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Die Herrnhuter

Graf Zinzendorf, der Begründer der Brüdergemeine und der Brüdergemeinemission tritt uns hier im Bilde entgegen. Am 26 Mai 1900 wurden es 200 Jahre, daß er das Licht der Welt erblickte. Schon frühe neigte sich sein Herz dem Herrn Jesu zu, und frühe schon wurde er ein Segen für andere. Mit 14 Jahren wurden zum ersten Male der Missionsgedanke bei ihm lebending, und zwar durch Miss. Ziegenbalg
(von der dänisch-hallischenmission), der mit einigen getauften Malabaren (Inder) in Halle war und in den Franckenschen Anstalten über seine Arbeit berichtete. Zur vollen Ausgestaltung kamen seine Gedanken aber erst 18 Jahre später, als von der im Jahre 1722 durch Zinzendorf gegründeten Niederlassung mährischer Emigranten Herrnhut, aus, die sich lieblich entwickelt hatte, die ersten Heidenboten nach St.Thomas (Westindien) hinauszogen. Ein wie reges Missionsleben durch Zinzendorfs Einfluß sich in der Gemeinde entfaltete, sieht man klar, wenn man überschaut, wie in den folgenden Jahren immer neue Gebiete in Angriff genommen wurden.

Graf Zinzendorf

So begann man ein halbes Jahr später eine Mission in Grönland, 1734 in Lappland in Norden Schwedens. Dann machte man Missionsversuche an verschiedenen Punkten. !737 zog Georg Schmidt zu den Hottentotten Südafrikas. Im gleichen Jahre gingen Missionare zu den Indianern nach Nordamerika; es wurde in Suriname und Guayana (Südamerika) eingesetzt, und 1759 wurde eine Mission in Trankebar und den Nikobaren (Ostindien) begonnen. —

Wie brachte Zinzendorf und die Gemeinde in Herrnhut es fertig, all diese Missionare zu unterhalten? Darüber sagt Zinzendorf selbst: "Die Gemeinde hat unsere Brüder bis an die Häfen befördert, aus denen sie auslaufen mußten. In denselben Gegenden hat Gott dann Leute erweckt, welche ihnen bis an den Ort ihrer Botschaft fortgeholfen haben. Wenn sie daselbst angekommen sind, haben sie sich allenthalben, wo es nur tunlich war, ihrer Hände bedient und haben nicht nur zu ihrer Erhaltung, sondern oft auch zur Wiederbezahlung des Transports Mittel gefunden." —

Aber nicht nur hat Zinzendorf eine große Schar Missionare in verschiedene Länder hinausgesandt, er ist auch selber zu verschiedenen Malen hinausgereist, um nach ihnen zu sehen und ihnen mit Rat und Tat zur Seite zu stehen. So fuhr er 1738 nach St. Thomas, einige Jahre später zu den Indianern Nordamerikas, wo er gefahrvolle Reisen durch die Urwälder unternahm. Von der Reise nach St.Thomas kehrte er mit siechem Körper, mit Wunden und Schwären bedeckt, zurück. Warum unterzog er sich solchen Beschwerden? Die Antwort wurde sofort klar, wenn man ihn mit einem Feuer, das alle Schwäche des Körpers überwand, reden hörte von dem Werke des Herrn draußen. Die Mission war sein Leben.

Als Zinzendorf am 9. Mai 1760 Heimging, war das Werk schon zu stattlicher Größe gewachsen, und des Herrn Lob erscholl aus dem Munde großer Scharen Heidenchristen, die durch den Dienst seiner Boten das Evangelium vernommen. Auch wir preisen den Herrn, daß er seiner Gemeinde einen solchen Mann gegeben und durch sein Beispiel das Missionsinteresse unter der evangelischen Christenheit in unserm Vaterlande so geweckt hat! Möge Zinzendorfs Geist und Sinn in der von ihm begründeten Gemeinde immerdar fortleben, auch der Missionssinn aus dem Drang der Liebe Christi heraus!

Quelle: Der Missions- und Heidenbote, Juni 1900, von rado jadu 2000

 

Die Geschichte der BrüderUnität beginnt mit der Reformation des Jan Hus, die 1457 zur ersten evangelischen Kirchengründung in Böhmen führte. Ihr bedeutendster Bischof war der Theologe, Pädagoge und Philosoph Johann Amos Comenius.

Die Brüder-Unität hat verschiedene Namen: Hermhuter Brüdergemeine ­ weist auf den Ursprungsort Herrnhut in Sachsen hin. Brüder-Unität ­ leitet sich vom lateinischen "Unitas Fratrum" ab, dem Namen der Böhmischen Brüder, von denen die Herrnhuter Brüdergemeine abstammt. Moravian Church ­ ist der englische Name, der ebenfalls auf den Ursprung in Böhmen und Mähren hinweist (spanisch: lglesia Morava, französisch: Eglise morave).

 

Die Brüder-Unität gliedert sich heute in 19 Provinzen, wie die selbständigen Kirchen der Brüdergemeine genannt werden. Als Folge der ausgedehnten Missionstätigkeit befinden sie sich in der Karibik (Westindische Inseln, Jamaika, Surinam und Guyana), in Mittelamerika (Nicaragua, Honduras und Costa Rica), in Nordamerika (zwei Provinzen in den Vereinigten Staaten und Kanada, eine in Labrador an der Nordostküste Kanadas und eine in Alaska), in Südafrika und Tanzania (vier Provinzen). In Europa gibt es drei Provinzen: die Tschechische, die Britische und die Europäisch-Festländische. Letztere verdankt ihren Namen der Tatsache, daß ihr Gemeinden und Arbeitszweige in sechs verschiedenen europäischen Ländern angehören ( Niederlande, Deutschland, Dänemark, Schweden, Schweiz und Estland); in den einzelnen Ländern sind die Gemeinden und Arbeitszweige regional zusammengeschlossen. Die Gesamtmitgliederzahl der weltweiten Brüder-Unität beläuft sich auf etwa 762.000, 480.000 davon in Afrika.

Station Rungue

Station Rungue in Deutsch-Ostafrika

Die mährische Kirche im südlichen Afrika

Im Jahre 1722 vereinten sich sie Waldenser und Herrnhuter (Moravians) zu den Unitas Fratum (Brüder-Unität).
In 1722 a group of Waldensians and Moravians banded together to form the Unitas Fratrum (United Brethren).

Afrika 1855
Karte Ostafrika
Missionen

 

 

Zinzendorf ging es nicht um Bekehrung ganzer Völker (schon gar nicht um Kolonialmission), sondern zunächst um das Gewinnen von einzelnen, von "Erstlingen" aus den "Nationen".

Menschen können nach Zinzendorf nicht andere Menschen bekehren. Das muss Gott durch seinen Geist selbst tun.

 


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