
China - Boxeraufstand
Bilder vom Tage
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Deutsche Kriegsschiffe in China. Das deutsche Reich hat zur Zeit in China, abgesehen von dem im Dock von Taku liegenden Kanonenboot "Iltis", nicht weniger als achtzehn Kriegsschiffe, von denen, wie die nebenstehende Karte zeigt, an der Küste von Hongkong bis Taku siebzehn verteilt sind, während der kleine Kreuzer "Seeadler" den Jangtsekiang aufwärts nach Hankau gesandt worden ist, um die dortige deutsche Niederlassung zu schützen. Das ist eine respektable Flottenmacht, die nur von der englischen mit 48 und der japanischen mit 22 Schiffen übertroffen wird. Quelle: Die Woche,1900 von rado jadu 2001 |
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Auf dem Chinesischen Kriegsschauplatz hat sich, während der russische Vorschlag wegen der Räumung Pekings den Diplomaten reichlichen Arbeitsstoff lieferte, wesentliches nicht ereignet. Offiziere und Soldaten finden daher öfter die Muße, interessante Einzelheiten über die bisherigen Kämpfe von Taku bis Peking nach Hause zu berichten. Von der
Mitwirkung des dritten Seebataillons an den Ereignissen sendet ein Teilnehmer
liebenswürdigerweise brieflich eine Schilderung, der wir folgendes
entnehmen: Nachrichten wurden gebracht, daß starke chinesische Streitkräfte von Congku nach Schanhaikwan in Anmarsch seien. Major Christ übernahm mit zwei russischen Kompagnien und vier Maschinengewehren und dem deutschen Korps die Sicherung des Bahndamms gegen den Feind. Mitten durch das sumpfige, von Wasserlachen unterbrochen kahle Gelände zieht sich die Bahn hin, an der unsere Soldaten Rast hielten. Von dort aus wurden Vorposten ausgesandt. Indessen der Feind kam nicht, und so ging man am 22. Juni auf Tientsin vor. Bis zur Station Tschinghautschen, wo die Truppen den Zug verließen, wurde die Bahn benutzt, von da ab, etwa 21 Kilometer vor Tientsin, war sie zerstört." Wie die Russen mit unsern Truppen draußen Seite an Seite fochten, sollen auch ihre Bilder neben denen unserer braven Krieger ihren Platz haben. Denn mögen auch fürderhin vielleicht die Wege Rußlands - und Deutschlands in China sich trennen, das Andenken an die Waffenbrüderschaft der Truppen beider Reiche verdient, wie in deren Herzen, auch in Wort und Bild erhalten zu bleiben. Quelle: Die Woche,1900 von rado jadu 2001 |
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Die leitenden Staatsmänner Chinas sind, seit die militärische Aktion der Mächte mit dem Einmarsch in Peking vorläufig zum Stillstand gekommen ist, wieder mehr in den Vordergrund getreten. Im allgemeinen kann man von ihnen, ohne ihnen unrecht zu tun, behaupten, daß sie geschickte, aber unzuverlässige Diplomaten sind. Daß sie nicht nur den Fremden, sondern auch der eigenen Dynastie gegenüber mitunter ein doppeltes Spiel spielen, zeigt das Beispiel Yuanschikais, des Gouverneurs von Schantung, der den reformfreundlichen Kaiser an die Kaiserwitwe verriet und dadurch eine Neubelebung des chinesischen Staates hintertrieb. Zu einer gleich prägnanten Stellung haben sich bisher die Mitglieder des Tsungliyamens, Minister Tschangyiuliuan und Hsüyueyi, nicht bekannt. Tschungli, der Gouverneur von Peking, der in erster Reihe die Aufgabe hatte, für die Aufrechterhaltung der Ordnung in der Hauptstadt und für die Sicherheit der fremden zu sorgen, hat offenbar seine Pflichten aufs gröblichste verletzt, denn die Verbündeten haben sich zu seiner Festnahme veranlaßt gesehen, die von den Japanern vorgenommen wurde. Am bekanntesten war bisher in Europa Lihungtschang, der Vizekönig von Kanton, der zuerst versucht hat, zwischen China und den Mächten den Frieden zu vermitteln. Das Natürlichste wäre es gewesen, ihm für die etwa bevorstehenden Verhandlungen die fremdenfreundlichen und verläßlichen Vizekönige in Nanking und Wutschang, Kikungyü und Tschangtschitung, beizuordnen. Die Kaiserin aber scheint sich für weniger Vertrauen erweckende Persönlichkeiten entscheiden zu wollen. Quelle: Die Woche,1900 von rado jadu 2001 |
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Die Ausrüstung des deutschostasiatischen Korps hat den Behörden in mancher Hinsicht viel Sorge gemacht, namentlich war es schwer, eine passende Kopfbedeckung zu finden, da sich die zuerst in Aussicht genommenen Tropenhelme als nicht zweckmäßig erwiesen. Auf unsern Bildern sehen die Leser einen Soldaten mit Mütze und über den Nacken fallendem Tropenschleier, einer Ausrüstung, die sich gut bewährt. Ferner bringen wir die neue für das Korps bestimmte Gebirgskanone und schließlich die Jägerkompagnie, zu deren Ausrüstung unter anderm Kriegshunde gehören. Die lange Reihe unserer Porträts der am Kriege beteiligten Persönlichkeiten ergänzen wir heute durch die der nachstehenden Offiziere: Generalmajor v. Trotha, der neue Kommandant der ersten Ostasiatischen Infanteriebrigade, Oberst Grüber, Kommandeur des 6. Ostasiatischen Infanterieregiments, Major Lidl vom demselben Regiment und Oberleutnant von Soden, Kommandeur der deutschen Schutztruppe in Peking während der Belagerung der Gesandtschaften. Quelle: Die Woche,1900 von rado jadu 2001 |
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Das Asbesthaus des Grafen Waldersee wird dem Feldmarschall in China eine ganz angenehme Wohnstätte gewähren; es nimmt sich mit seinen feinen grünen Jalousien fast wie ein freundliches Landhaus aus. Das (von der Asbest - und Gummiwerke Alfred Calmon Aktiengesellschaft erbaute) Kriegshaus enthält sieben geräumige Zimmer, von denen drei an der Vorderseite, vier an der Rückseite liegen. Für den Oberbefehlshaber selbst sind ein Schlafzimmer und ein Arbeitszimmer vorgesehen, ebenso für seine persönlichen Adjutanten, eins ist als Empfangs - und eins als Beratungszimmer gedacht, und schließlich ist auch noch eine Badestube vorhanden. Das Gebäude besteht aus Holzfachwerk, dessen Felder mit Asbestplatten ausgelegt sind, die Außenwände haben eine doppelte Plattenlage mit dazwischengelagerter Luftschicht. Der neuerfundene Asbestschiefer ist feuersicher und wasserfest und bietet vermöge seines Isoliervermögens vorzüglichen Schutz gegen klimatische Einwirkungen. Zum Transport wird das Haus in seine Bestandteile zerlegt, der Abbruch dauerte bei den Proben, die in Hamburg und Bremerhaven vorgenommen wurden, zweieinhalb Stunden, der Wiederaufbau acht Stunden. Sollte sich die neue Erfindung bewähren, so dürften die Behörden davon in Zukunft in Kriegen, bei Manövern und dauernd in unsern Kolonien einen ausgiebigen Gebrauch machen. Quelle: Die Woche,1900 von rado jadu 2001 |
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Die Proklamation Kaiser Wilhelms, in der er eine Belohnung für jeden in Peking geretteten Fremden aussetzt, wird keine Folgen haben, da die Voraussetzung, unter der sie erlassen wurde, nicht zutrifft. Das fürchterliche Blutbad hat glücklicherweise nicht stattgefunden, die Fremden sind in der Mehrzahl aus der Gefahr befreit worden, nicht durch einzelne Privatpersonen, sondern durch die Truppen der verbündeten Mächte. Aber als Dokument für die Großherzigkeit unseres Kaisers wird sie bleibenden Wert behalten, hier wie in China, wo sie durch Maueranschlag Verbreitung gefunden hat. Unser Bild zeigt, wie vor dem Gebäude des Ostasiatischen Lloyd in Tschifu die bezopften Chinesen die Kundgebung eifrig studieren. Quelle: Die Woche,1900 von rado jadu 2001 |

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