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Die Schutztruppe in Deutsch-Südwestafrika
Zum Jubiläum ihres 25jährigen Bestehens am 16. April.

von Hauptmann a.D. E. v. Perbandt.

Am 16. April 1914 blickt die Schutztruppe für Deutsch-Südwestafrika auf ein 25jähriges Bestehen zurück. Und reich an Erlebnissen sind diese 25 Jahre für die Truppe sowohl wie für von ihr beschützte Kolonie; reich an Erlebnissen in kriegerischer wie in kulturfördernder Hinsicht. Auch sei gleich hier gesagt, jederzeit und an jedem Ort hat die Truppe so voll und ganz ihren Mann gestanden, daß ohne sie Deutsch-Südwestafrika heute nicht das wäre, was es ist — eine ausichtsreiche deutsche Siedlungskolonie.

Im Jahre 1883 hatte der Bremer Kaufmann Lüderitz in Angra Pequena (Lüderitzbucht) und im Hinterlande von den eingeborenen Häuptlingen Erwerbungen gemacht, die trotz heftiger Einsprüche der Engländer durch ein Telegramm Bismarcks vom 24. April 1884 an den deutschen Konsul in Kapstadt unter deutschen Schutz gestellt wurden. Diese Erwebungen vergrößerten sich bald, und schon nach einigen Jahren stellte es sich heraus, daß ohne irgendeine militärische Kraftentfaltung nicht auszukommen war. Auf Veranlassung der deutschen Regierung wurde infolgedessen im Jahre 1888 von der Deutschen Kolonialgesellschaft für Südwestafrika. die inzwischen Rechtsnachfolgerin des verunglückten Lüderitz geworden war, eine "Gesellschaftstruppe" aufgestellt. Trotz verhältnismäßig — oder besser unverhältnismäßig — hoher kosten, die diese Pseudotruppe verursachte, konnte sie ob ihrer allzu kümmerlichen Gestaltung nichts leisten. Deshalb ordnete Fürst Bismarck am 16. April 1889 an, daß eine stattliche Truppe gebildet wurde, die dem Hauptmann C. von François, der sich in Afrika schon einen Namen gemacht hatte, unterstellt wurde. Aus dieser Truppe entwickelte sich dann die heutige Kaiserliche Schutztruppe, und das eben genannte Datum wurde durch Allerhöchste Kabinettsorder zum Stiftungstage der Truppe bestimmt. Ich kann nun nicht auf alle Phasen der Entwicklung der Truppe eingehen, ich will nur erwähnen, daß sie sich, neben ihrer legitimen Tätigkeit, alles selbst schaffen mußte, was zu ihrem Dasein notwendig war und wurde.

Im Jahre 1893 begannen die ersten Kämpfe der inzwischen mehrfach verstärkten Truppe. Am 12. April 1893 überfiel der Hauptmann v. François mit zwei Kompagnien Hoornkranz, die Zwingburg des mächtigsten und unbotmäßigsten der Hottentotten Kapitäne, Hendrik Witbois. Die Hottentotten entflohen, ohne wesentlich geschwächt zu sein, in die Berge, von wo aus sie ihr räuberisches, das ganze Land beunruhigende Treiben sehr bald fortsetzten. Übrigens hat Hendrik Witboi diesen Überfall dem Hauptmann v. François nie vergessen, weil dieser ihn ausführte — ohne Hendrik vorher "den Krieg erklärt" zu haben! Er revanchierte sich dem inzwischen zum Major beförderten François gegenüber durch einen dauernden Kleinkrieg, der die Truppe zwang, immer auf der Hut und immer auf den Beinen zu sein. Im Juli 1894 kehrte François nach Deutschland zurück, er wurde ersetzt durch den inzwischen bereits im Schutzgebiet eingetroffenen Major Leutwein, in dessen elfjährige Tätigkeit als Landeshauptmann, Gouverneur und Truppenkommandeur die hauptsächlichsten Kämpfe gegen fast alle Eingeborenenstämme Südwestafrikas fallen. Nach vielen Kreuz- und Querzügen Leutweins zur Befriedung des Landes wurde es nachgerade eine dringende Notwendigkeit, zunächst einmal den Hauptfriedensstörer Hendrik Witboi unschädlich zu machen. Leutwein erbat hierzu Verstärkung aus Deutschland, die ihm auch mit 250 Mann und den dazugehörigen Offizieren gewährt wurde. Nachdem diese im Schutzgebiet eingetroffen war, brach Leutwein, von Swakopmund aus, unverzüglich gegen Hendrik auf, der sich im Naukluftgebirge stark verschanzt hatte. Am 27. August bereits begann der Sturm auf Naukuft, der mit großer Bravour auf beiden Seiten und mit dem Erfolg ausgefochten wurde, daß Hendrik sich mit seiner Werft weiter ins Gebirge zurückziehen mußte. Unter vielen anderen war bei diesem Sturm auch der Hauptmann v. Estorff, der tapfere Führer der Sturmkolonne und spätere langjährige Kommandeur der Truppe, verwundet worden.

Dem Schreiber dieses gelang es dann mit den Resten zweier Kompagnien, unter wiederholten schwierigen Kämpfen, Hendrik so erfolgreich durch das Gebirge zu hetzen, das er sich schachmatt am 14. September dem Landeshauptmann Leutwein unterwerfen mußte. Erwähnen muß ich bei diesen Verfolgungskämpfen das Gefecht bei Gurus, das den 2. und 3. September über, Tag und Nacht, andauerte und bei dem unter anderem der erste Offizier der Truppe gegen die Eingeborenen fiel. Es war dieses der Dragoner Premierleutnant Diestel, ein ebenso tapferer wie liebenswürdiger Offizier. Den Unterwerfungsvertrag, den Hendrik damals abschloß, hat er volle zehn Jahre ehrlich und redlich gehalten, bis der große Aufstand 1904/07 auch ihn wieder auf den Kriegspfad lockte. Ruhe zog aber mit dieser Niederwerfung Witbois noch nicht ins Land ein, und die Truppe mußte bald hier, bald dort einschreiten, wenn es auch zunächst nicht zu größeren Kämpfen kam. Leutwein legte in dieser Zeit befestigte Stationen im Hererolande an, die später, namentlich im großen Aufstande, wertvolle Dienste geleistet haben. Hatten bisher hauptsächlich die Hottentotten Schwierigkeiten gemacht, so fing nun ein Teil der Herero, die Ostherero oder Owabandjeru, an aufsässig zu werden; dauernde Grenzverletzung ihrerseits waren die ersten Anzeichen kommender Wetterwolken.

Im März 1896 brach der Aufstand aus. Die um Gobabis sitzenden Owabandjeru hatten sich mit dem Stamm der Khauashottentotten verbündet, und nur unter sehr verlustreichen Kämpfen konnte die damals gerade sehr schwache Schutztruppe Herr der Aufständischen werden. Auch bei diesen Kämpfen — ich nenne nur Gobabis, Siegesfeld, Sturmfeld (Otyunda) — wurde mit einer Tapferkeit ohnegleichen gekämpft. Ich muß dabei die beiden Attacken erwähnen, die von berittener Infanterie mit aufgepflanztem Seitengewehr bei Gobabis und Siegesfeld unter Hauptmann v. Estorff und den Leutnant Lampe, Helm und Eggers gegen einen übermächtigen Gegner geritten wurde. Der Feind war über diese Kühnheit so erschreckt, daß er floh. Leutnant Lampe blieb mit noch manch anderem Braven auf dem Felde der Ehre, Helm und Eggers wurden schwer verwundet. Am 2. Juni konnte die Truppe siegreich in Okahandja einziehen. Die beiden Häuptlinge der Aufständischen — Nikodemus und Kahimema — waren gefangen und wurden standrechtlich in Okahandja erschossen. Doch auch nach diesen Siegen mußte die Truppe bis zum Jahre 1898 noch wiederholt eingreifen. Bald saßen die Unruhestifter im Süden der Kolonie, bald im Norden. Hier kam es anfangs des Jahres 1898 gegen die Zwartboihottentotten zu ernsteren Kämpfen. Erst nachdem der stellvertretende Truppenkommandeur Major Müller eine starke Kriegsmacht zusammengezogen hatte, gelang es diesem, die Hottentotten am Grootberge so zu schlagen, daß sich auch dieser Stamm ergeben mußte.

Jetzt erst trat bis zum Jahre 1903 Ruhe ein, die nur durch unbedeutendere Vorkommnisse hier und da gestört wurde. Aus scheinbar geringfügigen Ursachen brach im Oktober 1903 in Warmbad der Aufstand der Bondelzwarthottentotten aus, dem gleich anfangs der Distriktchef Leutnant Jobst zum Opfer fiel. Unter einem beträchtlichen Aufgebot von Kräften gelang es dem Gouverneur Leutwein, diesen Aufstand zu dämpfen und durch den Frieden von Kalkfontein (27. Jan. 1904) einstweilen abzuschließen. Dieser Friede wurde aber nur vereinbart, weil Leutwein seine Truppen zu ernsteren Zwecke gebrauchte. Inzwischen war nämlich der sogenannte große Hereroaufstand im Norden und in der Mitte der Kolonie ausgebrochen. Diesem Aufstand der Herero schloß sich dann Ende 1904 auch derjenige fast aller Hottentottenstämme des Namalandes an. Treu blieben nur die Rehobother Bastards und die Bersebanerhottentotten mit einem Teil der Bethanier. In dieser nun folgenden, mehrere Jahre dauernden Kriegsperiode, die die Kolonie aus des Abgrunds Nacht zu neuer Morgenröte und zu hell erwachendem Tage führte, sind eine solche Menge wundervoller soldatischer Taten vollbracht worden, daß ich bedaure, sie hier nicht alle nennen zu können. Ich behaupte aber, daß die ca. 600 Millionen Mark, die die Niederwerfung des Aufstandes dem Reiche gekostet hat, nicht umsonst betahlt worden sind, zeigten diese Kämpfe doch, welch ein tapferes, kameradschaftlich erzogenes, zu jeder Mühsal bereites Offiziers- und Soldatenmaterial wir in unserem Heere besitzen. Und ich glaube, daß diese Gewißheit uns für die Zukunft mehr wert ist als die 600 Millionen Mark, die nebenbei noch zu einem guten Teil der Kolonie zu dauerndem Vorteil gereicht haben.

Die ersten Anzeichen des Hereroaufstandes machten sich im dezember 1903 bemerkbar, im Januar 1904 begann er mit der Ermordung von ca. 150 Europäern, die zerstreut im Schutzgebiet wohnten. Die Stärke der Schutztruppe war für Ereignisse, wie sie jetzt hereinbrechen sollten, durchaus unzulänglich, "aber" — sagt Dr. W. Külz in seinem ausgezeichneten Buche "Deutsch Südwestafrika im 25. Jahre deutscher Schutzherrschaft" — "die sicherste Gewähr für erfolgreiche kriegerische Tätigkeit lag in dem vortrefflichen kriegerischen Geiste, der die ganze Truppe beseelte und sie für die Stunde der Gefahr auch in den schwierigsten Lagen zu größter Hingabe befähigte." Dieser Geist zeigte sich sehr bald in dem kühnen Zuge des Hauptmanns Franke, der nachmals so berühmt geworden ist. Er befand sich mit seiner Kompagnie auf dem Wege nach dem Süden zur Unterdrückung des Bondelzwart Aufstandes. In Gibeon mußte er kehrtmachen, und er legte nun mit seinen Reitern in vier Tagen ca. 400 km zurück, entsetzte Windhuk, befreite unter schweren Kämpfen Okahandja und kam gerade noch rechtzeitig genug vor seinem eigenen Garnisonorte Omaruru an, um ihn vor dem Verderben zu retten. Es folgte nun in diesem Feldzuge in fast ununterbrochener Reihenfolge ein kühne Tat der anderen. Nicht unerwähnt darf ich das Eingreifen der Marineinfanterie und Major v. Glasenapp, jetzt General und Kommandeur der Schutztruppe, lassen. Diese Truppe war die einzige geschlossene, in Deutschland für Übersee bereitstehende Macht, die nach Ausbruch des Aufstandes auch in kürzester Zeit als erste Verstärkung nach Südwest abging. Sie hat unter den allergrößten Strapazen, zu fuß, vom Typhus fast dezimiert, die denkwürdigen und sehr verlustreichen Gefechte von Owikokorero und Okaharui geschlagen. Leider fiel bei dem ersten, neben vielen anderen Tapferen, auch der Oberleutnant Eggers, der schon zweimal in Südwest verwundet worden war. Eggers war einer der vorzüglichsten Offiziere der Truppe, wie einer der besten Kenner des Landes und der Sprache der Herero.

Ebenso fiel hier noch ein anderer alter Afrikaner, der Hauptmann a. D. v. François, ein Bruder des ersten Truppenkommandeurs. Glasenapp selbst wurde verwundet. Weiter seien genannt die blutigen Kämpfe des Generals v. Trotha, der inzwischen zum Kommandeur der sehr verstärkten Truppe ernannt worden war. diese Kämpfe am Waterberge besiegelten den Untergang des einst so stolzen Hererovolkes. Die Herero waren noch nicht niedergerungen, als auch der Aufstand der Hottentottenstämme im Süden der Kolonie ausbrach. Er begann mit der Ermordung des Bezirkamtmanns von Gibeon, Hauptmann v. Burgsdorff, durch die Witbois. Burgsdorff war so lange der beste und vertrauteste Freund Hendriks gewesen. Oberst Leutwein war inzwischen krank nach Deutschland zurückgekehrt, auch der General v. Trotha hatte Südwest verlassen, und so blieb als Kommandeur der Oberst Deimling, jetzt Kommandierender General des XV. Armeekorps, im Schutzgebiet. Oberst Deimling mußte zwar auch vorübergehend krankheitshalber seine Tätigkeit draußen unterbrechen, während welcher Zeit ihn der Oberst Dahme vertrat, doch ist es seiner Energie und seiner Verantwortungsfreudigkeit in erster Linie zu danken, daß der sehr schwierige Kleinkrieg gegen die Hottentotten zu glücklichem Ende geführt wurde.

Unter Deimling kommandierten Männer wie die schon wiederholt genannte Oberstleutnant v. Estorff, Major Maerker, jetzt Oberstleutnant und Kommandant von Borkum, der früher schon in Ostafrika und Asien tätig gewesen war; Hauptmann v. Heydebreck, jetzt Oberstleutnant und Kommandeur der Truppe, und viele, viele andere, die mit Auszeichnung genannt werden müßten. Aus den Kämpfen gegen die Hottentotten seien besonders erwähnt das ca. 50 Stunden dauernde Gefecht bei Gr. Nabas am 2., 3. und 4. Januar 1905, das die Abteilung des Majors Meister unter unsäglichen Mühen, fast verdurstet, gegen Hendrik Witboi ausfechten mußte, und die vielen Gefechte gegen die tapferen Freischarenführer Morenga und morris. Während des Gefechtes von Gr. Nabas erlag seinen dort erhaltenen Wunden der Major Frhr. v. Nauendorf. Er starb als Held. Erst am 23. Dezember 1906 wurde der Aufstand, nachdem die Truppe fast 40 Monate lang im Felde gestanden hatte und Hendrik Witboi gefallen war, durch ein Abkommen, das Oberstleutnant v. Estorff nach langen Verhandlungen mit den Bondels traf, beendet. Nur Morenga und Simon Copper waren noch nicht besiegt. Morenga entzog sich unserer Verfolgung dauernd, indem er im entscheidenden Moment auf englisches Gebiet übertrat; dort erholte er sich, sammelte neue Kräfte und kämpfte weiter. Endlich im August 1907 ereilte auch ihn sein Schicksal, er wurde auf englischem Gebiet bei einer Verfolgung getötet. Simon Copper hatte sich mit seinem Volk, den Franzmannhottentotten, in die Kalahariwüste zurückgezogen; von dort aus beunruhigte er unsere Kolonie. Erst im März 1908 gelang es dem Hauptmann v. Eckert, auch diesen Gegner unschädlich zu machen.

Geradezu mustergütig hatte Eckert diesen Zug vorbereitet, der seine Abteilung 200 km weit von ihrem Standort in die Kalahariwüste führte. 11- 16 Tage waren die Kamele, auf denen die Truppe beritten war, ohne Wasser geblieben, und nur der eisernen Energie des Führers war es zu danken, daß dieses letzte gewagte größere Unternehmen der Truppe und zu gutem Ende geführt wurde. Im Gefecht bei Seahub (16. März) war Hauptmann v. Erckert einer der ersten, der fiel, aber die brave Truppe kämpfte trotz dieses für sie und die Kolonie außerordentlich schweren Verlustes unter Hauptmann Gruner weiter. Die Franzmannhottentotten wurden auseinandergesprengt und endgültig niedergerungen. Vereinzelte Kämpfe sind auch noch nach diesem Erckertschen Zuge vorgekommen, aber im allgemeinen herrscht seit jener Zeit ruhe in der Kolonie.

Sollte aber doch wieder einmal Unruhen oder gar Aufstände im Schutzgebiet ausbrechen, was ja in einer so weit vom Mutterlande liegende Kolonie nie ganz ausgeschlossen ist, namentlich wenn der Reichstag mit seinem unglücklichen Prinzip der Truppenverminderung im gleichen Tempo wie bisher fortfährt, dann stehen der braven Truppe wenigstens die damals fehlenden Schienenwege zu schnellerem Anmarsch und schnellerer Konzentration zur Verfügung. Ebenso wird die Verproviantierung durch die Eisenbahn eine leichtere und gleichmäßigere sein. Die Truppe aber wird stets mit gleichem Eifer und gleicher Hingabe ihre schwere Arbeit tun.

Zum Schlusse sei mir gestattet, zur Illustration des Gesagten noch einige Zahlen zu nennen.In den jetzt 25 Jahren ihres Bestehens hat die Truppe 346 Gefechte ausgefochten. Sie hat verloren an Toten: 85 Offiziere und Sanitätsoffiziere, 1613 Unteroffiziere und Mannschaften. Dazu kommen vom Marineexpeditionskorps: 7 Offiziere und 85 Mannschaften; von Landwehr, Reserve und Freiwilligen: 16 Offiziere und 195 Mannschaften. An verwundeten: über 100 Offiziere und über 1000 Mannschaften.

Die Stärke der aktiven Truppe schwankte zwischen ca. 300 Köpfen zur Zeit des Naukluftfeldzuges, ca. 750 Köpfen zu Beginn des Großaufstandes und ca. 1900 Köpfen am heutigen Tage. Ihr Höchstbestand war ganz vorübergehend im großen Aufstande, einschließlich aller Garnison- und Etappenbesatzungen, Train- usw. Kolonnen, ca. 16 000 Mann.

Die Kommandeure der Truppe waren, mit ihren heutigen Chargen: Major C. v. François, Generalmajor Leutwein, General der Infanterie v. Trotha, General der Infanterie v. Deimling, Generalmajor v. Estorff, Oberstleutnant v. Heydebreck.

Ich möchte nochmals erwähnen, daß die Truppe neben ihrer hier in großen Zügen geschilderten Kriegstätigkeit auch ganz erhebliche Friedensarbeit geleistet hat. Dazu gehören: Anlage von Kommunikationen, Errichtung von Stationen, Unterkunftsräumen, Magazinen und anderen Bauwerken, Herstellung der Landungsbrücke von Swakopmund und anderes. So darf die Truppe, wenn sie auf die verflossenen 25 Jahre zurückblickt, dieses mit Stolz tun in freudigen und ernsten Gedanken an das, was sie für Kaiser und Reich im schwarzen Erdteil geleistet — und gelitten hat:

Wer so wie sie gekämpft hat und geblutet,
Wer so wie sie das Reichspanier geführt
Durch Trümmerstätten, Leichenfelder, Wüsten
Stets makellos — der Lorbeer ihm gebührt.
Schau auf nach dort, mein deutsches Volk, und hoffe,
Wenn je vor Sturm und not Kleinmut du hast verspürt,
Erhebe dich an deiner Söhne Taten —
Heut aber alle kommt und gratuliert!

 

Quelle: Reclams Universum, Weltrundschau, März 1914, von rado jadu 2000

 

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