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Ein Haus aus Walfischrippen

Dort, wo der intelligente Mensch hinkommt, läßt er nichts umkommen, und alles, was ihm die Natur bietet, sucht er seine privaten Zwecke und zu seinem Vorteil zu verwenden.

Der Walfisch, auf den man eifrig Jagd macht, bietet dem Menschen allerlei Verwendbares: vor allen sein Fett, den sogenannten Tran, dann die Gaumenbarten, das sogenannte Fischbein. Gewöhnlich aber lassen die Walfischfänger das abgespeckte Skelett des Wales am Ufer liegen. Wird irgendwo ein toter Walfisch an die Küste gespült, so wird von den Vögeln das Skelett ebenfalls vollständig abgenagt und bleicht allmählich in Sonne und Luft auf dem Sande. Mit den Rippen des Walfisches weiß man technisch nichts anzufangen. Die Knochen lassen sich nicht verarbeiten, zumal diese Rippen stets braun bleiben und mit zunehmenden Alter ganz schwarz werden.

Walfischrippen

Aber dort, wo man viel Walfischrippen findet, ist man auch daran gegangen, sie zu verwenden, und in Norwegen macht man aus ihnen Zäune, Umhegungen und Umfriedigungen von Gehöften; ja man verwendet sie als Gurtbogen für Wölbungen, um kuppelförmige Häuser zu erbauen.

Diese Verwendungsart hat man auch in Südwestafrika nachgeahmt. Bekanntlich liegt in der Nähe unserer Besitzungen die Walfischbai, die leider nicht uns, sondern den Engländern gehört. Sie führt ihren Namen daher, weil dort viele Walfische hinkommen und auch am Strande Walfischskelette zu finden sind. Wie unser Bild zeigt, hat man in Swakopmund, die norwegische Bauart mit Walfischrippen nachgeahmt und kuppelförmige Bauten, sowie Bogengänge hergestellt, welche sich neben den Wellblechhäusern höchst originell ausnehmen. Im Sommer aber muß es in diesen Häusern von Walfischrippen recht übel duften, den der Trangeruch ist aus den Walfischknochen selbst nach Jahrzehnten nicht herauszubringen.

Quelle: Das große Weltpanorama, Verlag W.Spemann, von rado jadu 2001

Namibia: 12. Jhd. Strandloiper bauen aus Walfischrippen die ersten Hütten.

Breckerfeld: Ebenfalls eine Rarität in der Kirche ist die Walfischrippe an der Wand gegenüber dem Altar.

Osterode: eine "Walfischrippe", die vor Hochwasser und anderer Unbill schützen soll.
Walfische auf der Insel Sainte-Marie in Madagaskar

Forscherteam erkundet den Südatlantik

Friedrich Gerstäcker: Der Walfischfänger



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