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China - Boxeraufstand

Ursache

In China haben die Dinge eine schlimme Wendung genommen, die Nachrichten, die von dort eintreffen, widersprechen einander; die chinesische Regierung selbst ist über die grauenvollen Vorgänge nicht genau unterrichtet, und was sie weiß, hütet sie sich bekannt zu geben, in dem Bewußtsein, daß sie die Verantwortung für alle Greuel zu tragen hat.

Wir haben nur die traurige Gewißheit, daß der deutsche Gesandte Freiherr von Ketteler am 18. Juni ermordet worden ist; ob die Stätte seiner Wirksamkeit, das deutsche Gesandschaftsgebäude, in Peking noch erhalten oder zerstört ist, steht hingegen noch nicht fest. Während sich also die Meldung von der Befreiung der europäischen Gesandtschaften wieder als irrig herausgestellt hat, bestätigt sich zum Glück wenigstens die Mitteilung, daß der englische Admiral Seymour, der den vergeblichen Versuch machte, nach Peking vorzudringen, mit der internationalen Truppe, die er führte, wieder in Tientsin angelangt ist.

Wenn uns etwas einen geringen Trost in der Trauer über die Verluste an Menschenleben gewähren kann, so ist es die Tatsache, daß sich die deutschen Offiziere und die deutschen Mannschaften gleichermaßen durch ihre allseitig anerkannte Tapferkeit ausgezeichnet haben.

Dem Kapitän zur See Pohl von der "Hansa" ist in erster Reihe die Stürmung des Takuforts zu danken, bei der der Büchsenmachermaat des "Iltis" Ludwig Bästlein fiel. Der erste Offizier dieses Kanonenboots, Kapitänleutnant Kühne, kommandierte die deutschen Truppen bei Tientsin, wo Leutnant zur See Friedrich den Heldentod starb. Auch bei der Expedition Seymours fochten die Deutschen im Sondertreffen, Kapitänleutnant Schlieper und Oberleutnant z.S. von Krohn erlitten schwere Verwundungen.

Quelle: Die Woche, 1900, von rado jadu 2001.



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