Der Fandango
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Die Spanier, besonders aber die Andalusier, sind ein tanzlustiges Volk. Doch, wie übrigens bei allen Südländern und Orientalen, sind es nicht die Rundtänze, die sie pflegen; diese würden ihrem Wesem gar nicht entsprechen. Der Tanz ist ihnen eben mehr als nur ein bloßes Herumhüpfen nach irgend welcher rauschender Musik, wie es bei den meisten nordischen Völkern beliebt ist. Bei ihnen ist der Tanz seinem ursprünglichen Charakter gemäß aus der Pantomime entstanden, und auch heute noch, selbst in den untersten Volksklassen, ist das Tanzen mehr eine mimische Darstellung, die von einer angemessenen Musik begleitet wird. Der verbreiteste Tanz ist der Fandango, den man wohl als spanischeen Nationaltanz bezeichnen kann. Er wird im ¾ Takt in mäßiger Bewegung getanzt, und man kann hierbei beim Tänzer die Würde und die stolze Ruhe des Spaniers und bei seiner Partnerin eine manchmal geradezu vollendete Grazie bewundern. Sie liegt diesen Südspanierinnen geradezu im Blute. In der Regel spielt die Gitarre die Begleitmusik und Tänzer oder Tänzerin, manchmal auch beide, schlagen die Kastagnetten dazu und mit einer Virtuosität, daß die Kastagnetten beinahe wie ein Instrument tönen. Es ist ein köstlicher Genuß, in Sevilla z. B. einen echten Fandango in irgend einem Volkslokal tanzen zu sehen. Quelle: Reise um die Erde, Internationaler welt Verlag 1905, von rado jadu 2000. |
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