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China - Boxeraufstand

Peitangfort

In China haben unsere Truppen neuerdings weitere Erfolge verzeichnen können, sie waren hervorragend beteiligt an der Einnahme der Peitangforts und haben Liang-hsiang-hsien erobert. Diese Waffentaten sind besonders als Gegengewicht gegen die Störung der diplomatischen Eintracht der Mächte zu begrüßen, die nur zu sehr geeignet ist, die Widerstandskraft der Chinesen zu stärken. Wenn man einen Augenblick hoffen konnte, sie würden nach dem Verlust von Peking um Frieden bitten, so haben sich die Dinge jüngst wieder geändert, China will unterhandeln, Friedensbedingungen erörtern, keineswegs sich ihnen schlankweg fügen.

Prinz Tsching und Li-Hung-Tschang sind ja wohl bis zu einem gewissen Grad fremden- und friedensfreundlich, aber eben nur bis zu einem gewissen Grad, und die, die hinter ihnen stehen, sind es noch weniger. Haben sie doch gerade jetzt wieder dem Fremdenhasser, Prinzen Tuan, der in hervorragendem Maß mitverantwortlich ist für die ganzen Wirren, und ähnlichen Elementen besondere Auszeichnungen zu teil werden lassen.

Prinz
Vizekönig

Angesichts solcher Vorgänge wird erst klar, wie berechtigt die Forderung Deutschlands ist, daß zunächst die Rädelsführer ohne Ansehen der Person bestraft werden sollen. Daß man ein paar gefangenen Boxer den Prozeß macht und sie hinrichtet, nützt nichts, wenn die Führer nicht auch büßen müssen. Da aber die chinesischen Machthaber die große Lust bezeigen, nur die Kleinen zu hängen, die Großen aber laufen zu lassen, wird vermutlich noch manche Waffentat notwendig sein, bevor der Friede geschlossen werden kann. —

Die zahlreichen Porträts sind Bilder der an den letzten militärischen Vorstößen bei den Peitangforts und Liang-hsiang-hsien beteiligten deutschen Offiziere, ferner dem deutschen Freiwilligenkorps, das sich in Schanghai zur Abwehr chinesischer Angriffe und Übergriffe gebildet hat.

Quelle: Die Woche 1900, von rado jadu 2001

 

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