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Holland - Die Niederlande

Das Königreich der Niederlande

Das verhältnismäßig kleine Königreich der Niederlande, war früher ein ganz Stück größer, denn Holland, wie es damals hieß, umfaßte auch noch Belgien, Luxemburg und Teile von Lothringen und war außerdem der mächtigste Seestaat der Welt. Im Verhältnis zu seiner geringen Größe hatte es in allen außereuropäischen Erdteilen ungeheure Besitzungen, von denen jedoch im Laufe der Zeit wieder viele verloren gegangen sind.

Das heutige Königreich der Niederlande wird im Westen und Norden von der Nordsee, im Osten von Deutschland, im Süden von Belgien umgeben. Durch Einbruch der Nordsee hat sich in sagenhafter Vorzeit die Zuidersee (Südersee) gebildet, am Nordostende des Landes im Jahre 1277 und 1287 der Dollart.

Die Niederlande sind ausschließlich Tiefland, der vierte Teil des Landes liegt sogar noch tiefer, als der Meeresspiegel und wird gegen den Einbruch des Meeres nur durch die Dünen und die künstlichen Deiche geschützt. Wasserbauten, die zu den großartigsten Unternehmungen gehören und für die Niederlande insofern von der höchsten Wichtigkeit sind, als durch dieselben auch große Strecken des vom Meer überfluteten Landes durch Trockenlegung und Eindeichung wiedergewonnen worden sind. Die ganze südliche Hälfte der Niederlande ist nichts anderes, als das Mündungsland des Rheines, der Schelde und der Maas, die sich hier vereinigen, in viele Arme zerteilen und ein ungeheures Delta bilden. Eine Anzahl kleiner Flüsse mündet noch in die Zuidersee, die Nordsee und den Dollart. Viele davon sind, um sie für den Verkehr dienstbar zu machen, kanalisiert worden. Außerdem aber ziehen sich Kanäle in jeder denkbaren Richtung durch das Land, so daß die Niederlande das großartigste Kanalsystem der Erde haben. Der nordholländische und der Nordseekanal können von den größten Segelschiffe befahren werden.

Die Niederlande gehörten im vierzehnten Jahrhundert zum Herzogtum Burgund, kamen danach durch Heirat an das Haus Habsburg und endlich an dessen spanische Linie. Der ungeheure, namentlich religiöse Druck, den die Spanier ausübten, führte aber endlich zum Aufstande der nördlichen Provinzen. Diese führten einen langen Befreiungskampf, aus dem sie schließlich als, selbständige Republik hervorgingen. Nun wuchs die Bedeutung der Niederländer, die stets eine seefahrende Nation gewesen waren; sie wußten einen großen Kolonialbesitz zu gewinnen und schwangen sich im Laufe des siebzehnten Jahrhunderts zur ersten See-, Handels- und Geldmacht Europas empor.

Völliger Stillstand dieser Bedeutung trat aber infolge der französischen Revolution durch die Verwickelungen mit Frankreich ein, in deren Verlaufe die Niederlande sogar von Napoleon unterworfen und dem französischen Reiche einverleibt wurden, zuerst als Republik, dann als Königreich mit Napoleons Bruder Ludwig an der Spitze. Diese Verwickelungen benutzten die Engländer, um einen großen teil der niederländischen Kolonien an sich zu reißen und sich des Welthandels zu bemächtigen, und so mußten die Niederlande, wenn sie nach Napoleons Sturz auch als Königreich anerkannt wurden, doch in eine bescheidenere Stellung zurücktreten, und noch bescheidener, nachdem sich 1830 die südlichen Provinzen als Königreich Belgien selbständig gemacht hatten.

Dessenungeachtet ist der Handel der Holländer noch immer sehr bedeutend. Ihr Kolonialbesitz, trotz der großen Einbußen im Verhältnis zu dem kleinen Mutterlande noch immer ungeheuer, sichert ihnen eine ganze Reihe von überseeischen Produkten, mit deren Handel sie keine Konkurrenz zu fürchten haben. Gehört ihnen doch fast die ganze südostasiatische Inselwelt, die zusammen allein schon einen Raum von fast anderthalb Million Quadratkilometer umfaßt und überreich Kaffee, Zucker, Tabak, Reis, Indigo, Zimt, Spezereien und andere sogenannten Kolonialwaren liefert und dem Holländer großartige Einnahmen sichert.

Der Holländer ist durch seine Ordnungsliebe, Sauberkeit, Treue und Ehrlichkeit, anderseits allerdings durch sein Phlegma sprichwörtlich geworden. Er gehört dem niederdeutschen Volksstamme an, der, besonders nach Westen und Südwesten hin, mit anderen Elementen gemischt erscheint; in Norden hat sich der friesische Zweig ziemlich rein erhalten. Nächst dem Handel ist ein weiterer Nahrungszweig von großer Bedeutung die ausgedehnte Beteiligung der Niederlande an der Seefischerei; behauptet doch der holländische Hering, um nur eins zu nennen, heute noch seinen alten, wohlverdienten Ruf. Ferner bietet das Land die günstigen Bedingungen für die Viehzucht. Die holländischen Pferde, besonders die friesischen, sind berühmt, Rindvieh wird in großen mengen ausgeführt, und die Schafzucht hat auf den großen Haidestrecken der nördlichen und nordöstlichen Provinzen den ergiebigsten Boden. Gegen die ausgedehnte Viehzucht tritt der Ackerbau zurück, denn auch der wiedergewonnene Boden wird mehr in Wiesen als in Ackerland verwandelt. Dagegen steht der Gartenbau, namentlich Obst - und Blumenzucht, in höchster Blüte.

Utrecht, Alkmaar, Leiden, Amsterdam, Rotterdam, besonders aber Haarlem und Noordwijk sind schon seit dem siebzehnten Jahrhundert wegen ihrer Blumenzucht weltberühmt, und auf diesem Gebiete nimmt Holland noch immer eine der ersten Stellen ein. Waldland ist in den Niederlanden verhältnismäßig nicht viel vorhanden. Bauholz wird von außerhalb bezogen, auch das Schiffsbauholz für die Hunderte von Schiffswerften, welche in den Niederlanden tätig sind; es kommt zumeist aus Norwegen und auf Flößen der Rhein abwärts. Brennholz kennt man kaum, dafür tritt die Steinkohle ein und mehr noch der Torf, der in den Niederlanden in unerschöpflicher Menge vorhanden ist. Die Industrie erstreckt sich außer dem Schiffsbau auf Eisengießerei, Maschinenbau, Leinen- und Tuchfabrikation, Papier, Tabak, Zigarren u.a.m. Eine Spezialität sind die Diamantenschleifereien in Amsterdam. —

Die Niederlande werden in elf Provinzen eingestellt: Nordholland mit der Hauptstadt Amsterdam, Südholland mit der Residenzstadt Haag, Utrecht, Zeeland, Nordbrabant, Limburg, Geldern, Oberyssel, Drenthe, Friesland und Groningen.

Quelle: Länder- und Völkerkunde, Verlagsdruckerei Merkur, 1904, von rado jadu 2001

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