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Reisen S.M.S. "Gneisenau"

Sumatra

Liegt zu beiden Seiten des Äquators. Es ist holländischer Besitz, doch vermögen die Holländer mit den kriegerischen Gebirgstämmen nicht recht fertig zu werden und räuberische Überfälle kommen noch jetzt von Zeit zu Zeit vor. Die Westküste wird von den Malaien bewohnt, während im Hochlande die Batak sitzen. Die Westküste Sumatras ist die regenreichste des ostindischen Archipels. Durchschnittstemperatur ist 32° C. Amokläufer bilden zuweilen eine Gefahr für Europäer, es sind von plötzlicher Mordlust befallen Malaieen, die mit Kris oder KJemong bewaffnet, durch die Strassen rasen und alle Menschen auf ihrem Wege niederstechen. Sie dürfen wie tolle Hunde erschossen werden, man fängt sie aber auch mit Gabeln oder Halseisen ein. Bei dem Rufe „Amok! Amok!'', sucht alles Deckung, um dem Wahnsinnigen (meist Folge starken Haschichrauchens] aus dem Wege zu gehen, der gewöhnlich nur geradeaus läuft.

Padang

Eine der schönsten Städte im ostindischen Archipel, mit etwa 39000 Einwohnern und Sitz der Regierung, erstreckt sich an der Nordseite des Apenberges (mit heiligen Affen) am rechten Ufer des Padangflusses. Die Stadt ist weitläufig angelegt mit Palmengruppen und grossen Parkanlagen; den Hintergrund bildet bewaldetes Bergland. Zur Bevölkerung gehören etwa 1200 Europäer und 28000 Eingeborene von Sumatra, der Rest sind Chinesen, Araber und verschiedene andere fremde Volksstämme. Einen sehr schönen Spaziergang konnte man nach dem parkähnlichen, Gartenrestaurant Welcome (2 Std.) und nach der Cementfabrik längs des Padangflusses machen. „Südöstlich von Sumatra liegt die Vulkaninsel Krakatau. Der letzte bedeutende Ausbruch war im Jahre 1883." Am 1. Februar 1913 vormittags 6 Uhr gingen wir Anker auf, um die Nordspitze Sumatras herum und durch die Malakka Strasse nach Singapore. Hier ankerten wir am 5. Februar mittags, füllten Kohlen auf und dampften am 6. mittags weiter nach Victoria Harbour auf der Insel Labuan, an der Westküste von Borneo. Hier lagen wir vom 9. bis 15. Februar 1914.

Labuan

Die Insel liegt ungefähr 5 sm von der Westküste Borneos ab, sie ist etwa 10 Seemeilen lang und 8 Seemeilen breit. Einige kleinere Eilande liegen an ihrer S. W. und S. Seite. Die Bevölkerung beträgt ca. 8400 Seelen, darunter einige Europäer. Die Insel wurde 1846 von dem Sultan von Borneo an Grossbritanien auf unbestimmte Zeit abgetreten. Labuan besitzt in Victoria Hafen einen guten Hafen für Schiffe jeder Grosse. Das Nordende der Insel erhebt sich etwa 92 m. Grosse Flächen der Insel sind mit Dickicht, bedeckt, welches aus Palmenbäumen von 50 bis 65 m Höhe besteht. Auf der Nordseite der Insel befindet sich Kohlenbergwerk, welches ca. 50000 ts jährlich exportiert. Die
Kohlenminen sind mit Victoria Hafen durch eine 8 Meilen lange Bahn verbunden. Das Klima ist im allgemeinen gesund, doch tritt gelegentlich Fieber auf.

Am 15. Februar fuhren wir weiter nach Manila und kamen dort am 18. Februar an. Im Hafen lagen die amerikanischen Krz. Saratoga, Galveston, Tpdbtszerst. Barry, ein Werkstattschiff, 4 amer. Tpdbte. und S. M. S. Planet. Später liefen noch der russische
Kreuzer Askold und S. M S. Tiger ein.

Manila