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1. Drohender Verfall Athens.- Theseus hatte Athen zum Vororte der attischen Gemeinden erhoben. Etwa
1060 v. Chr. hatte König Kodrus seines Landes Unabhängigkeit
vor den Doriern errettet, indem er sich unerkannt in deren Lager begab
und den Tod suchte. 400 Jahre später leitete nicht mehr ein Herrscher
(Archont) aus dem alten Königsgeschlecht den Staat, sondern je
9 der Großgrundbesitzer des Landes wurden immer auf 1 Jahr zu
Herrschen 2. Solon. Solon war ein Nachkomme des edlen König Kodrus. Auf Reisen hatte er die Gesetze andrer Völker kennen gelernt. Er liebte sein Vaterland über alles. Einst begeisterte er die verzagten Mitbürger auf dem markte durch eins seiner herrlichen patriotischen Gedichte so für die Ehre des Vaterlandes, daß sie zu den Waffen griffen und unter seiner Führung die Insel Salamis wieder eroberten, die ihnen mit Schimpf und Schande entrissen worden war. Deshalb vertrauten ihm alle seine Mitbürger, und so ward er 594 v. Chr. zum ersten Archonten erwählt, damit er zwischen Volk und Adel Frieden stifte und durch neue Gesetze den Staat ordne. 3.Solons Gesetze. Solon verbot die Wucherzinsen. Der Schuldner, welcher nicht alles bezahlen
konnte, durfte nicht mehr zum Sklaven gemacht werden. Die Oberleitung
des Staates ließ er dem begüterten Adel; die Archonten durften
nur aus der Klasse der reichsten Grundbesitzer gewählt werden.
Aber ihnen stand ein Rat zur Seite, dessen 400 Ratsherren auch aus minder
Begüterten immer auf ein Jahr gewählt wurden. Diese Ratsherren
verwalteten abwechselnd alle Geschäfte der Beamten, z. B. alle
Steuersachen. An der Volksversammlung aber durften auch die am wenigsten
begüterten Bürger teilnehmen und dort mitberaten und entscheiden
über die von den Ratsherren vorgeschlagenen Gesetze, über
Krieg und Frieden. Auch zu den Volksgerichten ward jeder, auch der arme
Bürger zugelassen. Das alles galt jedoch nur von den Athenern,
die das Bürgerrecht hatten. Außer diesen Vollbürgern
gab es noch halb so viel Bewohner, welche nur unter dem Schutze des
Staates standen, und viermal so viel Sklaven, die wie eine Ware verkauft
wurden. Diese alle durften weder Beamte werden, noch an der Volksversammlung
teilnehmen. Aus der Archonten, die ihr Amt tadellos verwaltet hatten,
bildete Solon einen hohen Gerichtshof, der mit weiser Einsicht verhüten
sollte, was dem Vaterlande schaden könnte. Mit dieser Verteilung
der Rechte waren die Bürger aller Klassen wohl zufrieden.- Durch
eine sorgfältige Erziehung der Jugend sollten die Bürger zu
der Teilnahme an dem Staatsleben geschickt werden. Die jungen Athener
wurden wie die Spartaner frühzeitig zu Leibesübungen angehalten.
Auf den Turnplätze übte der athenische Knabe unter Aufsicht
des Lehrers seine Körperkräfte; hier versammelten sich Jünglinge
und Männer mit Freunden zum Turnspiel oder zu kriegerischen Übungen.
Besonders hielten sie auf anmutige und schöne Bewegung. Aber mehr
noch kam es Solon auf die Ausbildung der geistigen Kräfte an. Daher
wurden Kunst und Wissenschaft in Athen hoch geehrt, und in Athen entstanden
schon damals herrliche Kunstwerke. |
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