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Die sagenhafte Zeit (bis zur Einführung der Buddhalehre 552 n. Chr.)
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Die äußeren Geschicke Die große Schwierigkeit, die sich dem Verständnis und der Beurteilung der älteren japanischen Geschichte in den Weg stellt, ist, daß es für sie bis zum 8. Jh. n. Chr. an allen eigenen schriftlichen Quellen fehlt. Bis zum 6. Jh. n. Chr. besaßen die Japaner überhaupt keine Schrift und von da an bis zur Erfindung des Katakana (9. Jh.) nur die chinesischen Zeichen. Das älteste vorhandene Geschichtswerk, das Kojiki, das Buch der alten Überlieferungen, ist 711 und 712 geschrieben worden; zwei angeblich ältere Werke aus den Jahren 620 und 681 sind verloren gegangen. Das Kojiki enthält die Schöpfungs-, Götter- und Heldengeschichte und die der Mikados bis 628; es ist zum ersten Male zwischen 1624 und 1642 gedruckt worden. Das zweitälteste Werk, das Nihongi (Geschichte Japans) stammt aus dem Jahre 720 n. Chr. und behandelt dieselben Gegenstände wie das Kojiki, nur führt es die Jahrbücher der Kaiser bis 699 fort. Beide Werke, die schon deshalb nur mit großer Vorsicht benutzt werden können, sind außerdem stark von chinesischen und koreanischen, buddhistischen und konfuzianischen Lehren beeinflußt. Selbst die in ihnen gegebenen Herrscherlisten stimmen vielfach nicht mit denen in chinesischen Werken (z.B. Matualin) enthaltenen überein; sie tragen außerdem in sich selbst den Stempel der Unwahrscheinlichkeit. So hat Dschimmu nach ihnen ein Alter von 127 Jahren erreicht, und unter seinen 16 ersten Nachfolgern, von denen der letzte 399 n. Chr. stirbt, werden 13 über 100 Jahre alt; einer, Suinin, der Solon der japanischen Geschichte, lebt 141 Jahre und herrscht 99 davon. Übrigens beruht die lange Reihe der Mikados (der regierende, Joschihito, ist der 124.) nach unseren Begriffen nicht auf direkter Abstammung, sie ist auch nach japanischen Quellen durch sieben Kaiserinnen und vielfache Adoptionen durchbrochen. Wo gleichzeitige chinesische und koreanische Berichte vorliegen, und das ist bei den Geschichten der einzelnen Dynastien und Staaten vielfach der Fall, erweisen sich die japanischen Angaben meistens als ganz unhaltbar. So z.B. mit Bezug auf die Kaiserin Dschingo Kogu (201 bis 269) und der angeblich unter ihr 202 (200) erfolgten Eroberung von Schiraki (Silla) in Korea, die von dem Verfasser des Nihongi mit allem Möglichen und Unmöglichen ausgeschmückt worden ist. Abgesehen von den Gründen (Erwähnung von nachweisbar erst aus späteren Zeiten stammenden Namen usw.), die gegen einen geschichtlichen Kern der Erzählung sprechen, erwähnen die chinesischen und koreanischen Jahrbücher japanische Angriffe gegen Silla nur in den Jahren 209, 233 und 249; der erste war ein ganz unbedeutendes Vorkommnis, während bei den beiden letzten die Japaner mit großem Verlust an Schiffen und Menschen geschlagen wurden. Vom Jahre 247 erwähnen die Jahrbücher der chinesischen Wei-Dynastie, daß die Königin Himeko, d.h. die "Fürstin" (Dschingo Kogu) gestorben und nach einem Bürgerkriege, worin nicht weniger als 100 000 Menschen umgekommen seien, ein dreizehnjähriges Mädchen ihre Nachfolgerin geworden sei: eine viel wahrscheinlichere Angabe als die, daß Dschingo Kogu nach dem Tode ihres Gemahls noch 68 Jahre regiert habe. W. G.Aston stützt auf diese und ähnliche Unterschiede zwischen chinesischen und koreanischen Berichten auf der einen und japanischen auf der anderen Seite seine Überzeugung, daß nicht nur bis 400 und 500 n. Chr. sondern auch während des 6. Jh. die japanischen Angaben keinen unbedingten Glauben verdienten. Die erste erweislich richtige Angabe in der japanischen Geschichte, die den Namen verdiene, habe nicht 500 n. Chr. bestanden und die Einführung chinesischer Kultur in Japan 120 Jahre später, als von den Japanern angegeben, 397 statt 277 n. Chr. stattgefunden. Auch die moderne japanische Kritik hat die Glaubwürdigkeit des Nihongi bezweifelt: Tatschibana Niohei hat bereits 1889 eine große Anzahl darin enthaltener Angaben aufgeführt, die die Unzuverlässigkeit der Arbeit bewiesen. Jamato dake, der Nationalheld der Japaner,stirbt nach dem Nihongi im 43. Jahre des Kaisers Keiko, d.h. 114 n. Chr.; sein Sohn Tsinai wird aber, nach dem Nihongi, im 19. Jahre der Regierung Seimus (150) geboren, also 36 Jahre nach dem Tode seines Vaters. Prinz Oho usu mikoto ist der Zwillingsbruder Jamato dakes; letzter war 16 Jahre alt, als er 98 n. Chr. gegen die Kumasos zu Felde zog, so daß beide Brüder 83 n. Chr. geboren sein müssen. Von Prinz Oho wird aber im Nihongi erzählt, daß er im Jahre 75, d.h. acht Jahre vor seiner Geburt, die Tochter eines Adligen verführt habe. Es werden noch zahlreiche ähnliche Beispiele von Unzuverlässigkeit von Tatschibana angeführt. Demnach hat man sich für die japanische Geschichte von der Begründung des Reiches (660 n. Chr., soll wohl v. Chr. heißen. R.B.) bis zur Einführung der Buddhalehre auf das beschränken, dessen Richtigkeit sich aus anderen als japanischen Quellen nachweisen läßt, da diese, im besten Fall eine willkürliche Zusammenstellung unbeglaubigter Überlieferungen, wahrscheinlich mit der Absicht niedergeschrieben sind, eine Unterlage für die späteren Zeiten entstammenden Ansprüche der herrschenden Dynastie zu schaffen. So kann es kaum einen Zweifel unterliegen, daß noch lange nach Dschimmu Tenno die drei ursprünglichen Hauptsitze der Einwanderer, Jamato, Idsumo und Tsukuschi (Nordkiuschiu), unabhängig nebeneinander bestanden haben. Noch in den Jahrbüchern der Han-Dynastie (25-220 n. Chr.) wird japanischer Gesandtschaften Erwähnung getan, die nur von Teilfürsten abgesandt gewesen sein können. Die chinesischen von Matualin im 13. Jh. zusammengestellten Berichte über die Japaner zeigen, auf welch niedriger Stufe diese zur Zeit der Abfassung dieser Berichte standen. Die Jahrbücher der späteren Han sagen, daß im Südosten von Korea eine gebirgige Insel sei, die in mehr als hundert Gebiete zerfalle. Seitdem Wuti (140-86 v. Chr.) Korea erobert habe, hätten 32 dieser Völkchen, die ihre erblichen Herrscher Könige nennen, mit den Behörden der Han durch Boten verkehrt. Der Herrscher von Groß-Wo (Wa, Japan) residiere in Jamato. Die Sitten seien denen der Provinz Tschekiang, die Wo gegenüberliege, ähnlich. Der Boden sei für die Kultur von Getreide, Hanf und Maulbeerbäumen günstig. Sie verständen die Kunst, zu weben. Das Land bringe weiße Perlen und grünen Nephrit hervor. In den Bergen gäbe es Zinnober. Das Klima sei mild, und Gemüse könnten im Winter und im Sommer gezogen werden. Sie hätten keine Ochsen, Pferde, Tiger. Leoparden oder Elstern. Ihre Soldaten führten Lanzen und Schilde, hölzerne Bogen und Pfeile, die manchmal Spitzen aus Knochen hätten. Die Männer tätowierten alle ihre Gesichter und machten sich Zeichnungen auf den Körper. Die Rangunterschiede würden durch die Größe und Stellung der Zeichnung angegeben. Die Kleider der Männer würden in der Breite durch Knoten befestigt und beständen aus einem Stücke Stoff. Die Weiber bänden ihr Haar in einen Knoten, und ihre Kleidung erinnere an unsere chinesischen Kleider von der Dicke eines Stückes; sie zögen sie über den Kopf. Sie gebrauchten rote und Purpurfarbe, um sich die Körper damit zu beschmieren, wie wir (in China) Reispulver gebrauchen. Sie hätten mit Palisaden versehene Forts und Häuser. Vater und Mutter, ältere und jüngere Brüder lebten getrennt; aber wenn sie zusammenkämen, werde kein Unterschied zwischen den Geschlechtern gemacht. Sie nähmen ihr Essen mit der Hand, aber legten es auf Teller von Bambus und hölzerne Platten. Sie gingen alle barfuß; Achtung erwiesen die dadurch, daß sie sich hinhockten. Sie liebten starke Getränke sehr. Sie seien eine langlebige Rasse, und Leute von 100 Jahren seien sehr gewöhnlich. Die Weiber seien zahlreicher als die Männer; alle Männer von hohem Range hätten vier oder fünf Frauen, die anderen zwei oder drei. Die Weiber seien treu und nicht eifersüchtig. Diebstahl komme nicht vor, und gerichtliche Streitereien seien selten. Die Frauen und Kinder von Verbrechern würden eingezogen, und für schwere Verbrechen würde die Familie des Verbrechers vernichtet. Die Trauer dauere nur zehn Tage; so lange weinten und wehklagten die Mitglieder der Familie, währen ihre Freunde kämen, sängen, tanzten und Musik machten. Sie trieben Wahrsagekunst, indem sie Knochen (über dem Feuer) bräunten und dadurch (zuvor) Glück und Unglück feststellten. Sie bestellten einen Mann, den sie den "Trauerhaltenden" nännten; der dürfe sein Haar nicht kämmen, sich nicht waschen, kein Fleisch essen und sich keiner Frau nähern. Wenn es ihnen, den Hinterbliebenen, gut gehe, machten sie ihm wertvolle Geschenke; träfe sie aber Unglück, so gäben sie dem "Trauerhaltenden" die Schuld, weil er seine Gelübde nicht beobachtet habe, und töteten ihn alle zusammen; eine Sitte, die durch japanische Quellen bestätigt wird. Weiter wird berichtet: "Zwischen 147 und 190 war Wo in einem Zustand großer Verwirrung, und Bürgerkriege dauerten viele Jahre, während welcher Zeit kein Herrscher war. Dann trat ein Weib Pimihu (Himeko) auf. Sie war alt, unverheiratet und hatte sich der Zauberei ergeben, so daß sie das Volk betrügen konnte. Das Volk kam überein, sie als Königin anzuerkennen. Sie hat 1000 Dienerinnen; aber wenige nur sehen ihr Gesicht, außer einem Manne, der ihre Mahlzeiten aufträgt und die Verbindung mit ihr aufrecht erhält. Sie wohnt in einem Palaste mit luftigen Hallen, der von Palisaden umgeben ist und durch eine Wache von Soldaten geschützt wird." Gesandtschaften von Japan nach China werden seit dem 3. Jh. n. Chr. als Geschenke (Tribut) bringend und um die Verleihung von Titeln und Siegeln nachsuchend häufig erwähnt. Mag auch manche von diesen Nachrichten der Eitelkeit der Chinesen zuzuschreiben sein, so ist es doch wahrscheinlich, daß sich die japanischen Halbbarbaren dieser Zeit durch die Verleihung von auswärtigen Auszeichungen geschmeichelt haben mögen, wenngleich ihre Nachkommen eine gewisse Abhängigkeit ihres Vaterlandes von China, von der sich Spuren bis in die Zeit des großen mongolischen Einfalls 1270 finden, natürlich leugnen. Häufigere und engere Beziehungen haben seit dem letzten Jahrhundert v. Chr. zwischen Japan und den Staaten im Süden der koreanischen Halbinsel Peh tsi (Petsche, Hiak'sai, Kudara), Schinra (Schiragi, Silla, Sinlo), Kara und Kaja (Mimana), Kokuli (Konia, Korai) stattgefunden. Es ist schwer zu unterscheiden, was bei den verschiedenen Gesandtschaften, Einfällen und größeren Zügen vom Staat oder von Privaten ausgegangen sein mag; jedenfalls aber hat es sich bei vielen berichteten feindlichen Landungen von Japanern an der koreanischen Küste ebensooft um bloße Seeräubereien wie um die Unterstützung koreanischer Parteipolitik gehandelt. Der japanische Staat war damals zu locker zusammengefügt, als daß er stets hinter den verschiedenen Ereignissen gestanden haben könnte. E. H. Parker, der die Beziehungen Chinas und Japans zu Korea besonders untersucht hat, sagt darüber: "Die Chinesen haben Korea zweimal überlaufen, einmal im 3. Jh. v. Chr. und einmal im 7. Jh. n. Chr. In beiden Fällen war ihre direkte Herrschaft nur von kurzer Dauer, und ihre vizekönigliche Herrschaft erstreckte sich niemals über die nördliche Hälfte von Korea hinaus, für einige Zeit sogar nicht über die Bergkette hinaus, die den nördlichen Teil in eine östliche und eine westliche Hälfte teilt. Die Japaner haben nie einen Fuß in den Teil von Korea gesetzt, der unter tatsächlichem chinesischen Einflusse stand, mit Ausnahme von einigen Monaten zur Zeit Hidejoschis am Ende des 16. Jh. Sie haben niemals wirklich über irgendeinen Teil von Korea geherrscht; möglicherweise haben sich jedoch einzelne Überbleibsel der japanischen Rasse in den ersten Jahrhunderten n. Chr. im äußersten Süden der Halbinsel befunden. Unzweifelhaft waren die Japaner bis zum zweiten chinesischen Eindringen in dem südwestlichen Teil einflußreich, später nur noch als Seeräuber, bis Hidejoschi auf den Gedanken verfiel, China über Korea anzugreifen. Dagegen scheinen sie von sehr alten Zeiten her bis auf die neuesten immer wenigsten eine Niederlassung im äußersten Süden Koreas, in oder bei Fusan, besessen haben." |
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Leben der Japaner in alter Zeit |
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Die japanischen Quellen erwähnen vielfache Kämpfe mit den Kumaso auf Kiuschiu, die bald in ihrer Heimat aufgesucht und bekämpft werden, bald selbst hervorbrechen und die westlichen Provinzen der Hauptinsel bekriegen. Die ersten Kämpfe gegen die östlichen Nachbarn wird unter Keiko Tenno (71-130 n. Chr.) Erwähnung getan, dessen Sohn Jamato dake, der Kriegerfürst, den Ruhm der japanischen Waffen wohl nur vorübergehend bis in die Gegend hinter dem späteren Jedo in die Gebirge von Nikko getragen haben soll. Im übrigen beschränken sich die Nachrichten auf die allmähliche, sehr langsame Entwicklung im Inneren, die natürlich auf Rechnung einzelner Kaiser gesetzt wird. Sujin Tenno, der zehnte Kaiser (97-30 v. Chr.), soll die ersten Wasserbehälter für die Bewässerung der Reisfelder angelegt haben; sein Nachfolger Suinin (29. Chr. bis 70 n. Chr.) hat diese Arbeiten fortgesetzt und durch Kanäle erweitert, wie er auch den nationalen Kami- (Gottes-) Dienst befördert haben soll. Er scheint auch die erste Besteuerung seiner Untertanen, in erster Linie zu gottesdienstlichen Zwecken, eingeführt zu haben. Unter dem zwölften Mikado, Seimu (131-190), fand der Zug gegen die Aino im Osten statt und unter dem 15., der Kaiserin Dschingo Kogu (201 bis 269), die fabelhafte Fahrt nach Korea. Ihr Sohn, den sie damals unter dem Herzen trug, und der wohl aus diesem Grunde später als Kriegsgott, Haschiman, verehrt worden ist, folgte ihr als Odschin Tenno (270-310); er soll sich ganz besonders um die Gewerbe, wofür er Lehrer aus Korea kommen ließ, und um den Handel verdient gemacht haben, was auch von seinen Nachfolgern berichtet wird. Wir treten damit in die Zeit der Einführung westlicher Kultur in Japan, wenn auch viele Angaben wesentlich später gesetzt werden müssen. Die Beziehungen der Einwanderer zum Kaiser scheinen während dieser ganzen Zeit ziemlich locker gewesen sein. Wenn Tokuzo Fukuda diese "Jamata" schon in den ältesten Zeiten aus drei Unterstämmen: den Tenson (Enkeln des Himmels), Tenjin (himmlischen Göttern) und Tschiji (irdischen Göttern), je nach ihrem Verwandtschaftsgrade zur Sonnengöttin, zusammengesetzt sein läßt, so greift er damit wahrscheinlich einer späteren Entfaltung vor; solche Unterschiede pflegten erst dann stärker hervorzutreten, wenn sich das Bedürfnis herausstellt, die Grenze nach oben und unten schärfer zu ziehen, was bei der Bildungsstufe der Einwanderer 660 v. Chr. kaum notwendig gewesen sein dürfte. Die Entwicklung zur Priesterherrschaft muß aber, auch nach den japanischen Berichten, sehr langsam gewesen sein; man darf das stärkere Hervortreten des Ahnendienstes, an das sich die schärfere Scheidung nach oben und unten angeschlossen haben wird, späteren konfuzianischen Einflüssen zuschreiben. Jedenfalls war der in Mitteljapan (und nicht viel weiter) herrschende Stamm aus einer größeren Anzahl von Geschlechtern, Uji, zusammengesetzt, von denen jedes aus einer Familie hervorgegangen war. Ähnlich ist es in Griechenland, in Rom, in Deutschland und bei den Indianern Nordamerikas, in Japan und China zugegangen; diese Geschlechtsverfassung verleiht merkwürdigerweise den Gemeinwesen, in denen sie das erste Alter staatlicher Entwicklung überlebt, etwas ungemein Dauerhaftes und Stetiges. In Japan bildete jedes Geschlecht unter seinem Haupt ein abgeschlossenes Ganze, das des Kaisers unter dessen persönliche Führung das zahlreichste und mächtigste. Die Verehrung gemeinsamer Ahnen war das Band, das jedes einzelne Uji zusammenhielt, die der Sonnengöttin das Band zwischen den Kaiser und den anderen Geschlechtern. Die Neuschaffung von Ujis, besonders aus Kriegsgefangenen, Sklaven (Tomobe), scheint das Vorrecht des Kaisers gewesen zu sein, der diese dann zur Verstärkung seiner Hausmacht seinen eigenen Uji angegliedert haben dürfte. Wahrscheinlich haben innerhalb der Uji anfänglich, solange sie noch klein waren, Gemeinschaft der Erträge von Jagd, Fischfang, Ackerbau und endlich Erwerbsgemeinschaft, aus der handwerksgildenartige Formen entwickelt haben dürften, bestanden; trat ja doch auch nach außen hin das Uji als Ganzes auf, gewissermaßen als juristische Person. Ämter lagen in der Hand des Geschlechts und waren in ihm erblich; die Männer folgen der Frau in ihr Geschlecht, in dem auch die Kinder angehörten. Diese Sitte, die eine merkwürdige Übereinstimmung z.B. mit denen der Irokesen zeigt, entstand vielleicht in Zeiten, wo Frauen selten waren und der Besitz eines Mädchens einem Geschlechte daher besonders wertvoll erschien. Die Gewalt der Geschlechterhäuptlinge scheint den Mitgliedern gegenüber sehr groß, der römischen "patria potestas" ähnlich gewesen zu sein; die Beziehungen der einzelnen Uji zum kaiserlichen dagegen sehr locker. Tokuzo führt an, daß sie hauptsächlich in der Anerkennung des Kaisers bei dem Kultus der gemeinsamen Hauptahnengöttin als Oberpriesters, bei der Vertretung der gemeinsamen Interessen nach außen als Kriegsherrn und bei Streitigkeiten der Uji untereinander als obersten Richters bestanden hätten. Ein Recht auf das Land oder den Erwerb der Uji habe der Kaiser nicht besessen. |
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