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China - Boxeraufstand

China- Amoy

Bilder aus Amoy

Die chinesischen Machthaber treiben das alte Spiel der Hinterlist fort, was sie eigentlich beabsichtigen, kann mit Sicherheit noch nicht gesagt werden, denn wie zu Beginn der Wirren laufen wieder eine Menge Gerüchte um, von denen das eine immer dem andern widerspricht. Während der chinesische Kaiser Sühne und Bestrafung der Schuldigen verspricht, wird von einem Edikt berichtet, durch das die Enthauptung der Vizekönige dekretiert wird, die sich dem kaiserlichen Willen widersetzt, d.h. den Boxern nicht freie Hand gelassen haben. Während es natürlich gewesen wäre, wenn sich der Kaiser zum Friedensschluß in Peking eingefunden hätte, ist der Sitz des Hofes tatsächlich weit ins Innere nach Singanfu verlegt worden.

Die Wiederstandskraft und der Mut der Boxer sind übrigens noch keineswegs gebrochen; so haben sie unter anderm beim Dorfe Peijitschang, südlich von Peking, einen freilich vergeblichen Flankenangriff gegen eine Abteilung der Strafexpedition unter General Höpfner gewagt. Dabei entriß Leutnant Poland, ein geborenen Würzburger, der jetzt beim zweiten Seebataillon steht, eigenhänig einem feindlichen Fahnenträger eine Boxerfahne.

Neben der Verfolgung der Boxer beschäftigt jetzt die europäischen Truppen die Wiederherstellung der zerstörten Verkehrswege und Brücken und die europäischen Regierungen die Ergänzung oder Änderung des Gesandtschaftspersonals. So tauscht u. a. der englische Gesandte Sir Claude Macdonald seinen Posten mit Sir Ernst Satow, dem bisherigen Gesandten in Tokio. Als Gegenstück zu seinen Porträt bringen wir heute das des Oberbefehlshabers der amerikanischen Truppen Chaffee. Weiter finden unsere Leser Bilder aus Amoy und Bilder aus Schanghai und Hongkong.

 

Quelle: Die Woche 1900, von rado jadu 2002

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