Die Deutschen Kolonien
Ausführung.
Von Oberleutnant a.D. Paul Leutwein, Berlin
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Ausführung
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In ältester
Zeit verstand man unter Kolonisieren nur die Besiedelung fremder Länder;
später sah man ein, daß mit der Besiedlung auch die Erschließung
und Bewirtschaftung Hand und Hand gehen müsse und daß diese
Aufgaben nicht nur außerhalb, sondern auch innerhalb des Staates
liegen können. So gelangte man zur Unterscheidung der inneren und
äußeren Kolonisation. Für uns kommt hier nur die letztere
in Betracht. Da nun zum Wesen der äußeren Kolonisation auch
der Besitz des kolonisierten Gebietes gehört, müssen wir die
Siedelungen innerhalb eines fremden Staates, wie z.B. die deutschen Niederlassungen
in Brasilien, vom Begriff Kolonie ausschließen. Prof. Gottfried
Zoepfl stellt ihn wie folgt auf: Bis in die neueste Zeit herrscht ein lebhafter Streit über eine zweckmäßige Einteilung der Arten der Kolonie. Es ist wohl das Verdienst des Engländers James Mill gewesen, zuerst auf den wichtigsten Unterschied der Kolonien, ob sie sich zur Besiedlung oder Ausnutzung eignen, hingewiesen zu haben. Auf dieser Grundlage baut sich die heutige wirtschaftliche Einteilung auf, welche unterscheidet
Auch diese
Einteilung wird nicht allen Kolonien gerecht, denn Ostafrika z.B. gehört
als Handels-, Plantagen- und Siedlungskolonie drei Arten an. Kamerun ist
sowohl für Handel- als Plantagenwirtschaft von Bedeutung, Samoa ist
Eingeborenen-, Pflanzungs-, Plantagen - und Handelskolonie. Immerhin können
alle wirtschaftlichen Eigenheiten einer Kolonie in dieser Einteilung untergebracht
werden. Handels- und Plantagenkolonie vereinigt, würden dem französischen
Bergriff colonie d'exploitation (Ausnutzungskolonie) entsprechen.
Unsere Kolonien, deren größter Teil anfangs Interessensphäre war, wurden allmählich als Schutzgebiete in Besitz genommen und sind jetzt als eigentliche Kolonien (Provinzen außerhalb des Reiches) zu bezeichnen. Die Bedeutung einer Kolonie besteht nach der heutigen Auffassung darin, ein dem Mutterland geeignetes Feld für Auswanderung und Kapitalanlage zu bieten, Handel und Industrie zu fördern und dem eigenen Volke durch die Ausbreitung von Sitte, Sprache und Art eine immer stärkere Stellung unter den Völkern der erde zu geben. Quelle: Deutschland als Weltmacht, Kameradschaft, Hallberg und Büchting 1910, von rado copyright jadu 2001 |
