KARTE

Home     # Das Christentum und die Fremden    Sitemap    Zeittafel    Dia-Show

Die Minamoto, die Hodscho und die Asikaga (1186-1573)

Die nächsten vier Jahrhunderte der japanischen Geschichte sind mit den Kämpfen aller gegen alle ausgefüllt. Weder Macht noch Recht herrschen, Verrat und Mord sind an der Tagesordnung; und wenn die Treue des niederen Lehensträgers gegen seinen Herrn oft wohltuend berührt, erscheint die Unzuverlässigkeit des Höheren dem Mikado, dem Schogun und dem Regenten gegenüber dafür desto verächtlicher. Jeder ist nur auf seinen Vorteil bedacht, und sucht ihn auf alle Weise zu erreichen; Versöhnend wirkt allein, daß der Besiegte, der als Sieger kein Mitleid kennt, mit stoischen Mute zu sterben weiß; er fällt, wie die Römer der alten Zeit, in das eigene Schwert.

Schon zu Beginn der Herrschaft der Fujiwara im 8. Jh. hatte sich, vermutlich durch die Verweichlichung einzelner Schichten der Bevölkerung, das Bedürfnis herausgestellt, eine besondere Soldatenklasse (die Samurai) zu schaffen; früher war jeder Soldat und zog ins Feld, wenn er dazu gerufen wurde, jetzt wurde dieser Landsturm durch Leute ersetzt, die aus dem Kriegsdienst ein Handwerk machten. Wenn angegeben wird, daß es ursprünglich Leibeigene gewesen seien, aus denen sich die militärische Gefolgschaft größerer Herren zusammengesetzt habe, so mag das für vereinzelte Fälle zutreffen; im großen und ganzen war dies aber gewiß nicht der Fall. Vielmehr hat, wie in anderen Ländern, z.B. in Deutschland, die Not der Zeiten den freien Bauern und oft auch den kleinen Adligen bewogen, sich unter den Schutz eines Mächtigeren zu stellen und seine Freiheit gegen die Sicherheit umzutauschen, die dieser ihm bieten konnte. Dafür spricht auch, daß von den Japanern selbst bei der Gelegenheit der Frage der Kapitalisierung der Einkünfte der Samurai 1870 stets behauptet wurde, daß diese, d.h. die zweischwertige Adelsklasse, im 8. Jh. aus dem Bauernstande hervorgegangen sei und wieder dahin zurücktreten müsse. Die hörigen Bauern wie die, die sich freiwillig unter den Schutz eines Herrn begaben, waren eben nurmehr diesem, nicht mehr dem Kaiser, zum Kriegsdienste verpflichtet, und bei den gar nicht mehr abbrechenden Kämpfen erwies sich schließlich für beide Teile, den Herren wie den Bauern, als vorteilhafter, eine schärfere Scheidung zwischen dem Wehr- und dem Nährstande eintreten zu lassen.

Mit der Entstehung der großen Lehen wird es ähnlich gegangen sein. In den Zeiten, da Macht vor Recht ging, wird von den Regenten, Kronfeldherren oder, wer immer die Macht in den Händen hatte, das Eigentum der Besiegten entweder in eigenen Besitz genommen oder an Anhänger verteilt worden sein; später, als die Zahl derer sich mehrte, die sich aus dem angeblichen Besitztume des Kaisers ein eigenes mit dem Schwerte zurechthieben, als größere und kleinere Herren sich in die Fetzen des Landes teilten, war der tatsächliche Besitz neun Zehntel des Rechts, wenn nicht das ganze – gleichgültig, ob er durch die Schenkungsurkunde einer dem Namen nach zu Recht bestehenden Gewalten verbrieft war oder nicht. Was das Schwert gewonnen hatte, konnte nur das Schwert erhalten. So kam es, daß, als die Verhältnisse zu Anfang des 17. Jh. eine festere Form annahmen, aller Grund und Boden im Besitze der größeren und kleineren Landesherren war; die ihn theoretisch vom Mikado direkt oder durch den Schogun zu Lehen hatten; dies wurde zur Wahrheit, als nach Wiederherstellung des Mikadotums der Grund und Boden wie alle Einwohner des Reiches von der Regierung als kaiserliches Eigentum angesprochen wurden.

Für die Zeit von dem Siege der Minamoto über die Taira bis zur Wiederherstellung (1868), d.h. in fast sieben Jahrhunderten, sind für die inneren Beziehungen Japans zwei Tatsachen maßgebend; zuerst die, daß, während bisher Kioto der Schwerpunkt des Landes auch in politischer Beziehung gewesen war, dieser nun weiter nach Nordosten, zuerst nach Kamakura, einer Schöpfung Joritomos, später nach Jedo, einer solchen des Ijejas, verlegt wurde; dann die nicht weniger wichtige, daß während des größten Teils dieser Zeit nicht die Träger der verschiedenen Amtstitel: Mikado, Schogun und Regent, meist Kinder, manchmal Säuglinge, die tatsächliche Gewalt ausübten, sondern daß diese sich in den Händen von Verwandten und anderen hinter den Kulissen stehenden Persönlichkeiten befand. Nur in sehr seltenen Fällen haben die Titulare selbst eine andere Rolle als eine leidende gespielt, und das zu einer Zeit, in der es in Japan sicherlich nicht an entschlossenen und tatkräftigen Männern gefehlt hat.

 

Joritomo

Gleich nach dem Siege bei Dannoura kam es im Schoße der Familie Minamoto zu ernsten Zerwürfnissen, die wohl die Eifersucht Joritomos auf die kriegerischen Erfolge seines Halbbruders Joschitsune verschuldete; letzterer wurde nicht lange nachher auf Befehl Joritomos ermordet. Um die Person dieses sympathischsten aller Minamoto hat sich ein Kranz von Sagen gebildet; nach den einen wäre er zu den Aino entflohen und habe lange unter ihnen gelebt, andere wollen ihn in dem großen Dschengis Khan wiedererkennen, der die Mongolen zur mächtigsten Nation Asiens machte. Das Wahrscheinlichste ist, daß er, nachdem er sein Weib und seine Kinder getötet hatte, Harakiri (das Bauchaufschneiden) beging, und daß sein Haupt nach Kamakura gebracht wurde, um dem Bruder als Beweis für die Ausführung seines Befehls vorgelegt zu werden. Joritomo selbst, der 1192 die Ernennung zum Sei-i Tai Schogun ("Großen, die Barbaren unterwerfenden General") erhielt, starb 1199. Er schuf in Kwanto, seinem Erbland, eine geordnete Regierung: das "bak' fu" ("hinter dem Vorhang", der das Zelt des Feldherrn umgibt), gewissermaßen die militärische Verwaltung des Kronfeldherrn, und setzte an Stelle der unfähigen Statthalter der Provinzen seine tüchtigsten Unterführer. Kamakura wurde unter ihm eine große und schöne Stadt, von der freilich heute nur noch ein paar stattliche Tempel, ein großer Buddha (der Daibuz und das einfache Grabdenkmal ihres Erbauers vorhanden sind.


Schogun Minamoto Joritomo, einer der bedeutendsten japan. Feldherrn (auf dem Schlachtross)


Die Schattenschogune und die Hodscho

Nach Joritomos Tod führte sein Schwiegervater Hodscho Tokimassa zusammen mit der Witwe Masago die Vormundschaft über den achtzehnjährigen Jorije, der nach vierjähriger Regierung 1203 abgesetzt, verbannt und ein Jahr später ermordet wurde. Ihm folgte sein elfjähriger Bruder Sanetomo, der 1219 durch seinen Neffen Kokio, den Sohn Jorijes, den Tod fand. Mit ihm erlosch die direkte Nachkommenschaft Joritomos. Die Hodscho hatten jetzt die Macht in den Händen. Sie nahmen nicht selbst den Titel Schogun an, sondern begnügten sich mit dem der Schikken (Regenten) von Kamakura und zogen es vor, Kinder zuerst aus der Familie Fujiwara, dann aus dem kaiserlichen Hause zu Schogunen zu ernennen und unter ihren Namen zu regieren. Von den acht Schogunen, die der Zeit von 1220-1338 angehören, waren sechs bei ihrer Ernennung zwischen 3 und 16 Jahre alt; alle sind abgesetzt und zwei nachweisbar ermordet worden. Auch in der Regentenfamilie sah es nicht besser aus: von 1205-1326 regierten acht und in dem kurzen Zeitraume von 1326-33 drei oder vier; dann ging die Familie unter.

In Kioto war man mit der Übernahme der Herrschaft durch die Hodscho wenig zufrieden. Die drei Exmikados Go Toba und seine Söhne Tsutsi und Schuntoku sowie der seit 1222 regierende Sohn des letzteren, Dschukio Tenno, leisteten Widerstand, wurden aber besiegt; die drei Exmikados wurden in die Verbannung geschickt und dort ins Gefängnis geworfen, der regierende abgesetzt. Die ersten der Hodscho Schikken oder ihre Berater waren tüchtige Leute. Jostitoki (1205-24), Jasutoki (1225-43) taten ihr Bestes, um Ruhe im Lande zu halten, hatten aber gegen die Parteien in Kioto und die buddhistischen Priester, namentlich in Jamato, zu kämpfen, die die Landbevölkerung gegen sie aufhetzten. Tsunetoki regierte nur drei Jahre (1243-46) und dankte zugunsten seines jüngeren Bruders, Tokijori (1246-56), ab. Auch dieser tat viel, namentlich für die Gerechtigkeitspflege. Das größte Verdienst um Japan erwarb sich aber Tokimune (1257-84). Nach der Eroberung von China sandte Kublai Khan durch die Koreaner an den Mikado Go Uda (1275-87) ein Schreiben, worin er von Japan die Anerkennung seiner Herrschaft und Tributzahlung verlangte; Tokimune wies dies mit Entrüstung zurück. Weitere chinesische Gesandtschaften kamen, aber ohne besseren Erfolg. Da bemächtigten sich die Mongolen von Korea aus der Inseln Tsuschima und Iki und versuchten vergeblich 1275 auf Kiuschiu festen Fuß zu fassen. Im Jahre 1279 kamen aufs neue chinesische Gesandte mit der Aufforderung zur Unterwerfung nach Nakasaki, wurden auf Befehl aus Kamakura enthauptet. Endlich (1281) erschien eine gewaltige mongolische Flotte an der Küste von Kiuschiu. Die japanischen Jahrbücher sind voll von Berichten über einzelne Heldentaten; das Wahre wird wohl sein, daß die zwischen 3000 und 4000 Segel zählende Flotte, die 100 000 Krieger, darunter 10 000 Koreaner, an Bord gehabt haben soll, fast ganz durch einen Taifun vernichtet wurde, und daß die Japaner den geretteten Rest der Besatzung schonungslos niedermachte.

Dieser Erfolg und die unumschränkte Gewalt, die sie im Reich ausübten, scheint die Hodscho veranlaßt zu haben, alle Grenzen, die Vernunft und Vorsicht ihnen hätten ziehen sollen, zu überschreiten. Hatten sie vorher mit eiserner Hand regiert, die Mikado und Schogune nach Belieben ein- und abgesetzt, so waren sie wenigstens um die Wohlfahrt des Volkes besorgt gewesen; jetzt aber begannen sie und ihre Beamten die unteren Schichten in furchtbarer Weise zu unterdrücken, um sich die Mittel für ihr ausschweifendes Leben zu verschaffen. Die Aufregung und Entrüstung wuchs im Lande, bis endlich Go Daigo, seit 1287 der fünfte Mikado und selbst von den Hodscho eingesetzt, 1330 die Fahne des Aufstandes erhob. Schon 1327 hatte ein Sohn von ihm, Morijoschi, versucht, das Joch, das auf dem Kaiserhause und dem Lande lag, abzuschütteln, sein Plan war aber entdeckt und er ins Kloster gesteckt worden; der Vater war jetzt nicht glücklicher: er wurde besiegt, abgesetzt und in die Verbannung geschickt. Kusunoke Masahige, der sich in Kawadzi erhoben hatte, wurde ebenfalls geschlagen, entkam aber.

Die Ketten schienen jetzt fester geschmiedet als je zuvor; aber die Rettung sollten die Minamoto bringen. Zwei Enkel von Minamoto Jorije, dem Urgroßvater Joritomos (bekannt in der japanischen Geschichte als Hatschiman taro, d.h. ältester Sohn des Kriegsgottes, der die Macht seiner Familie in dem von ihm zum Teil erst eroberten Kwanto geschaffen hatte), hatten in Nita und Aksikaga zwei Familien gegründet, die sich jetzt gegen die Hodscho erhoben. Nita Joshisada, der früher in den Diensten der Regenten gestanden hatte, setzte sich 1333 mit Morijoschi (jetzt Otonomija) in Verbindung, sammelte dessen Anhänger und die seiner Familie und rückte binnen 14 Tagen nach Kamakura. Der für die letzten Kinderregenten tatsächlich die Regierung führende Takatoki, der als Regent 1326 abgedankt hatte, wurde vollständig überrascht. Das Schloß von Kamakura wurde nach kurzem Widerstande genommen; Takatoki und viele seiner Anhänger entleibten sich, alle anderen wurden von den Siegern oder den Bauern, die aufstanden, niedergemacht. Gleichzeitig hatte Asikaga Takauji zusammen mit Kusunoki die Macht der Hodscho in Kioto gebrochen. Auch dort wurden alle ihre Anhänger, deren man habhaft werden konnte, getötet. Das Andenken der Hodscho ist noch heute in Japan mit Haß und Schmach beladen.

Die Asikaga

Nach dem Siege seiner Freunde kehrte der Exmikado Go Daigo aus der Verbannung zurück und bestieg aufs neue 1334 den Thron; er ernannte seinen Sohn Morijoschi zum Schogun von Kamakura und belehnte Asikaga Takauji mit Hitaschi, Musaschi und Schimosa, Kusunoki Masahige mit Settsu und Kawadzi und Nida Joschidasa mit Kosuke und Arima, während viele andere kleinere Besitzungen erhielten. Aber die Einigkeit dauerte nicht lange. Go Daigo in Kioto und Morijoschi in Kamakura führten ein selbst für die damalige, sehr nachsichtige Zeit zu lockeres Leben; ein früherer buddhistischer Priester zog an der Spitze eines Haufens von Gesindel unter dem Vorwande, nach Anhängern der Hodscho zu suchen, raubend und mordend im Kwanto umher, bis ihn Takauji kreuzigen ließ. Das gab zu heftigen Beschwerden Morijoschis bei seinem Vater Veranlassung, bis endlich ein jüngerer Bruder Takaujis, Todojoschi, aufstand und einen neuen Schogun ausrief; zuerst auf verschiedenen Seiten kämpfend, vereinigten sich dien beiden Brüder endlich, rückten zusammen auf Kamakura und vertrieben Morijoschi. Takauji erklärte sich nun selbst zum Schogun. Go Daigo rief seine Anhänger, besonders Nita Joschisada, zum Kampfe gegen ihn auf; aber diese wurden nach einigen ersten Erfolgen bei Takenosch'ta am Hakonepaß geschlagen. Tahauji zog nun auf Kioto, Go Daigo flüchtete mit den Abzeichen der Herrschaft nach dem festen Tempel Miidera auf dem Hieizan, wurde aber auch von dort vertrieben. Unterdessen hatten sich seine Anhänger wieder gesammelt und warfen Takauji aus Kioto und Miidera heraus, unterlagen aber endlich am Minatogawa bei Hiogo; auch Kusunoki Masahige, der die Truppen des Mikados befehligt hatte, fiel. Go Daigo flüchtetete wieder nach Miidera, und Takauji ernannte 1337 einen jüngeren Sohn von Go Fuschimi (1299-1301) zum Mikado unter dem Namen Komijo Tenno. Schließlich verständigten sich die streitenden Parteien; die Mikadowürde sollte in zehnjährigen Zwischenräumen zwischen den Nachkommen Go Daigos und Go Fuschimis abwechseln. Ho Daigo gab die Herrschaftsinsignien zeitweilig heraus, und Komijo wurde gekrönt. Takauji wurde Großschogun und residierte als solcher in Kioto, während sein Sohn Josinori als Schogun in Kamakura blieb. Unter letzterem leitete ein Schikken von Kioto aus die Angelegenheiten der westlichen, ein Kwanrei (Gouverneur) von Kamakura aus die der östlichen Provinzen. Lange dauerte der Frieden indessen nicht: Go Daigo erklärte sich noch in demselben Jahre (1337) wieder für den allein rechtmäßigen Mikado, seine Gegner für einen unechten, und sammelte seine Anhänger, besonders Kusunoki Masajuki, den Sohn Masahiges, und Nita Joschida um sich.

Von diesem Zeitpunkt an bis gegen des Jahrhunderts gab es in Japan zwei Mikados, im Süden und im Norden, von denen die ersteren für echt galten, die anderen aber die tatsächliche Macht besaßen. Indessen fiel einer nach dem anderen von den Verteidigern der südlichen Mikados, und 1392 kam es unter denselben Bedingungen wie 1337 zu einer Verständigung: Go Kamejama, der zweite der südlichen Kaiser, der seit 1366 dem Namen nach regiert hatte, dankte ab und übergab seinem Gegner die Reichsabzeichen.

Usesugi Kenschin
- einer der Nobabeln
der mächtig geworden
Famile Ujesugi
im Norden

Takauji war 1358, 53 Jahre alt, gestorben. Ihm folgte sein Sohn Josinori, der 1367 abdankte; sein Enkel Josimirsu, der 1393 ebenfalls abdankte, lebte bis 1409 und bewahrte einen großen wohltätigen Einfluß auf die Regierung. Unter ihm kam das Reich freilich nur für kurze Zeit zur ersehnten Ruhe. Bald brachen aufs neue Streitigkeiten unter den verschiedenen Familien aus, die in den Kämpfen der letzten Jahrhunderte zu Macht und Ansehen gelangt waren; die Hosokawa, Takeda, Ujesugi, Togugawa, Ota, Odawara im Norden und in der Mitte des Landes, die Mori im Westen, Satzuma, Hisen, Bungo auf Kiuschiu lagen fortwährend im Krieg unter sich und mit ihren Nachbarn, ohne daß die schwachen Asikaga Ruhe schaffen konnten, bis endlich den letzten von ihnen, Josiaki, 1573 Ota Nobunaga absetzte. Das Land war in einem furchtbaren Zustand: überall nur Ruinen einst blühender Städte und Dörfer und verwüstete Felder. Kioto selbst lag fast vollständig in Trümmern; wer die Hauptstadt verlassen konnte, war längst geflohen und hatte Schutz in dem Feldlager eines der großen Landesherren gesucht. Das Ansehen des Mikados war so gesunken, daß 1500 der Leichnam Go Tsutsi Tenno vierzig Tage lang an den Toren des Schlosses stand, weil die Mittel zu seiner Beerdigung fehlten. Der Bauernstand war fast ganz ausgerottet; wer kräftig genug war, war Soldat geworden oder machte als Seeräuber die Küsten Chinas, Koreas und des eigenen Landes unsicher. Es war ein Zustand, wie er in Deutschland während des Dreißigjährigen Krieges herrschte; und wie die deutschen Fürsten damals Anlehnung und Schutz beim Auslande suchten und fanden, erbat und erhielt Josimotsi, vielleicht richtiger sein Vorgänger Jorimitsu für ihn, zu Anfang des 15. Jh. von dem Kaiser Jung lo der chinesischen Mingdynastie den Titel eine "Königs von Japan" gegen das Versprechen von 1000 Unzen Gold jährlich.