zurück

Die längste Eisenbahnverbindung der Welt

In allernächster Zeit wird man auf bequemste Art im sibirischen Expreßzuge von Berlin nach Peking reisen können und wird die trotz der bisherigen Bahnverbindung noch immer äußerst umständliche und langwierige Reise in 12 Tagen zurücklegen. Die bisher bestehende Verbindung über Charbin-Mukden wird durch die bevorstehende Eröffnung der neuen, über Kiachta, Urga und Kakgan führenden, das ganze schwierige Gebiet der Wüste Gobi durchquerenden Eisenbahn ganz bedeutend abgekürzt.

Es wird dann der Weg nach Peking und Kiautschou (Tsingtau) nicht mehr zu Schiff durch den Suezkanal und die Straße von Malakka, sondern im Eisenbahnabteil über Warschau, Ischeljabinsk, Irkutsk, Peking, Tientsin und Tsinafu führen. Die Dauer der Reise wird, da auf vielen Strecken der ostasiatischen Bahnen wegen der außerordentlich schwierigen Geländeverhältnisse nicht mit voller Eilzugsgeschwindigkeit gefahren werden kann, 12 Tage betragen.

Die Entfernung der deutschen Reichshauptstadt von Tsingtau beträgt, auf den Schienen gemessen, nicht weniger als 9100 km wie sich aus folgender Zusammenstellung in runden Zahlen ergibt:

Berlin-Warschau     600 km,
Warschau-Ischeljabinsk 3000 km,
Ischeljabinsk-Irkutsk    3000 km
Myssowa (Irkutsk gegenüber am östlichen Ufer des Baikal-Sees)-Peking 1800 km
Peking-Tientsin   150 km
Tientsin-Tsingtau (über Tsinafu)   550 km

Karte

Nimmt man nun an, das der ganze Weg mit einer durchschnittlichen Zuggeschwindigkeit von 30 km in der Stunde zurückgelegt wird, was der Wirklichkeit ziemlich nahe kommen dürfte, so ergibt sich eine Reisedauer von 12 Tagen, die wohl einige Jahrzehnte später, wenn erst der elektrische Schnellbahnwagen allgemein eingeführt und die Dampflokomotiven verdrängt sein werden, noch sehr beträchtlich verkürzt werden dürfte.

        
Quelle: Köhler's Kolonial Kalender 1912, von rado jadu 2000

 

webmaster