Rabaul (Simpsonhafen) Inhalt Woosung

Reisen S.M.S. "Gneisenau"

Boungainville

Und Buka, die deutschen Salomon-Inseln, etwa 90 km südöstlich von Neu- Mecklenburg, sind die nördlichsten Glieder der langen Salamon-Gruppe, die sich von den neuen Hebriden zum Bismarck Archipel erstreckt. Die Inseln zwischen 163° und 154° Ostlänge erhielten von ihrem Entdecker Mendaua, den Namen Salomons, weil er glaubte, dort das Goldland König Salomos gefunden zu haben. Die Insel ist im Innern gebirgig und zum Teil mit niedrigen Lande umsäumt. Die Eingeborenen sind im allgemeinen friedlich, nicht ganz zuverlässig, so dass im Verkehr grosse Vorsicht geraten scheint. Die Salomonier sind von starkem Körperbau, haben selbstbewusste Haltung und hohes Kraftgefühl.

Sie gehen fast ohne Ausnahme völlig unbekleidet und huldigen im Norden der Insel dem Kanibalismus, während die Bevölkerung im Süden denselben verabscheut. Von den Küstenstämmen wird die Menschenjagd systematisch betrieben, um Geschäfte zu machen. Die Waffen werden zu den Märkten mitgeführt; ein Trupp bewaffneter Männer geht voraus, dann folgen die mit den Vorräten beladenen Frauen. Die Küstenstämme liegen mit den Bergbewohnern fast beständig in Fehde. Überhaupt ist wohl kein Stamm der Südsee so kriegerisch, wie die Salomonier. Daher ist ihr Ruf bei den weissen Händlern der denkbar schlechteste, doch haben diese dazu beigetragen, ihn zu begründen.

Überfällen auf Dörfern zur Erlangung von Arbeitskräften traten die Salomonier mit den Waffen entgegen oder sie übten am ersten besten Handelsschiffe oder Missionar, die ihnen in die Hände fielen, blutige Vergeltung. Zur Zeit nimmt die Sicherheit an den Küsten Bongainvilles zu, auch lassen sich junge Männner als Arbeiter oder auch Polizeisoldaten anwerben. Als Geld dienen im Norden Schnüre aus aufgereihten Zähnen vom fliegenden Fuchs und vom Delphin. Dazu kommt Geld aus Muschelplatten verschiedener Färbung. Endlich werden auch Waffen, Töpfe, Armringe und Boote als Zahlungsmittel benutzt. Die Wohnungen bilden Hütten mit runden Dach aus Blättern der Kokospalme, teilweise auf hohen Wählen erbaut. Die Boote sind ausgehöhlte Baumstämme, mit Auslegern und Plattformen. Sie werden durch blattförmige Paddeln oder Mattensegel fortbewegt. Kieta ist Regierungsstation mit Post- und Zollamt. Eine katholische Missionsstation befindet sich ebenfalls dort.

Grosser Fischreichtum ist vorhanden, auch Haie und Krokodile kommen dort vor. Als am Montag früh die Beurlaubten gerade an Land waren, traf Nachricht durch F. T. ein, dass in China Unruhen ausgebrochen seien. Sofort wurden durch Kanonenschüsse und Sirenenheulen alle Mann an Bord gerufen und 12 h mittags (21. Juli) fuhren wir zurück nach Matupi (Rabaul) zur Kohlenergänzgung. Am 23. Juli traten wir die Rückreise an und trafen am 2. August (10 Tage) abends in Tsingtauein. Hier blieben wir bis zum 5. Aug. zur Kohlenergänzung und Proviantübernahme liegen und gingen dann nach Woosung Reede, wo wir am 6. Aug. nachmittags ankerten. Hier lagen ausser Scharnhorst noch die beiden englischen Kreuzer Monmouth und Minotaur, um den Dampferverkehr nach Schanghai aufrecht zu erhalten.

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