestalten die Verhältnisse ihres Landes durchweg nach dem europäischen Vorbilde. Mit dieser Umwandlung der Verhältnisse ist auch die völlige Abgeschlossenheit des Hofes und des Herrschers gefallen. Nach der ursprünglichen Religion der Japaner, dem Sinto, welche die Naturkräfte als personifizierte Gottheit und als deren höchste die Sonne betrachtet, hat der Sonnengott bei seiner Wanderung auf Erden die Herrschaft in Japan begründet, deshalb war der Mikado der wirkliche Sohn des Himmels und genoß göttliche Verehrung. Das hat aufgehört, jetzt ist er einfach der Kaiser, welcher die weltliche und geistliche Macht in seiner Person vereinigt und mit dem Volke verkehrt wie jeder europäische Fürst. Neben dem Sinto hat später dann der Buddhismus seinen Einzug in Japan gehalten. Das Christentum hat aber trotz des gänzlichen Umschwunges bisher doch nur einen verhältnismäßig geringen Boden gewonnen, denn man schätzt die Zahl der Christen auf höchstens 125 000. Die japanischen Inseln sind durchweg gebirgig und vulkanischer Natur. Eine Unzahl ihrer Berge sind erloschene Vulkane, darunter, der Fujijama, 3700 m, der eigentliche Charakterberg der japanischen Inseln, welcher auch auf allen bildlichen japanischen Darstellungen wiederkehrt. Doch fehlt es auch nicht an tätigen Vulkanen, von denen der Bandisan genannt sein mag, der im achten Jahrhundert seinen letzten Ausbruch gehabt hatte, dann über ein Jahrtausend ruhte und 1888 von neuem mit ungemeiner Heftigkeit losbrach. Daß bei solcher Natur des Landes auch die Erdbeben sehr häufig sind, liegt auf der Hand, und die von ihnen verursachten Verheerungen sind oft recht bedeutend. Außerordentlich gefährlich für die Schiffahrt sind die in den japanischen Meeren häufigen Wirbelstürme, Zyklon oder Teifun genannt, denen nicht leicht ein Schiff, das von ihnen erfaßt wird, zu entrinnen vermag. Über dreißig Breitengrade erstreckt sich die Inselkette Japans, deshalb ist das Klima außerordentlich verschieden, und infolgedessen sind es natürlich auch die Erzeugnisse des Bodens. Die Inseln sind aber in jeder Beziehung sehr ertragreich, und der rührige Japaner weiß den Boden in wahrhaft erstaunlicher Weise auszunutzen. Er wird jetzt auch größeren Nutzen daraus ziehen, als früher, wo der ganze Grund und Boden Eigentum der Regierung und der Ackerbauer nur Pächter war, der nicht die Hälfte des Ertrages sein nennen durfte. Aber das ist anders geworden, den die neue Ära hat dafür die Geldsteuer eingeführt. Da die Hauptnahrung der Japaner aus Reis besteht, so ist der größte Teil des Anbaus natürlich diesem Getreide gewidmet. Dem Reis zunächst steht die Zucht der Seidenraupe und in dritter Linie die Teekultur, die allerdings die chinesische nicht erreicht. Indessen werden natürlich auch unsere Getreidearten, sowie Indigo, Tabak, und als wichtig für den Handel Baumwolle und Faserpflanzen angebaut. Die Viehzucht ist in Japan unbedeutend, dagegen wird die Fischerei sehr eifrig betrieben. Den Ruf, den das unbekannte Japan im Mittelalter als unsäglich reich an Gold und anderen edlen Metallschätzen genoß, ist geschwunden, seitdem man das Land näher kennen gelernt hat. Nur vorzügliches Kupfer und reichlich Antimon kommen zur Ausfuhr, im übrigen hat der japanische Bergbau nicht sonderlich viel zu bedeuten. Der Japaner, eine kleine, aber stämmige Figur, dem Chinesen sehr ähnlich, wie dieser der mongolischen Rasse angehörend, aber dem uralaltaischen Stamme, ist eine bewegliche, heitere Natur, außerordentlich geweckt und flink auffassend. Die frühere Gewohnheit des Kopfscherens ist schon vielfach ganz abgekommen, nur die Stirn tragen die Männer meist frei bis auf den Vorderkopf. Die Frauen dagegen wenden große Sorgfalt auf die Pflege ihres Haares, das zwar etwas starr, aber stark und dicht ist und nicht selten bis auf die Fersen hinunterfällt. Ihre Coiffuren sind so geschmack- und kunstvoll, daß sich keine europäische Salondame derselben zu schämen brauchte. Die Hauptmasse wird von einer oder mehreren Schildplattnadeln und Holzkämmen zusammengehalten und außerdem durch eingeflochtene Streifen eines eigenartigen roten oder blauen Kreppgewebes verziert. Da sie sich aber Gesicht und Hals zur Erhöhung der Schönheit mit einer Pasta von Bleiweiß und Stärke bemalen, dazu die Lippen rot und die Zähne schwarz färben, so macht diese Schönheit einen mehr grotesken, als angenehmen Eindruck. Die Kleidung ist bei beiden Geschlechtern nahezu dieselbe und besteht bei allen Ständen aus einem langen, offenen Rock aus Seide oder Baumwolle, der von einem Gürtel mit aufgedruckten oder gestickten Symbolen zusammengehalten wird. Der Rock der Frau läuft gewöhnlich in eine Schleppe aus. Unter dem Rock werden weite, kurze Beinkleider getragen, an den bestrumpften oder auch nackten Füßen hohe Sandalen aus Holz oder Stroh. In den höheren Ständen und namentlich in den Städten nimmt jedoch auch niemand mehr Anstoß an europäischer Kleidung und die vornehme Japanerin in Tokio darf sich ungeniert nach der neuesten Pariser Mode kleiden. Es darf aber auch nicht unerwähnt bleiben, daß in den niederen Ständen, , wo die Bekleidung oft manches zu wünschen übrig läßt, auch das Tätowieren noch in Gebrauch ist. Hier muß nun eines Volksstammes gedacht werden, der innerhalb der Menschenrasse ganz vereinzelt dasteht und den noch kein Forscher an eine bestimmte Verwandtschaftsstelle hat verweisen können. Das sind die Aino oder Ainu, welche noch auf Jesso, ferner auf der sibirischen Insel Sachalin und im südlichen Kamtschatka in einem Rest leben, der augenscheinlich schnell dahin stirbt. Man nimmt an, daß die Aino die Urbevölkerung der japanischen Inseln gewesen, die von den eingewanderten Japanern zurückgedrängt worden sind, sich aber niemals mit ihnen vermischt haben. Auch von den im russischen Asien um sie herum lebenden Tschuktschen und Kamtschadalen sind sie grundverschieden. Ihre Hautfarbe ist dunkelbraun, ihre Figur stark und kräftig; dennoch sind sie ein harmloses Volk, daß niemals kriegerische Neigungen gezeigt und von den eingewanderten Volksstämmen jedenfalls mühelos ihre Sitze beraubt werden konnte. Ihr schwarzes Haar lassen sie lang wachsen, und im Gegensatz zu allen ihren mongolischen Nachbarn tragen sie sehr starke und lange Bärte. Lippen und Arme sind mit blauen Tätowierungen bedeckt. Sie sind ein wildes Jäger- und Fischervolk, das im Sommer in Strohhütten, im Winter in Erdhöhlen lebt. Daß sie einmal ganz Japan eingenommen haben, geht daraus hervor, daß sich viele japanische Namen nach der Sprachforschung nur aus der eigenartigen Sprache der Ainos erklären lassen. Die japanischen Städte, von denen die Hauptstadt Tokio an Umfang fast London gleichkommt, an Bewohnerzahl Berlin nahesteht, hat noch kein Reisender schön genannt. Infolge der steten Erdbebengefahr sind die Häuser sämtlich nur einstöckig, vielfach aber von herrlichen Gärten umgeben, in deren Kultur die Japaner Meister sind. Admiral v. Werner schildert die Stadt: "Tokio (früher Jeddo genannt) besitzt außer einer mehrstöckigen Pagode, die den kaiserlichen Palast überragt, und einigen Tempeln, die auf Hügeln erbaut sind, keine hervorragenden Punkte. Ist man durch die Forts gewandert, so bekommt man zuerst eine Totalansicht der Stadt, d.h. man sieht zwei bis drei Meilen weit die ganze Basis der Bucht mit einer ununterbrochenen Reihe von Häusern besetzt, und ebenso zeigt sich dem Blick nordwärts ein unabsehbares Meer von grauen Dächern, das hier und dort durch Hügel, die mit Tempeln gekrönt sind, oder durch Gärten, Baumgruppen, terrassierte Felder eine Abwechselung erhält, welche das Auge angenehm berührt. Der auf eine Anhöhe gelegene, aus Steinen aufgeführte und von hohen Festungswerken umgebene Palast hält eine Meile im Umfang, und wer plötzlich unbewußt nach Tokio käme, würde ihn für eine Stadt, die übrigen Teile des Ortes aber für Vorstädte oder herumliegende Dörfer ansehen." Das Leben und Treiben darin ist aber immer großstädtisch gewesen, auch schon zur altjapanischen Zeit. Der charakteristische Tragstuhl für die vornehme Japaner ist heute noch zu sehen, und das öffentliche Leben kann man in den Teehäusern, deren es sehr viele gibt, heute noch ebenso beobachten, wie in früherer Zeit, nur ist alles vielfach schon europäischer geworden, auch die alten Bambus- und Holzhäuser sind zum Teil schon Backsteinbauten gewichen, was wegen der Feuergefahr notwendig erschien; denn noch 1872 brannten in wenigen Stunden zehntausend Häuser nieder, und ein Jahr darauf wurde auch die ganze kaiserliche Palaststadt in Asche gelegt. Teilweise ganz Außerordentliches haben die Japaner auf den industriellen Gebieten geleistet. Ihre Geschicklichkeit in dieser Hinsicht übertrifft vielfach noch die der Chinesen. Auf den verschiedenen Weltausstellungen an denen sich die Japaner seit ihrem Eintritt in den Weltverkehr lebhaft beteiligen, haben all diese Dinge die gerechte Bewunderung der Besucher erregt und sind vielfach auch von unserer einheimischen Industrie als nachahmungswerte Muster benutzt worden. Auf dem Gebiet der Kunstgewerbe sind neben der Fabrikation bunter seidener Gewebe und Porzellangegenständen in erster Reihe die japanischen Lackwaren zu nennen, die geradezu unübertroffen dastehen. Es liegt dies allerdings zum großen Teil an der Natur des Lackes und der Lackfarben, die nicht wie bei uns aus Zusammensetzungen von Firnis, öligen Substanzen und andern Ingredienzien, sondern auf natürlichem Wege von bestimmten Pflanzen gewonnen werden, die bei uns nicht angebaut werden können. Ebenso ist es mit der Herstellung der oft bewunderten japanischen Papiersorten, die auch auf bestimmten Pflanzenfasern beruhen und deshalb bei uns nicht hergestellt werden können. Mit Recht erfreuen sich auch die japanischen Malereien auf Porzellan, Holz, Papier und andern Stoffen eines guten Rufes, denn die Farbengebung ist trotz der oft recht kindlichen Zeichnungen stets eine ungemein glänzende. Von der Baukunst der Japaner ist nicht viel Rühmliches zu melden. Die Wohnungen sind fast sämtlich Holzbauten, ohne Fundament. Die Haupttragebalken ruhen auf Ecksteinen oder starken Pfählen, die bis einen Meter hoch sind, alles übrige ist aus leichtem Rahmwerk hergestellt und natürlich wenig dauerhaft, und das Ganze nur für eine Familie berechnet. Es ist ein niedriges, meist einstöckiges, seltener zweistöckiges Gebäude mit schwerem Dach, welches in der Regel stumpfwinklig und weit ausgreift und auf hölzernen Pfosten ruht, die eine das Haus umgehende Veranda darstellt, meist mit Stroh, in den Städten aber auch mit Schindeln oder Ziegeln gedeckt. An den Tempeln zeigt sich das Dach in der Regel nach oben geschweift. Der Baustil ist überall derselbe, in Dörfern wie in den Städten, für Arme wie für Reiche, höchstens unterscheidet sich der Bau durch die Verwendung besseren Materials. Die Zimmer sind nicht durch Mauern, sondern auch nur durch Holzwände voneinander getrennt, die verschiebbar sind, so daß man die Räume je nach Bedürfnis beliebig vergrößern und verkleinern kann. Die Größe derselben wird bestimmt durch die vorhandenen Binsenmatten, womit der Fußboden belegt wird. Diese Matten haben zwei Meter Länge und einen Meter Breite, und je nach deren Anwendung spricht man von Zimmern von drei, vier oder mehr Matten. Zur Aufbewahrung der Geräte dienen Wandschränke mit Schiebetüren und auch offene Bortbretter, für die Ausschmückung ist eine Nische vorhanden, in der ein Bild, eine Blumenvase u drgl. seinen Platz findet. Sonst ist nichts weiter an dem Innern der Wohnung zu loben, als die äußerst saubere Arbeit, mit der alles hergestellt ist. Höchst primitiv sind auch die Schlafzimmer eingerichtet. Als Bettgestell dient die Binsenmatte auf dem Fußboden, als Bett ein Teppich, und eine leichte Decke oder auch ein Gewand deckt den Körper. Ein Einfaches Holzgestell ist für die Aufbewahrung der Kleider bestimmt, dann noch eine Nachtlampe, ein für den Durst bereitgestelltes Teegefäß, und die Einrichtung ist fertig. Daraus folgt, daß es besondere Schlafzimmer überhaupt nicht gibt, sondern jedes Zimmer jederzeit diesem Zwecke dienen kann und auch wirklich dient. Stühle, Tische, Betten und andere europäische Einrichtungen kennt man nicht, denn der äußerst einfache und genügsame Japaner bedarf ihrer nicht. Den Tempelbauten liegt zumeist dieselbe Einfachheit zu Grunde wie den Wohnhäusern. Es kommen auch mehrgeschossige Tempel vor, bis zu vielgeschossigen Pagoden nach chinesischer Art, aber alle sind Holzbauten. Es wurde schon erwähnt, daß die ursprüngliche Religion der Japaner der Schintoismus gewesen ist, in welchem die göttliche Verehrung der Ahnen, zu denen auch die Kami oder Gottheiten gerechnet werden, die wichtigste Rolle spielen. In ihren Kreis treten auch die Geister berühmter Feldherren, Helden und gelehrten, und neben diesen gibt es dann noch eine Anzahl niederer Götter und Geister. Die Schintotempel schlossen sich ganz der Einfachheit der japanischen Wohnhäuser an. Erst mit der Einführung des prachtliebenderen Buddhismus, welcher im Laufe des siebten Jahrhunderts aus China herüber kam, wurde dann auch für die Schintotempel etwas Luxus aufgewendet. Der Buddhadienst brachte die hölzernen, steinernen und bronzenen Buddhastatuen und die Lehre von einem glücklichen Jenseits in das Land, und die Apostel des Buddhismus waren klug genug , von dem Schintodienst viel mit herüber zu nehmen, und so verbreitete sich der Buddhadienst sehr schnell. Obwohl er bei der Neugestaltung der japanischen Verhältnisse von dem gereinigten Schintodienst vielfach wieder verdrängt worden ist, so hat das bei den friedfertigen Japanern doch weiter keine große Spaltung gegeben; dazu ist der Japaner im allgemein zu leichtlebig und der Buddhismus an sich zu tolerant. Die Tempel des Buddha liegen meist abseits von der Straße, in kleinen Hainen und haben ihre Zugänge durch Tempeltore, zu denen breite, gepflasterte Wege führen, an denen bisweilen das regste Leben herrscht, da sich dort Verkaufsbuden aller Art, Teeschenken und dergleichen etablieren. Der größere Luxus in den Buddhatempeln, die wie gesagt auch nur Holzbauten sind, beschränkt sich auf reiche metallene Verzierung. Wenn irgend möglich, werden sie inmitten schöner Haine angelegt, so daß für die Umgebung in sorgsam gepflegten Gartenanlagen viel getan werden kann. Diese Tempelgärten enthalten dann nicht nur das Hauptgebäude, sondern auch kleinere Tempel zur Aufnahme von heiligen Statuen, Heiligenschreinen mit Reliquien und dergleichen. In den großen Städten hat man solche Tempelgärten von riesiger Ausdehnung, an deren Pflege unsere Landschaftsgärtner lernen können. Die Hauptstadt des Landes ist, wie oben erwähnt, Tokio. Mit ihr an derselben Bai von Jeddo liegt Jokohama, bis vor kurzem noch der Haupthafen des Landes, der indessen in neuerer Zeit von Nagasaki auf Kiuschin überflügelt worden ist. Der Hauptsitz der japanischen Gewerbe ist die alte Hauptstadt und Resindenzstadt Kioto, die drittgrößte Stadt des Landes, während als zweitgrößte Osaka gilt, die früher auch die bedeutendste Handelsstadt des Reiches war, diese Bedeutung aber an den an derselben Bucht liegenden und noch besseren Seehafen Kobe abgetreten hat. Auf der waldreichen Insel Jesso (japanisch Hokkaido) ist in neuerer Zeit der Hafen von Hakodate dem Fremdenverkehr geöffnet worden. Eine neue
Erwerbung sind die Kurilen, eine Inselkette, welche von der Insel Jesso
nach der Halbinsel Kamtschatka hinüberzieht und das Ochotzische Meer
von dem offenen Großen Ozean trennt. Diese Inselgruppe, völlig
vulkanischer Natur, hat Japan gegen seinen Anteil an der großen
Insel Sachalin an der Küste von Sibirien von Rußland eingetauscht
und ist damit auch in das Gebiet des Pelzhandels eingetreten, denn Zobel,
weiße, rote und schwarze Füchse, Fisch- und Seeotter sind hier
noch häufig. -- Quelle: Länder und Völkerkunde von Gustav A. Ritter, Verlagsdruckerei Merkur, 1904, von rado jadu 2000 |
Japan hat sich erst sehr spät dem Westen geöffnet.
Dann aber entwickelte sich
das Land und die Einwohner zeigten wozu Sie fähig
sind.
Fussballweltmeisterschaft in 2002 ist eine gute Gelegenheit sich einmal das Land intensiver anzuschauen.

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