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China - Boxeraufstand

Der Kaiser von China Kwangfu mit seinem Vater

Ganz Europa, Amerika und Japan rüsten für den Krieg gegen China. Aber niemand weiß, wer eigentlich Herrscher in dem ungeheuren Reich ist. Das nebelhafte Dunkel, das über der völkerwimmelnden Hauptstadt Peking lagert, hat sich bis jetzt noch nicht erhellt. Aus der Kaiserstadt dringen nur die widersprechendsten Gerüchte in die Öffentlichkeit.

Lange Zeit war der Kaiser, der "Sohn des Himmels", vor dem sich sonst Millionen in abgöttischer Verehrung in den Staub warfen, nur der hilflose Gefangene der tatkräftigen energischen Frau, die die Regierung an sich gerissen. Als ein weiches, nachgebendes Kind wird der Kaiser geschildert, der den Fremden und ihren Sitten nicht abhold war und gern das starre Zeremoniell, das den chinesischen thron seit Jahrhunderten umgibt, durchbrochen hätte.

Ob er die Vorliebe für die westliche Kultur hat büßen müssen, steht dahin. Heute regiert jedenfalls in der Hauptstadt Prinz Tuan, und gegen ihn richtet sich die Aktion der Mächte. Wenn aber erst wieder friedliche Zeiten, nach dem Lärm des Kampfes für das zerrüttete Land anbrechen, wird man wohl wieder auf die Mitglieder der alten Dynastie zurückgreifen.

Der Kaiser von China Kwangfu mit seinem Vater

Quelle: Die Woche, 1900, von rado jadu 2001.

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