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China - Boxeraufstand

Bombardement des Takuforts

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In China hat die Aktion der verbündeten Mächte leider nicht den erwünschten Fortgang genommen, die erhoffte moralische Nachwirkung des Sieges von Tientsin ist nicht ausgeblieben, sondern es ist den Chinesen sogar gelungen, einen Teil der Stadt wieder in ihre Gewalt zu bringen. So sehr wir daher die allgemeine Lage bedauern müssen, mit um so so freudigerer Genugtuung darf uns alles erfüllen, was über die Haltung unserer Landsleute gemeldet wird.

Daß das Kanonenboot "Iltis" bei der Eroberung der Takuforts eine ganz hervorragende, glänzende Rolle gespielt hat, ist längst bekannt, die Zahl der Toten und Verwundeten lieferten dafür einen ebenso deutlichen, wie beklagenswerten Beweis. Aber was man bisher nicht wußte, ist, daß nicht etwa der blinde Zufall der Unsern die Gelegenheit bot, sich auszuzeichnen, sondern daß der eigene Wille sie ins Vordertreffen geführt hat.

An der Hand der nebenstehenden Skizze, die übrigens auch eine allgemeine verbreitete irrige Anschauung über den ganzen Kampf berichtigt, ist dies leicht darzutun. Wir sehen hier, daß sich die Kriegsschiffe der verbündeten nicht, wie man bisher annahm, auf offenem Meer befanden und von hier aus die Beschießung unternahmen, sondern daß sie im Peihofluß lagen.

Und zwar war von Beginn der Kanonade die französische "Lion" am weitesten von dem Hauptkampfplatz entfernt, dann folgten die beiden russischen Schiffe "Korenty" und "Bob", auf diese der "Iltis" und dann die englische "Algerine". Als aber das Feuer begann, hielt es den "Iltis" nicht an seinem Platz, er dampfte an der "Algerine", von dessen Besatzung mit jubelndem "Hipp, Hipp, Hurra!" begrüßt, vorbei und nahm zuerst vor dem Nordfort Stellung, auf dem dann einige Stunden später die deutsche Flagge wehte.

Freiwillig, wie die Offiziere und Mannschaften des "Iltis" im ganzen die Gefahr aufsuchten, übernahm der Lotse Lindberg während des Bombardements die Navigierung des Schiffes, und ein weiteres leuchtendes Beispiel von Tapferkeit gab der Marineinfanterist Roßdorf, der sich mit einem österreichischem Kameraden durch die Reihen der "Boxer" durchschlug, um die Nachricht von der gefährdeten Lage der Europäer in Tientsin nach Taku zu bringen. Der "Iltis" selbst hat, auch schweren Schaden gelitten, aber er ist doch glücklich dem Schicksal entgangen, außer Gefecht gesetzt zu werden, was ein einziger guttreffender Schuß bei dem ungepanzerten Schiff leicht hätte bewirken können.

Quelle: Die Woche, 1900, von rado jadu 2001.

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