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China - Boxeraufstand

Wovon man spricht

Die chinesischen Wirren machen, nachdem die militärische Aktion der Mächte einstweilen beendet ist, augenblicklich den Diplomaten viel Kopfzerbrechen. Sollen die fremden Truppen Peking verlassen, ehe der frieden geschlossen ist, oder sollen sie so lange dort bleiben? Das ist die große von Rußland aufgeworfene Frage. Der Durchmarsch der Verbündeten durch die verbotene oder heilige Stadt und der Kaiserpalast, ein Ereignis, an dem Ben Akibas Wort zu Schanden wird, daß alles schon einmal dagewesen ist, war gewiß geeignet, mehr noch als die Siege bei Taku und Tientsin, den Chinesen Respekt vor der Kraft und Überlegenheit der Mächte beizubringen.

Die Vorzeitige Räumung Pekings könnte leicht diesen moralischen Erfolg zu nichte machen, wie ja schon der Vorschlag genügt hat, den Boxern wieder den Kamm schwellen zu lassen. Haben sie es doch sogar, was ihnen freilich schlecht bekommen ist, gewagt, nicht weit von Tsingtau einen Angriff auf eine Patrouille unseres dritten Seebataillons zu unternehmen.

Ein Blick auf unser Bild, das eine Ansicht der heutigen Stadt Tsingtau, von der Diedrichspitze aus gesehen, gibt, zeigt deutlich, was auch hier auf dem Spiele steht. Deutsche Kulturarbeit hat aus einem elenden Flecken eine moderne Stadt gemacht, von der aus sich die Kultur weiter verbreiten soll und wird.

Wenn auch keine Gefahr droht, daß die Chinesen etwa in Kiautschau und Tsingtau jemals wieder wirtschaften könnten, wie sie es jüngst in Petschili und Peking getan, so wird doch auch unsere Kolonie von der Wiederherstellung der Ordnung in den aufgewühlten Teilen Chinas Vorteil haben. Wann der Friede geschlossen wir, ist allerdings noch sehr, sehr unsicher, aber einen Schritt ist man doch schon vorwärts gekommen, da sich Li-Hung-tschang endlich, mit Vollmachten zu Verhandlungen ausgerüstet, von Schanghai nach begeben hat

Quelle: Die Woche, 1900, von rado jadu 2001.

 

In China ist alles in Fluß, zwischen den Mächten ist ein Übereinkommen darüber, was demnächst geschehen soll, noch nicht hergestellt. Aus verschiedenen Gegenden des großen Reichs kommen Nachrichten über neue Greueltaten der Boxer, andrerseits werden standrechtliche Hinrichtungen von einzelnen Mitgliedern der Räuberbanden gemeldet, aber große Ereignisse haben sich in der neusten Zeit nicht vollzogen. Die Friedensverhandlungen stehen, wenn sie gleich noch nicht begonnen haben, anscheinend vor der Tür.

An ihnen wird einer nicht teilnehmen, der es sicherlich gern getan hätte, nämlich der amerikanische Gesandte in Peking, Mr. Conger, der mit Frau und Tochter die schwere Zeit bis zum Einmarsch der fremden Truppen ist die chinesische Hauptstadt durchgemacht hat. Er hat zuerst den Frieden befürwortet, aber er wird ihn nicht mit abschließen, da ihn sein Gesundheitszustand gezwungen hat, die Geschäfte an den Spezialkommissar Rockhill abzugeben.

Wie ihm, geht es auch dem österreichischen Geschäftsträger Rosthorn, an dessen Stelle der deutsche Gesandtschaftssekretär von Below - Saleske z.Zt. die österreichischen Interessen vertritt, bis der Gesandte Moritz Freiherr von Czikann von Wahlhorn der im vorigen Monat von Bremen die Reise über Newyork nach China angetreten hat, dort eintrifft.

Von Persönlichkeiten, die sonst noch berufen waren oder sind, in China eine Rolle zu spielen, bringen wir heute im Bilde: den Major de la Terrasse , den Führer unseres Trains, den italienischen Gesandten in Peking, Marchese Salvago Raggi, den Freiherrn Ferdinand von Rahden, der die Verteidigung der russischen Gesandtschaft während der Belagerung durch die Boxer leitete, den französischen Flottenkommandanten Admiral Bienaimé, französischen Korpskommandanten General Hagron und schließlich Huang-Tsu-Lo, den Taotai in Amoy, das die Japaner vorübergehend schon besetzt hatten und dessen Hafen sie als Kriegsentschädigung beanspruchen.

 

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