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Karolinen

Ohrenschmuck auf den Karolinen.

 

Das elementare Verlangen der Menschen nach Schmuck äußert sich zuerst in der Bemalung und Tätowierung des ganzen Körpers, im Durchstechen der Ohren, Lippen und Nase, um allerlei Schmuckstücke, oft sonderbarster Art, in den so erhaltenen Wundlöchern anbringen zu können.

Bei den auf der Kindheitsstufe der Entwicklung stehenden wilden Völkern bestehen diese Sitten heute noch, und unsre interessanten Bildchen zeigen, wie z. B. die Bewohner der Karolinen darauf bedacht sind, die frischdurchlochten Ohren, die jedenfalls sehr schmerzhaft und empfindlich sind, während des Heilungsprozesses gegen Stoß und Verletzung zu schützen. Eine sinnreiche "Ohrenklappe", die aus zwei mit Schnur, Darm oder dergleichen verbundenen Deckeln besteht — diese Deckel sind bald geflochten, bald aus Holz gehöhlt oder einfach aus Kokosnußschalen hergestellt — und, wie ersichtlich, getragen und befestigt wird.

Quelle:Die Gartenlaube; Ernst Keil´s G.m.b.H.; Leipzig 1911;© Thomas Trommer; JADU; 2003