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Das deutsche Ostafrika, die bedeutendste unserer Kolonien, liegt südlich vom Äquator vom 1. bis zum 12. Grad südlicher Breite bei einer Längenausdehnung vom 30. bis zum 40. Grad öst. L. von Greenwich. Im Norden durchquert die Grenze gegen das britische Ostafrika den Viktoria-Njansa in der Richtung von Westen nach Osten und zieht sich dann in südöstlicher Richtung zur Küste des Imdischen Oceans herab, wobei sie zwischen de, Kilimandscharo, der noch zu unserer Kolonie gehört, und dem Kenia ( Vom Kenia südostwärts erstreckt sich gegen die Meeresküste hin das Wituland, von welchem die Engländer Besitz ergriffen und Deutschland dafür Helgoland überlassen haben), der bereits auf dem Gebiete des britischen Ostafrika liegt, hindurchgeht. Westlich vom Viktoria-Njansa läuft siein westlicher Richtung bis an die Grenze des Kongostaates hin und wendet sich dann südlich bis zur Nordspitze des Tanganikasees. Dieser schmale, aber langgestreckte, durch fast fünf Breitengrade reichend See, der sich von Norden nach Süden zieht, bildet dann in seiner ganzer Länge bis zum Südende die Westgrenze der Kolonie gegen den Kongostaat. Hier mündet der Kilambo in der See. Von da an läuft die die deutsche Grenze südöstlich den Congofluß anwärts bis zu dessen Mündung in den Njassasee. Der Congo bildet hier die Grenze gegen das britische Centralafrika. Der Njassa ist wie der Tanganika ebenfalls ein weit nach Süden hin sich dehnender See, dessen Nordhälfte noch unserer Kolonie zugehört, während der südliche Teil desselben Britisch Centralafrika und Portugiesischostafrika scheidet. An letzteres lehnt sich Deutschostafrika mit seiner Südgrenze an. Der Küste von Deutschostafrika vorgelagert sind noch drei kleine Inseln, von denen die beiden nördlichen, Pemba und Sansibar, das Sultanat Sansibar bilden, aber unter britischem Protektorat stehen, während die südliche, mit Kokospalmen bedeckte Koralleninsel Mafia deutsch ist.

Seiner Flächengestaltung nach ist Deutschostafrika ein deutlich ausgeprägtes Terrassenland, dessen Unterstufe, Useguha und Ukami, an der Küste liegt, während die Oberstufe, Ugogo und Usagara, sich in das Innere erstreckt, dessen Breite etwa 1000 Kilometer beträgt. Um Tabora, die bedeutendste Karawanenstation im Innern des Landes, liegt eine beträchtliche Senkung, welche das Land in eine breitere nördliche und eine schmalere südliche Hälfte teilt, die in der Landschaft Uhehe bis zu 500 m abfällt. Gebilder wird das Terrassenland durch einen breiten Hochrücken von 1 200 - 2000 m Höhe, aus welchem noch Berggruppen und Gebirgszüge doppelt so hoch emporsteigen. Den Ostrand dieses zentralen Hochrückens umzieht eine ungeheure Bruchspalte, der sog. "große Graben", der sich von Süden nach norden erstreckt. Er beginnt mit dem 2000 m hohen isolierten Kieyo, einem vulkanischen Flachkegel, im Süden in der Nähe des Njassasees, durchstreicht die Landschaft Uhehe, legt sich um das Kilimandscharogebirge herum und verläuft dann weiter nördlich nach dem Roten meere zu. Ob es aber südlich noch über den Njassasee hinausreicht, ob ferner der "Wemberegraben" mit dem Südende des "Viktorianjansa" in der Gegend des Smithsund zusammenhängt zusammenhängt, wie Peters annimmt, bedarf noch der Bestätigung durch weitere Forschung. Dem Kilimandscharo ist die Terassenlandschaft Dschagga südlich vorgelagert, aus welcher sich das gewaltige Doppelhaupt des höchsten Gebirges von Deutschostafrika mächtig emporhebt.

"Kilimandscharo" heißt eigentlich "Berg des bösen Geistes". Er ist vulkanisch, was ihm vielleicht diese Bezeichnung verschafft hat, und teilt sich in zwei Spitzen. Die ältere östliche Spitze ist ein erloschener und verwitterter, in sich zusammengestürzter Krater, Kimawensi genannt; die jüngere westliche dagegen, Kibo mit Namen, ist noch höher und trägt ewigen Schnee auf ihrem Scheitel. Ihre höchste Klippe von 6 000 m Höhe hat man Kaiser-Wilhelm Spitze genannt. Nach Südosten ist hier das Gebirgsland Usambara mit der fruchtbaren Landschaft Handei vorgelagert. An dem Südrande dieses Gebietes strömt der Pangani zur Tangaküste hinab und ergießt sich der Insel Pemba gegenüber ins Meer, nordöstlich legt sich die Njikasteppe davor, durch welche sich der nördliche Grenzfluß Umba zur Küste hinwindet. Mehr in der Mitte des Terrassenlandes fließt der wami. Er entspringt als Gombe in dem Rubehogebirge in Usagara, durchbricht als Mukondokua in einem malerischen Felsentale die oberste Terrasse und mündet dann der Insel Sansibar gegenüber unter dem Namen Wami ins Meer. Er hat wohl eine beträchtliche Breite, aber nur eine geringe Tiefe. Aus Ukami ferner kommt der Kingani oder Rufu zur Küste. Der bedeutendste Fluß der ganzen Kolonie ist indessen der Rufidji. Er entspringt als Ruaha in Uhehe und ergießt sich in einem breiten Delta der Insel Mafia gegenüber in den Indischen Ozean. Als südlichsten Küstenfluß endlich haben wir den Rovuma zu nennen, der die Grenze gegen Portugiesischostafrika bildet. Er entspringt aus einem Sumpfe an dem Nordostende des Njassasees und mündet am Kap Delgado.

Was nun die westliche Seite des großen Terrassenlandes betrifft, so dacht sich dasselbe mehr und mehr zum Tanganikasee hin ab. Diese sanfte Abdachung, ein welliges Tafelland, von Hügeln und einzelnen Felsen unterbrochen, ist das Land der Unyamwesi. Ob hier aber auch die "Mondberge" des Ptolemäus zu suchen sind, ist bis jetzt noch eine Streitfrage der Gelehrten. Der Ugallafluß, welcher hier eine Seekette bildet, bezeichnet die Richtung der Abdachung; er vereinigt sich mit dem von Norden kommenden Malagarasi und fließt mit diesem zum Tanganika hinab. Nördlich am Njassa liegt auf deutschem Boden die niedrige Landschaft Unyakjusa, deren guter Anbau gerühmt wird. Hier wohnen gastfreie Negerbauern, die auf einer verhältnismäßig hohen Kulturstufe stehen, in ihren schmucken Dörfern und weiden ihre zahlreiche Rinderherden. Im Nordwesten des deutschen Gebietes dehnt sich der breite, meerartige Viktorianjansa auf der gewaltigen Hochebene aus, welche sich vom Kenia- und Kilimandscharogebirge westwärts erstreckt. An seinem Nordende verläßt der Quellfluß des Nil, der Bar el Dschebel oder Weiße Nil, den See. In der zu Deutschostafrika gehörenden südlichen Hälfte desselben liegt die Insel Ukerewe, von welcher aus sich das weite Wasserbecken besser beherrschen läßt und nach der übrigens der see auch Ukerewesee genannt wird. Am westlichen Ufer des Sees streckt sich das Bergland Karagwe mit zahlreichen klienen seen hin, aus welchen der Viktorianjansa zwei nicht ganz unbedeutende Zuflüsse, nämlich der größeren Kagera nördlich und den kleineren Simiu südlich empfängt. Dieses dem Deutschen Reich gehörige Gebiet ist also das eigentliche Quelland des Nils.

Die Bevölkerung des Landes gehört fast ganz der Bantunegerrasse an. Man schätzt sie auf etwa drei Millionen. Seit der Zeit der Entdeckungen waren hier die Portugiesen die Herren der Küste, allein sie haben diese ihre Herrschaft kaum ausgeübt, geschweige denn ausgenutzt. Als im Jahre 1698 die Araber Mombas eroberten und die Portugiesen vertrieben, begannen in dem Gebiet die Sklavenjagden und in Verbindung damit die Jagd auf Elfenbein. Dadurch haben die armen Negervölker unsäglich gelitten und sich immer tiefer in das Innere des Landes zurückgezogen, wo sie wiederum von anderen feindlichen und kriegerischen Stämmen, wie den Zulus im Süden und den wilden, hamitischen Massai im Norden auf das heftigste verfolgt wurden. Erst dadurch, daß unter deutscher Verwaltung die verderbliche Macht der Araber durch den major Wißmann gebrochen und feindselige Stämme, wie die Mafiti und Massai, gezüchtigt wurden, sind allmällig bessere Zustände eingetreten. Im Binnenlande findet man übrigens kräftigere und höher kultivierte Stämme als an der Küste, wie z. B. die stämmigen Wagogo in Ugogo und die schlauen Wanjamwesi im Mondlande. An der Küste nennen sich alle von Sansibar stammenden Afrikaner Wasuaheli, die das Suaheli sprechen.

Die Verwaltung ist in 6 Bezirksämter und 10 Stationsbezirke eingeteilt, von welchen wir die wichtigsten anführen.
Die Landeshauptstadt, d.h. der Sitz des Reichskommissars, ist Dar-es-Salam, auf deutsch Friedensort, mit 10 000 Einwohnern, an der Nordseite einer tief in das Land einschneidenden Meeresbucht, die selbst bei Ebbe auch großen Schiffen freien Zugang gewährt. Die Strandstraße ist daher die belebteste und vornehmste, größtenteils mit öffentlichen Gebäuden besetzte Straße geworden. Das Bild zeigt das Zollgebäude mit einem kleinen Turm und im Hintergrund das Fort oder die "Boma" mit der darüber wehenden Reichsflagge. Auch der Reichskommissar hat an dieser Straße sein Amtsgebäude, welches aber sehr einfach gehalten und im oberen Stock von einer luftigen Galerie umgeben ist. Auch das Bezirksgericht und ein Hotel befinden sich hier. -- Die größte Stadt des Kolonialgebietes ist Bagamoyo mit 13 000 Einwohnern. Sie liegt 8 km südlich von der Kinganimündung in einem schattigen Hain von Palmen und Mangobäumen. In unmittelbarer Nähe liegt die große französische Missionsstation der väter vom hl. Geiste. Einen Hafen hat die Stadt nicht; die Schiffe müssen 3 km vom Strande auf offener Reede ankern. Aber sie ist der Anfangspunkt der großen Karawanenstraße, welche westwärts nach Tabora und dem Tanganika zieht. Nördlich von Bagamoyo liegen die Hafenstädte Saadani, unweit der Mündung des Wami, und das lebhafte Pangani an dem gleichnamigen Flusse, noch nördlicher an einer Waldbucht Tanga, wo Araber, Inder und Afrikaner in streng getrennten Vierteln wohnen. Von Tanga bis Pongwe führt eine Eisenbahn in das Innere, die 45 km lange Usambarabahn, die natürlich weiter fortgeführt werden soll.

Dar
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Südlich von Dar-es-Salam, zwischen den Mündungen des Rufidschi und Rovuma, ist Kilwa mit über 10 000 Einwohnern zu erwähnen, dann folgt Mikindani, aus fünf Dörfern bestehend. Die Stadt Lindi, von Palmen beschattet, an der Nordseite einer sehr günstigen Hafenbucht, deren Fort oder Boma das Bild zeigt. In die Bucht ergießt sich der schöne und breite Lindifluß. Hart an der portugiesischen Grenze endlich liegt das kleine Fort Tunghi.

"Boma" in Lindi

Im Binnenlande erwähnen wir als die wichtigsten Militärstationen Langenburg am Nordende des Njassasees und mehr im Innern Mpwapwa, im westlicjhen Usagara. Mpwapwa dient als Deckung für die Karawanenstraße nach Tabora. Tabora, der Hauptsitz der Araber im Mondlande, besteht aus zahlreichen Gruppen von Tembes, viereckigen, einen Hof in der Mitte umschließenden flachen Häusern, die sich regellos über die Ebene zerstreuen. Von Tabora zieht die Straße nach Udschidschi am Tanganika. Dieser Ort besteht eigentlich aus zwei Städten; in Ugoy wohnen die Araber in ihren graubraunen Tembes, in Kawele die Afrikaner in ihren runden Hütten. Am Südufer des Viktoria- oder Ukerewesees finden wir die Station Muansa (Mwanza), den am weitesten nach Westen vorgeschobenen Militärposten. Auch am Kilimandscharo ist eine Militärstation errichtet worden, nämlich Moschi, und nicht weit oberhalb derselben die wissenschaftliche Station Marangu. Hier an der Südseite des Gebirges sind auch die Ansiedlungen der Wadschagga zu nennen, welche sich bis zu einer Höhe von 1 500 m bergan ziehen. An dem Südfuße liegt die Ebene von Kleinaruscha, wo die Karawanen der zweiten, nördlichen Karawanenstraße sich sammeln, um nach Pangani hinabzuziehen. Haupthandelsartikel der Karawanenzüge ist das Elfenbein, dessen Ertrag jedoch infolge der übermäßig starken Verminderung der Elefanten beträchtlich abgenommen hat.

Um die Erforschung des von uns geschilderten, vor 30 Jahren noch fast unbekannten Gebietes von Ostafrika haben sich zahlreiche Afrikareisende hochverdient gemacht, in neuerster Zeit namentlich Karl Peters, v. Stulmann und Baumann. Ersterem verdanken wir besonders den ersten Abschluß von Verträgen für das Deutsche Reich. Stuhlmann reiste zuletzt mit Emin Pascha, und Oskar Baumann hat das Land auf drei Querzügen hinsichtlich seiner Anbaufähigkeit eingehend geprüft.

Den Charakter der Manyamwesi hat Paul Reichard mit großem Geschick beschrieben. Bei allen ihren Fehlern ist ihnen doch ein außerordentlicher Unternehmungsgeist und eine für Afrikaner seltene Arbeitskraft eigen, welche sie zu einem wichtigen Kulturelement macht. Die Wohnung sämtlicher Wanyamwesi ist die Rundhütte mit dem Kegeldach und zylindrischem, lemrerputztem Unterbau. In Usukama und in den westlichen Distrikten hat sich diese Form noch rein erhalten, in der weiteren Umgebung Taboras wird die Hütte jedoch allmälig durch die Tembes der Araber ersetzt. Die größren und schönsten Rundhütten in Unjamwesi, überhaupt im Innern Afrikas, finden sich in Urambo. Sie sind sehr sorgfälltig und fest erbaut und haben etwa 10-15 m Durchmesser und 12-30 m Höhe. Rings um den eigentlichen Bau läuft eine Veranda. In dem inneren ungeteilten, sehr hohen Raum steht der aus drei festgebrannten Lehmkegeln zusammengesetzten Feuerherd.

Das Dach ohne Mittelpfeiler ist stark geneigt und mit ziegelförmig übergreifenden Grasschichten belegt. Von den kleineren Hüttchen auf unserm Bilde ist das hintere rechts der Vorratsraum, die drei kleineren im Vordergrunde sollen den --Geistern als Wohnung dienen. Das tischartige Gestell ist ein Taubenschlag.

Im Gegensatz zu vielen ihrer Nachbarn, welche, wie die Warundi, in Weilern hausen, sind die Wanyamwesi echte Dorfbewohner und vereinigen sich stets zu oftsehr ansehnluichen Niederlassungen. Vielleicht hat dieser, durch die kriegerischen Verhältnisse begünstigte Geselligkeitstrieb viel zu der Entwicklung dieses Volkes beigetragen.

Urambo hat die größten Dörfer und alle Bewohner konzentrieren sich hier in ausgedehnten Ortschaften; deshalb findet man hier auch die höchste Kultur.

Die Wanyamwesi sind sehr tüchtige Ackerbauer, ihre Felder sind recht gut gehalten und werden mit großer Sorgfalt gepflegt. Die Hauptnahrungspflanze ist Sorghum (Hirse). Neben dieser wird auch vielfach Mais und Mawele (Pencillaria), in Usman, Urambo und Unyanyembe auch Reis gebaut, der durch die Araber eingeführt wurde. Außerdem gibt es fast überall Hülsenfrüchte, Mais, Bataten, Kürbisse, Gurken, Erdnüsse, seltener Bananen, Tomaten und Maniok. Baumwolle wird in Usukama, Tabak und Hanf überall angebaut. Wo die Manyamwesi mit Arabern und Küstenleuten in nähere Berührung kamen, merkt man deren Einfluß in der Anlage der Felder und in dem Vorhandensein fremder Kulturpflanzen, an welche sie sich rasche gewöhnen. Außer dem Reis haben sie in vielen Gegenden auch Obstbäume, Citronen, Mangos, Guajaven und Papayas übernommen. Den Sorghum pflegt man nach der Ernte auf flachen Steinplatten mit langen Stangen zu brechen, sodann wird er in Holzmörsern weiter enthülst und in den Vorratsbehältern aufbewahrt. Auf flachen Steinplatten wird er mit einem Reibstein zu mehl gemahlen. Nach der Arbeit wird der Mahlstein mit einem eigenen Besen reingekehrt. Die Viehzucht hat in Unyamwesi durch die Rinderseuche stark gelitten; doch gibt es überall und besonders in Usukama viele Ziegen und Schafe, letztere mit sehr schwachen Fettschwanz, sowie Hühner, deren Eier nicht gegessen werden. Tauben findet man besonders in Urambo, wo sie in netten Taubenschlägen gehalten werden. Die Manyamwesi essen Fische in vielen Gegenden gar nichtnund schätzen dieselben überhaupt nicht sehr, während sie (hauptsächlich die Wakonongo) gedörrte Maden mit vorliebe genießen. Tabakrauchen ist bei Männern und Weibern sehr beliebt, auch der Hanf, der aus Kürbiswasserpfeifen reaucht wird, ist weit verbreitet.

Die Wanyamwesi sind ein kriegerischer und mutiger Stamm, besonders wenn es sich um die Verteidigung von Haus und Feld gegen einen wirklichen oder eingebildeten Feind handelt. Sie sind dann weit ernstere Gegner als etwa die Massai und wissen ihre zahlreichen Gewehre und ihre festen Dörfer tüchtig auszunutzen. Europäern sind sie im Allgemeinen geneigt, und wenn es trotzdem in Unyamwesi zu Kämpfen kam, so ging die Veranlassung dazu von Leuten aus, welche Feinde jeder geordneten Regierung sind. Der durchaus praktische Sinn der Wanyamwesi erkennt weit leichter als andere Eingeborene den ungeheuren vorteil, den der direkte Verkehr mit Europäern für sie haben kann. Die ihnen eigentümliche leichte Aneignung neuer Bedürfnisse, verbunden mit großem Unternehmungsgeist und bedeutender Arbeitskraft, lasssen die Wamyamwesi als ein für kolniale Zwecke hoch geeignetes Menschenmaterial erscheinen. Deutchland kann sich beglückwünschen, ein solches Volk in seinen Schutzgebieten zu besitzen, und die Engländer würden wohl gern ihre vielgepriesenen, intelligenten, aber faulen und fanatischen Waganda hergeben, wenn sie dafür so ruhige, unermüdliche Arbeiter eintauschen könnten, wie die Wanyamwesi.

Wanyamwesi

Quelle: M. Reymond, Illustrierte Länder und Völkerkunde, Deutsche Volkbibliothek, von rado jadu 2000

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