zurück

 

China - Boxeraufstand

Börsenwoche

Die chinesischen Wirren fahren fort, die Verstimmung der Börse zu nähren. Über die Frage der Rettung der Gesandtschaft in Peking hinaus haftet der sorgende Blick unserer Geschäftswelt an den tiefgründigen internationalen Fragen, die die ostasiatische Verwicklung aufgerollt hat.

Es ist ja von keiner ernsten Beunruhigung der Gemüter wegen einer möglichen Störung der Harmonie zwischen den Großmächten zu sprechen. Aber die Besorgnis vor Überraschungen oder auch vor zeitweilig entstehenden Disharmonien und Schwierigkeiten ist nicht aus der Welt zu schaffen. Daneben macht sich die Mißstimmung der Börse wegen der entstehenden großen Ausgaben für diese Kriegsführung geltend, zu deren Deckung füglich ja doch doch Börse und Geldmarkt heranzuziehen sind.

In England spürt man diese Einwirkung bereits in starkem Maß, weil der Milliarden verschlingende Transvaalkrieg nebenherläuft. Die Versteifung der Londoner Zinssätze wirkt aber auf den hiesigen Wechselkurs zurück, und wenn auch vorerst am deutschen Markt Geld flüssig bleibt und relativ billig zu haben ist, so kann sich dies doch möglicherweise über Nacht ändern. Eine größere deutsche Goldausfuhr nach England dürfte indessen auch dann kaum zu befürchten sein.



© Copyright 2001 by JADU


Webmaster