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Der grösste Elfenbeinzahn aus Deutschostafrika

Wenn der Reichtum am jagdbaren Tieren, wie Löwen, Leoparden, Nashörnern, Krokodilen, Flußpferden, Büffeln, Giraffen, Zebras und Antilopen, in Deutschostafrika, unserer größten Kolonie, auch noch immer ganz bedeutend ist, so beginnt die Wirkung der europäischen Jagdflinten sich doch allmählich bemerkbar zu machen und das Wild von den Küstenstrichen in die Urwälder und Dickichte des Innern zu verscheuchen.

In geradezu schonungsloser Weise ist besonders gegen den Elefanten, den Riesen der afrikanischen Tierwelt, verfahren, förmliche Raubzüge wurden von den Elfenbeinhändlern organisiert, und die eingeborenen Jäger schossen ohne Erbarmen alles nieder. Die Folgen traten aber sehr bald zu Tage. Die Elefantenherden zogen sich immer mehr aus den Küstenstrichen nach dem Westen, nach dem Tanganjika und dem Eduard Albertsee zurück. So hat sich denn die Regierung schon genötigt gesehn, einzuschreiten, und die Lösung von Jagdscheinen zur Pflicht gemacht.

In dem Major von Wissmann ist nun dem intelligenten Dickhäuter ein energischer Freund und Beschützer erstanden, und die von ihm unlängst auf der internationalen Konferenz in London vorgeschlagenen Schutzmaßregeln dürften ihren Zweck nicht verfehlen. Schon vom handelspolitischen Standpunkt sind diese Maßregeln mit Freuden zu begrüßen, denn trotz der wilden Jagden der Elfenbeinhändler und eingeborenen Jäger bildet neben Kautschuk, Sesam, Kopal, Kokosnüssen und andern Erzeugnissen das teure Elfenbein noch immer einen Hauptausfuhrartikel.

Unsere Abbildung veranschaulicht den Stoßzahn eines Elefanten, der kürzlich im Innern Deutschostafrikas von einem eingeborenen Jäger erlegt wurde. Der zweite Zahn desselben Tieres war nur wenig kleiner.

Beide Zähne wurden über Bagamoyo nach Zanzibar ausgeführt und von einem Amerikaner für einen Liebhaberpreis erworben.

Der wirkliche Wert des großen Zahns beläuft sich ungefähr auf 4 200 Mark, sein Gewicht beträgt 241 Pfund. Nach diesem Gewicht kann man sich ungefähr ein Bild von dem riesigen Tier machen, das fast 5 Zentner an Stoßzähnen mit sich herumtrug. Der Zahn gehört wohl zu den größten, die je aus Deutschostafrika ausgeführt sind.

Quelle: Die Woche 1900, von rado jadu 2001


Raubwild und Dickhäuter in Deutsch-Ostafrika Serie

Durch ein Dickhäuter-Eldorado

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