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Yemen - Al Jumhuriyah al Yamaniyah (Republic of Yemen)
 

 

Das glückliche Arabien wird von den Arabern Jemen genannt, weil es der Kaaba von Mekka zur Rechten liegt. Das eigentliche Jemen grenzt im Westen an den arabischen Meerbusen, im Süden an die britische Besitzung Aden mit ihrem vielbesuchten Hafen, im Osten an Jaffa und Hadramaut, im Norden an Haschid und Bekil. Den flachen Küstenstrich nennt der Araber Tehama, d.h. Niederland, die innere gebirgige Landschaft Dschebal, d.i. Berg- oder Hochland.

Jemen ist das eigentliche Kaffee- und Pferdeland Arabiens. Es untersteht teils dem osmanischen Emir von Sana, teils einer Menge unabhängiger Scheiks.

Im Tehama ist als Hafenstadt Mochha (Mokka) zu erwähnen, berühmt durch seinen Kaffeeexport. Im Dschebal liegt Sana, der Sitz des Emirs, am Fuße des Rottum. Die Stadt ist reich an Palästen, Moscheen, Bädern und Karawansereien; sie ist die Zentrale des arabischen Spezereihandels, der sich von hier aus nach Indien, Persien und der Türkei erstreckt.

In der Landschaft Hadramaut ist der Hafen von Makalla an der Südküste des Busens von Aden zu erwähnen. Die Stadt ist nicht nur der Sitz eines Häuptlings, sondern auch ein Haupthandelsplatz Südarabiens, von dem in erster Linie Gummi, Sennesblätter und Kaffee exportiert werden. Von großer Wichtigkeit als Ausfuhrartikel ist auch der in den Küstenstrichen vorzüglich gedeihende Hamumitabak geworden, der hauptsächlich in dem Gebiete der Hamumibeduinen gebaut wird.

Während andere Küstenstädte in jener Gegend von den räuberischen Beduinenstämmen, die ihre Nachbarschaft bevölkern, vielfach bedroht werden, sind die um Makalla hausenden Beduinen zur vollständigen Unterwerfung gebracht worden, und eine ganz kleine Besatzung genügt zum Schutze der Stadt.

Die Hamumi gehören zwar zu den als räuberisch und tückisch verrufenen Beduinen, gegen deren Angriffe die etwa 10 deutsche Meilen östlich von Makalla gelegene Hafenstadt Schahr sich mit einer hohen befestigten Mauer umgeben mußte und trotz des Schutzes der englischen Schiffe, die an jener Küste fortwährend für die Sicherheit des Handels sorgen, einer starken Besatzung bedarf.

Makalla aber ist, wie Leo Hirsch im "Globus" schreibt, solchen Angriffen nicht ausgesetzt. In Makalla herrscht seit 1881 der Stamm der Kaaitis, dem ein beträchtliches Küstengebiet mit den wichtigsten Handelsplätzen unterworfen ist. Die einzige Einnahme der Regierung sind die Ein- und Ausfuhrzölle, die der Handelsverkehr in den Hafen bringt.

Quelle: M. Reymond, Illustrierte Länder- und Völkerkunde, von rado jadu 2001

 

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