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Am Kap Izaskiki

Kiushiu, die zweitgrößte der japanischen Inseln, zeichnet sich durch einen gebirgigen Charakter und eine zerrissene Küste aus. Ihren südlichsten Ausläufer bildet das Kap Izaskiki, durch die breite Van Diemenstraße von den größeren Inseln Tanegaschima und Jakutschima getrennt, an die sich ferner die "Sieben Geschwister" oder Linschoten und die Liukininseln anreihen. Der Haupthafen von Kiushiu, die berühmte Handelsstadt Nagasaki, liegt weiter an der Westküste, aber die Van Diemenstraße ist trotzdem belebt, denn sie wird von den Dampfern passiert, die von Yokohama Tokio nach Hongkong, Schanghai, Tschifu und Port Arthur fahren.

Nicht minder stark ist hier der Lokalverkehr zwischen den einzelnen Inseln entwickelt. Er wird in der Hauptsache von japanischen Segelbooten vermittelt, die nach alter Art gebaut sind. Mit hohem Bug versehen, ziehen sie, wenn der Wind ihre viereckigen blendend weiße Segel bläht, wie Schwäne über die Wasserflut dahin.

Auf jedem der Boote befindet sich eine aus leichtem Bambusrohr gebaute Kabine, die die Reisenden und die Waren vor der Unbill der Witterung schützt. Kleine, gleichfalls aus Bambusrohr gebaute Flöße erleichtern die Landung. Die Zeiten liegen noch nicht weit zurück, da die Japaner, denen der Besuch fremder Länder verboten war, in ihrem Verkehr von Heimatinsel zu Heimatinsel sich fast ausschließlich solcher Fahrzeuge bedienten. Auf ihnen wuchs das seetüchtige Geschlecht heran, mit dem es dem modernen Japan nicht schwer wurde, eine ansehnliche Handelsflotte und eine ausgezeichnete Kriegsmarine in kürzester Zeit zu schaffen.

Quelle: Die Gartenlaube, 1904, von rado jadu 2001



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