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Afrikanische Frucht Compagnie

Afrikanische Frucht-Compagnie

"Panther", "Pionier", "Pontos" usw. heißen die Dampfer der 1912 begründeten Afrikanischen Fruchtcompagnie. Die Laeiszschen Farben prangen an ihren Schornsteinen, die Laeiszsche Flagge weht von ihren Mast. Und das Kontor der Gesellschaft ist im Laeiszhof an der Trostbrücke in Hamburg. Haus Laeisz hat die Gesellschaft aufgebaut.

Bananen waren ein Volksnahrungsmittel geworden. Selbst in rein landwirtschaftlichen Provinzen wurden sie auf den Märkten verkauft. So sollten es wenigstens deutsche Bananen sein. 1908 ließen Deutsche in Kamerun 350 Bananenschößlinge aus Westindien kommen und pflanzten sie in der Tikoebene am Fuß des Kamerunberges an. Wie bei Kaffee, erfordert die Anlage größerer Pflanzungen in der Regel Mittel, die den Geldbedarf des einzelnen Pflanzers übersteigen. Die Träger der Vorarbeiten in Kamerun sahen sich in Hamburg nach deutschem Kapital zur Mitarbeit um und fanden Interesse bei F.Laeisz. Herr Paul Ganzauge war bereit, die Hilfsquellen und den Unternehmungsgeist des großen Hauses, nachdem Segelschiffe keine Zukunft mehr hatten, auf dieses neue Feld zu lenken. 1912 wurde die Afrikanische Frucht-Compagnie A.G. gegründet, zwei Dampfer mit Kühlanlagen für den Bananentransport bei der Tecklenborg Werft in Geestermünde bestellt, für 300 000 Mark eine eiserne Landungsbrücke an der Spitze der Kekainsel bei Tiko erbaut, mit der erste wirkliche Hafenbau Westafrikas.

Die erste, selbstverständlich noch kleine Ernte von 12 000 Büscheln von 1913 wurde noch auf trocken -, sogenannte Feigenbananen verarbeitet. Als 1914 die vielfach größere Ernte und damit die ersten deutschen Bananen nach Hamburg verschifft werden sollten, war der Krieg da. Der Bananendampfer "Pungo" der Afrikanischen Frucht-Compagnie wurde der Hilfskreuzer "Möwe" und fuhr unter Graf Dohna zu Weltruhm aus.

1925 erlaubte England den Rückkauf der deutschen Plantagen am Kamerunberg, etwa 100 000 Hektar. Sie sind heute zum größten Teil mit Bananen bestanden. Über den Hafen Tiko kommen sie zu uns. Die Kompanie gab 1930 die beiden Bananensonderschiffe "Panther" und "Puma" in Auftrag. Bis 1936 kamen vier Motorschiffe: "Pionier", "Pelikan", "Pontos" , "Python", hinzu, 1937 "Palima", 1938 "Pomona". Wöchentlich holt ein Schiff die Bananen ab. Fünf Wochen etwa dauert die Rundreise nach Kamerun und Zurück. 70 000 Büschel Bananen holten die Schiffe 1930 aus Kamerun, 1935 waren es schon 2 1/2 Millionen, 1936 3,3 , 1937 3,6 Millionen.

Die Schiffe holen nicht nur, sie bringen auch deutsche Ware nach Kamerun: für die Pflanzungen Feldbahnen, Leichter, Flußschiffe, Brückenteile, Maschinen, Kraftwagen, für die Menschen Lebensmittel, Arzneien, Stoffe, Farben. Berechnungen eergeben, daß von dem Wert der Erzeugung einer in deutscher Hand befindlichen Pflanzungen, so wie er sich dann im europäischen Ankunftshafen darstellt, ein Fünftel auf die Ausgaben im Ausland (Löhne für Eingeborene, Verbrauch der deutschen Angestellten draußen, Verpflegung der Eingeborenen mit nicht aus Deutschland stammenden Nahrungsmitteln) entfällt, die übrigen vier Fünftel schon der deutschen Wirtschaft zufallen. Aber auch jenes Fünftel wird mehr als gedeckt durch die von den Bananendampfern nach Kamerun gebrachten deutschen Ausfuhren. Es ist ein Austausch, der im Nehmen und Geben die deutsche Wirtschaft befruchtet, ein neuer Anfang für ein altes Haus.

Quelle: der deutsche Kaufmann über See, Dr. Theodor Bohner, Deutscher Verlag 1939, von rado jadu 2000

In Hamburg an der Elbe/Trostbrücke

Anteil der Afrikanische Frucht Compagnie

 

 

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