
China - Boxeraufstand
Situation
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China gewährt in gewissen Sinn noch immer dasselbe Bild wie bei Beginn der augenblicklich dort herrschenden Wirren. Wenn jemals, so kann man hier das Wort mit Recht anwenden, daß der Wechsel der einzig ruhende Pol in der Erscheinungen Flucht sei. In der Tat ändert sich die Situation von Tag zu Tag, aber am Ende der Woche befindet sich doch wieder alles auf demselben Fleck.
Einen Moment konnte es scheinen, als ob durch den russischen Vorschlag, Peking zu räumen, Deutschland unter den Mächten isoliert werden würde, einen Moment konnte man auch glauben, daß das Zarenreich sich selbst dieses Schicksal bereitet habe, allein tatsächlich ist weder das eine noch das andere eingetreten, wenngleich die diplomatische Einigkeit der verbündeten Kulturstaaten ein Loch erhalten hat.
Denen, die jede Nachgiebigkeit gegenüber den Chinesen für einen Fehler halten, werden durch die Vorgänge im Reich der Mitte selbst dauernd neue Argumente für ihre Anschauung in die Hände gespielt. Die Boxer sind noch lange nicht niedergeworfen, sie wagen immer neue Angriffe, und die chinesischen Machthaber sind nichts weniger als gedemütigt, nichts weniger als geneigt, einen Frieden zu schließen, der ihnen größere Opfer namentlich an der eigenen Selbständigkeit auferlegt. Nicht nur die Missionare, nicht nur die Fremden, sondern auch die eingeborenen Christen leben in steter Gefahr und bedürfen deshalb steten Schutzes. Quelle: Die Woche 1900, von rado jadu 2001 |
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