
China - Boxeraufstand
Meldung
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Die deutsche Mobilmachung gegen China ist wieder ein erkleckliches Stück vorgeschritten. Nachdem als die letzte Verstärkung unserer Streitkräfte eine Torpedobootsdivision ausgelaufen ist, um auf dem Kriegsschauplatz als Depechenboote zu dienen, hat zunächst das Vorbereitungskommando unter Führung des Majors von Falkenhayn von Genua aus auf dem Postdampfer "Preußen" die Fahrt nach dem Kriegsschauplatz angetreten, und hier, wie auf den ganzen Reise durch Tirol und Italien , sind Offiziere und Mannschaften, wo immer der Eisenbahnzug, der sie der Heimat entführte, Halt machte, aufs herzlichste empfangen und verabschiedet worden. Auf den Bahnhof in Innsbruck zum Beispiel ließ es sich Erzherzog Eugen nicht nehmen, die deutschen Truppen zu begrüßen. Eine geschichtliche bedeutsame Szene spielte sich aber namentlich vor der Abfahrt der ersten Abteilungen des deutschen Expeditionskorps in Bremerhaven am 27. Juli ab. Wie seiner Zeit bei der Ausreise der Seebataillons aus Wilhelmshaven erschien hier der Kaiser persönlich und hielt an die scheidenden Truppen eine Ansprache, in der er, von heiligen Zorn erfüllt, ihnen die Pflichten und die Gefahren, die ihrer in China harrten, noch einmal vor die Seele rief. Bald darauf ertönte das Kommando:"Die Mannschaften an Bord, die Herren Offiziere zu Seiner Majestät dem Kaiser." Noch ein paar kurze Worte des obersten Kriegsherrn an diese, dann begaben auch sie sich an Bord, und die Schiffe konnten in See stechen, der Transportdampfer "Dresden" um 2 Uhr 20 Minuten. Die Offiziere wurden vielfach noch von Freunden und Angehörigen bis nach Bremerhaven begleitet, aber die meisten von ihnen, wie auch die Mannschaften, hatten von denen, die ihnen teuer sind, schon im Innern des Landes Abschied genommen. In Potsdam, wo der Ausmarsch des Reiterregiments in seiner schmucken Uniform besondere Aufmerksamkeit erregte, wurden die einzelnen Züge von einem großen Publikum begleitet, als sie sich zum Bahnhof begaben, von wo sie die Reise nach Bremerhaven antraten. Hier verabschiedeten sich dann noch die Offiziere von den zurückbleibenden Kameraden, und hier verabschiedete sich von dem Reiterregiment auch der Kronprinz. Zum Schluß seien in Ergänzung unserer früheren Mitteilungen von den Offizieren, die mit hinausziehen, noch die folgende genannt: ersten, Generalmajor v. Kettler, Kommandeur der zweiten Infanteriebrigade, Oberst v. Normann, Kommandeur des ersten Infanterieregiments, Major v. Reitzenstein beim Stab des Reiterregiments und Hauptmann v. Tiedemann beim Generalstab des Expeditionskorps. Daß für die Verbindung des Heimatlandes mit den kämpfenden Truppen die weiteste Fürsorge getroffen ist, versteht sich von selbst. Unsere Abbildung zeit eine der Feldpostkarten, die für den Verkehr mit Ostasien eingeführt sind. Mögen sie nur gute Nachrichten von hüben und drüben befördern.
Quelle: Die Woche, 1900, von rado jadu 2001. |
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