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China - Boxeraufstand

Bilder vom Tage

Heimkehr der ersten Verwundeten und Kranken aus China. Während ein Teil unserer Truppen noch unterwegs nach China ist, sind bereits die ersten Verwundeten mit einer größeren Anzahl Kranker von Schiffen, die an den blutigen Kämpfen nicht direkt teilgenommen haben, nach Europa heimgekehrt. Dampfer "Stuttgart" hat vier verwundete und 72 kranke Seesoldaten und Matrosen von den Schiffen "Iltis", "Hansa", "Hertha", "Jaguar", "Deutschland", "Kaiserin Augusta" und "Irene" dem Vaterland wieder zugeführt.

Die Iltis
Verwundeten


Die meisten von ihnen sehen schon wieder ganz frisch aus, aber manchen ist doch der Stempel der Leiden, die sie durchgemacht, noch recht merkbar aufgedrückt. - Vom "Iltis", der stets, wenn von den Kämpfen in China die Rede ist, zuerst genannt zu werden verdient, bringen wir nachstehend noch eine Abbildung, die erkennen läßt, wie sehr er dem feindlichem Feuer ausgesetzt war, und wie übel ihm die feindlichen Granaten und Kanonenkugeln mitgespielt haben. Denn nicht weniger als achtzehn Wunden zählen wir an dem Körper des berühmten Schiffes.

Oberkommando

Abschied des Oberkommandos von Genua. Der Oberbefehlshaber der verbündeten Truppen in Petschili. Feldmarschall Graf Waldersee, schwimmt nun auch an Bord der "Sachsen" de Feld seiner Tätigkeit entgegen. In Süddeutschland, in Österreich, in Italien, wo immer er Station machte, war er der Gegenstand schmeichelhaftester Auszeichnungen, die natürlich ebensowohl seinem hohen Amt, wie seiner Person galten. Er selbst verließ, da er noch in Rom den König Viktor Emanuel III. besuchte, den festen Boden Europas erst in Neapel, während das Oberkommando, das mit ihm nach China geht, bereits in Genua die "Sachsen" bestieg. Im Augenblick der Abreise brachte Generalmajor Freiherr v. Gayl, der höchste an Bord befindliche Offizier, ein begeisterten Wiederhall weckendes Hoch auf Italien aus. Diese Abschiedsszene stellt unsere Momentaufnahme dar.

 

Unsere Truppen unterwegs nach China. Frohen Muts sind die Kämpfer für Deutschlands Ehre in den Krieg hinausgegangen, ein Fest - und Feiertag war es für alle, als sie von der Heimat, als sie von ihrem Kaiser abschied nahmen. Aber wer da glauben wollte, daß die Reise bis zum Bestimmungsort, wo es gilt, den Feind niederzuringen, etwa einer Vergnügungsfahrt gleichen würde, wäre in einem schweren Irrtum befangen.

Was die ,militärischen Behörden daheim begonnen, mußte an Land fortgesetzt werden. War daheim dafür gesorgt worden, daß es den wackeren Kriegern an nichts fehle und daß sie nach Möglichkeit gegen die ihnen drohenden Gefahren geschützt seien, so galt es, auf dem Schiff die Vorbereitung für den Krieg fortzusetzen und zu vollenden.

So sehen wir an Bord der "Gera", von der uns teils unsere nach China entsandten Spezialphotographen, teils auch der Kapitän v. Borell liebenswürdigerweise Momentaufnahmen gesandt haben, die Besatzung sich unter Leitung des Leutnants v. Bartenstein im Gebrauch der neuen Gewehre, mit denen sie ausgestattet ist, üben. Aber nicht nur der Kampftüchtigkeit in der Schlacht wird gedacht, auch denen, die im Gefecht etwa kampfunfähig werden, wendet sich unausgesetzte Fürsorge zu.

Wie die Mannschaften ihre militärischen, so machen die freiwilligen Krankenpfleger vom Roten Kreuz, unter Leitung des Chefarztes Dr. Arendt, ihre sanitären Übungen. Dazwischen gibt es hin und wieder auch Abwechslung. Wird auf dem weiten Meer überhaupt jedes andere Schiff gern gesehen, so ganz besonders die des eigenen Volkes. Da ist es schon ein Ereignis, wenn, wie es das erste unserer Bilder zeigt, deutsche Torpedoboote herankommen, um Eis (zur Konservierung der Lebensmittel in den Tropen) oder Kohlen einzunehmen. Man begrüßt ja dann Brüder, die demselben gefahrvollen Ziel zustreben.

Kohlen
Übungen
Exerzitien

 

 

Bayern im chinesischen Expeditionskorps. Wie in der ersten Abteilung des Expeditionskorps für China, sind auch in den zweiten Bayern vertreten, nicht etwa einzelne, sondern ein ganzer Truppenkörper. Das ist ein bemerkenswertes Ereignis. Denn indem Bayern einen seiner Truppenkörper einreihte, gab es bis zu einem gewissen Grade ein Reservatrecht auf. Das bayerische Kontingent wird sonst gesondert von der deutschen Armee geführt, heut wird es ganz wie alle andern Truppen ein Teil des deutschen Expeditionskorps. Es zeigt sich darin, wie der nationale Gedanke auch jenseits der blauweißen Pfähle Wurzel geschlagen hat und in ernster Stunde zur Herrschaft kommt. Wie in Norddeutschland bekundet sich auch in Süddeutschland das lebhafteste Interesse für die Expedition.

Bayern

 

 

Die Russen in China. An dem chinesischen Kulturkampf nehmen die Russen, das muß ihnen nachgerühmt werden, einen ebenso erfolgreichen wie tatkräftigen Anteil. Man behauptet, sie seien brutal, aber wenn sie es sind, so jedenfalls nur dem heimtückischen Feinde gegenüber, dem gegenüber man sich durch Milde selbst in Gefahr bringt. Sie kennen den Kampf mit den Chinesen nicht nur von Taku und Tientsin, sie haben ihn auch in der Mandschurei zu führen, wo gleichfalls schon viel Blut geflossen ist. Auf der andern Seite aber sind sie wohl darauf bedacht, den Opfern des Krieges nach Möglichkeit Hilfe und Linderung ihrer Leiden zu schaffen. Russische Krankenpfleger und namentlich auch barmherzige Schwestern vom russischen Roten Kreuz ziehen in großer Zahl auf die Kriegsschauplätze hinaus und bewähren in ihrer Art dieselbe Tapferkeit wie die russischen Soldaten.

Russen

 

Quelle: Die Woche,1900 von rado jadu 2001

 



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