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Simba ja Mrima - der Löwe der Wüste von Rittmeister a.D. Kronberger |
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Die Geschichte des Freiherrn von Gravenreuth Zu den Männern, welchen es beschieden war, auf
afrikanischem Boden unverwelkliche lorbeeren zu erringen, zählt
Karl v. Gravenreuth. Seit 1879 Offizier in der bayerischen Armee,
nahm er 1885 seinen Abschied und verließ frohen Mutes und voll
tatendrang die Heimat. Es war sein heißes und ernstes Bemühen,
sich bei kolonialer Betätigung als pflichttreuer und tapferer
Pionier zu bewähren. Seine Streitmächte zählte 28 Europäer und 300 eingeborene Soldaten. In zwei getrennt marschierenden Abteilungen zog er gegen die Mafitimassen. Die Eilmärsche in der Höllenglut der afrikanischen Sonne erschöpften die Körperkräfte der Leute. Aber die Kampflust spornte die ermüdeten Schritte an. Am 19. Oktober riefen bei Jombo die Kriegshörner tzr Schlacht. Ohne sich einen Augenblick zu besinnen, warf sich Gravenreuth
mit seiner Kompanie, etwa 80 Gewehre stark, auf den hundertfach überlegenen
Feind. Alle Versuche der Wilden, die deutsche Front zu durchstoßen,
scheiterten an dem wohlgezielten Feuer der Hinterlader. Unsägliche Schwierigkeiten waren zu überwinden gewesen, die sowohl die Natur als die verschlagene Wildheit der Eingeborenen dem kühnen Unternehmen entgegensetzten. Es kling fast unglaublich, daß Gravenreuth mit seinen wenigen Getreuen die ungeheure feindliche Übermacht in schwerer Feldschlacht vernichtend geschlagen hat. Mit diesem meisterlichen Feldzug begann sein kriegerischer Ruhm. Die rasche Unterwerfung machte in ganz Afrika einen tiefen Eindruck und trug ihm den Namen "Simba ja Mrima" ein, das heißt "Kowe der Wüste". Gravenreuths entschlossenem Zugreifen war es zu danken, daß das Küstengebiet aufs neue gesichert war und Wißmann in Mpapua ungefährdet blieb. Anderenfalls wäre das Ansehen der Deutschen bei den Eingeborenen tief erschüttert worden, aber auch das Vertrauen in der Heimat völlig verlorengegangen. Nach Buschiris Hinrichtung trieb der neue Anführer der Eingeborenen, Banaheri, im Landesinnern sein Unwesen. Während Wissmann einen Vorstoß unternahm, der Mlembule zum Ziel hatte, durchstreifte Gravenreuth das Land zur Züchtigung von Unbotmäßigkeit und Verletzung deutscher Interessen, welche sich immer wieder einstellten. Am 8.März 1890 stieß die wieder vereinigte Schutztruppe bei Palamakaa auf die feindliche Hauptmacht. Gravenreuth erhielt den auftrag, mit 200 Mann die Pfahlschanzen wegzunehmen. Er hielt sich nicht lange mit Vorbereitungen auf. Nachdem einige Granaten in das Dorf geworfen, brauste der Ansturm los. In wildem Lauf stürzten Offiziere, Unteroffiziere und Sudanesen vorwärts. Die Anführer machten schleunigst kehrt und verschwanden im umliegenden Busch. Bald loderte das Raubnest in Flammen auf. Die völlige Unterwerfung der besiegten Stämme erreichte Gravenreuth auf diplomatischem Weg. Nunmehr traten in Ostafrika ruhige Verhältnisse ein. Es zog eine Zeit herauf, in der unsere Kolonialpioniere darangehen konnten, der deutschen Kultur in dem dunklen Erdteil zu siegreicher Entfaltung zu verhelfen. Zur Wiederherstellung seiner Gesundheit kehrte Gravenreuth im April 1890 nach Europa zurück. In der Heimat wurde der verdienstvolle Mann mit Jubel empfangen. In zahlreichen Versammlungen suchte er das deutsche Volk wachzurütteln und aufzuklären über Wert und Wesen der Kolonien und das Heldentum deutscher Pioniere. Im Juni 1891 ging Hauptmann von Gravenreuth im Auftrag
der deutschen Regierung nach Kamerun. Es galt, das westafrikanische
Hinterland zu erforschen, Stationen zu gründen, den Wegebau zu
fördern Kaum hatte er seine Tätigkeit aufgenommen, als ein
kriegerisches Einschreiten gegen die unbotmäßigen Bakwiris
nötig wurde. Die zahlreichen Räubereien und frechen übergriffe
dieser Stämme beunruhigten das ganze Schutzgebiet. Gravenreuths
Truppe bestand aus Dahomey und Togoleuten, im ganzen 160 Mann. Auch
ein Geschütz wurde mitgeführt. Während eine Abteilung durch das Rohrdickicht zum Seitenangriff abrückte, entwickelte Gravenreuth die Hauptkolonne an scharfbeschossenem Weg. Als der Umgehungstrupp durch Salven sein Eingreifen kundgab, befahl er den Sturm und sprang mit gezogenem Degen vor. Alles erhob sich zum Sturm, dem ein Hagel von Geschossen entgegenprasselte. Da sank Gravenreuth, in die Brust getroffen, sterbend zu Boden. In dieser ernsten Lage versagte auch noch das Geschütz; es war durch mehrere Schüsse unbrauchbar geworden. Trotz alledem überkletterten die Soldaten den Wall und drangen mit höchster Erbitterung in die Niederlassung ein. Im Hauptgemenge wurde der Widerstand gebrochen, der Feind zu hastiger Umkehr gebracht. Es war nicht möglich, die in den Urwald Flüchtenden aufzufinden. Sie entwickelten eine wunderbare Geschicklichkeit, sich den Augen ihrer Verfolger zu entziehen. Aber weithin sichtbar flatterte die schwarzweißrote Fahne über die Palisaden. Der Erfolg wurde freilich durch den Verlust des bewährten und beliebten Führers teuer erkauft. In Duala errichteten wir den Verstorbenen ein würdiges Denkmal. Auf einem Mamarblock hält ein bronzener Löwe, der nach dem bezwungenen Buea blickt, die neue Totenwache. Das erzgegossene Bildnis des Helden schmückt die Vorderseite des Sockels. Quelle:
Deutsches Land in fernen Zonen, Wigand'sche Buchdruckerei 1939, von
rado jadu 2000
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