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An Bord de"Venus", 5. September 1871. Liebe Eltern! Meinen ersten
Brief, den ich in der Nordsee einem englischen Fischer anvertraute,
werdet Ihr hoffentlich erhalten haben, so daß Ihr über
mein erstes Befinden auf See beruhigt seid. Die Seekrankheit war allerdings
mit jenem Tage durchaus nicht vorüber, und wenngleich heute bei
ruhigem Wetter es etwas besser geht, so glaube ich doch, daß
der Kelch noch nicht völlig geleert ist. Seit drei Tagen wehte
ein stürmischer Südwest, bei dem wir also nur kreuzend wenig
vorwärts kamen, dabei ein starker Nebel, der einem jede Aussicht
über 30 Schritt hinaus raubte. Die Schilderung meiner Seekrankheit
kann ich wohl sparen; mein Lehnstuhl nebst Schlummerrolle, die ich
Tante Ullis Fürsorge verdanke, waren mir dabei eine große
Erleichterung. Bemerkenswert war die Sehnsucht nach frischem Quellwasser;
das alte Faß mit den faden, teerschmeckenden Liquidum bot keinen
Ersatz, und unwillkürlich kam mir immer Euer Brunnen und gleichzeitig
der kleine Garten, in dem wir noch vor einigen Tagen gemütlich
beisammen saßen, vor die Seele. Damit war der Anfang gegeben,
ich hatte so'n kleinen Anfall von Heimweh, ich gedachte der herrlichen
Spaziergänge nach Böhmsholz mit den Brüdern, dachte
all des Guten, das ich noch in den Letzten Tagen in Lüneburg
genossen, wie Ihr mit mir das Gute und Nützliche beraten und
Mutter besonders sich abgemüht hatte für meine Ausrüstung,
rief mir den Abschied vom Hause, am Bahnhof ins Gedächtnis, dann
Hermanns treues Aushalten bei mir bis zur Stunde der Abfahrt - und
nun ganz allein fort in die weite Welt, all die Lieben zurücklassend,
den Launen des Schicksals preisgeben. Das ist wohl geeignet, einen
melancholisch zu stimmen. Doch nicht verzagt, hoffen wir das Beste!
Im übrigen bin ich zufrieden, wenn wir uns nur gesund wiedersehen. 37° N. B., 16 September 1871 Was soll ich Euch heute erzählen? Viel Neues ist nicht passiert an unserm Horizont. Es ist fast windstill und drückend heiß. Die Abende sind herrlich, denn wir befinden uns unter den vielgepriesenen Himmelsstrichen von Madeira. Schreibt mir doch, was aus Hugo von Bargen geworden ist, hoffentlich hat seine Krankheit sich als weniger ernstlich erwiesen. Das Meer ist hier von einem wunderbaren Hellblau, so klar, daß man die Nägel an den untersten Kupferplanken des Schiffes sehen kann. Ein großartiger Kontrast dagegen war der Anblick der See, als uns eben außerhalb des Kanals ein scharfer Nordost packte. Das waren keine Wogen mehr, nein, wirkliche Wasserberge. Und wie unser kleiner Schoner dadurch raste! Wenn man am Steuer stand und die hohen Wassermassen vor uns die Aussicht auf höchstens 20 Schritt begrenzten, so meinte man, das Schiff werde niemals eine solche Steigung überwinden können, aber kaum gedacht, da waren wir schon oben auf der Höhe und ebenso rasch wieder unten, daß der Schaum des aufgeregten Meerwassers, wie wenn gekocht, zu beiden Seiten aufzischte. Dieser Sturm hielt etwa drei Tage an und brachte uns täglich über 40 Meilen vorwärts; allmählich ließ er zu einer sanften Brise nach und heute ist's, wie gesagt, ganz still. In dieser Sturmperiode haben wir unsere Seekrankheit erst recht zu Ende gebracht. Als wir 12 Tage in See waren, fing der Magen an sich zu bequemen, etwas leichte Graupensuppe anzunehmen, bis dahin war beharrlich alles, mit Ausnahme einiger Keks, wieder über Bord gegangen. Natürlich waren wir zuletzt in einem Zustande , um am Leben zu verzweifeln; dermaßen matt; daß wir uns nicht auf den Beinen halten konnten. Namentlich kann man sich an die schwere Schiffskost in der ersten Zeit nicht gewöhnen. Bis zum 13. Tage hatte ich nur einmal Öffnung gehabt, und es gab auch kein Mittel, dem abzuhelfen, denn die Laxierpillen, womit mich Alex versehen hatte, gingen ebenso beständig über Bord, wie alles Übrige. Ich wollte, ich hätte mir statt einiger Flaschen Wein lieber Himbeeressig mitgenommen; der kühlt besser und macht das Wasser trinkbarer, während der Wein einem das Blut zu Kopf treibt. Keks ißt man sich leicht zuwider und sie sind auch, glaube ich, nicht praktisch, da sie eher verstopfend wirken; dagegen sollen Braunkuchen vortrefflich sein, die ich mir leider nicht mitgenommen habe. Ebenso würde ich allerlei Pikantes, wie Anchovis und dgl. empfehlen; bei der trockenen Schiffskost hat man eine merkwürdige Sehnsucht nach so was. Die Lebensweise an Bord ist äußerst regelmäßig. Morgens 5 Uhr Kaffee, den ich nicht mitnehme; der Kapitän, wenn er nicht Wache hat, und seine Frau trinken ihn gewöhnlich im Bett. Um 6 Uhr stehe ich auf; die Toilette ist einfach und bald gemacht, und dann setze ich mich bis zum Frühstück in der Morgenluft, um etwas ernstere Lektüre, Gedichte oder Kriegsgeschichte von 1870/71 usw. zu genießen Um 7 Uhr Tee, Butterbrot, kaltes Fleisch, Käse und Kornschnaps. Um 12 Uhr Mittag, bestehend aus zwei Gängen. Erstens Suppe, d.h. Gemüsesuppe von Kohl, Wurzeln und Kartoffeln oder Hülsenfrüchten, meistens gut und kräftig, auch wohl Biersuppe oder Graupen. Dann als zweites Gericht Fleisch mit Brot oder Stockfisch mit Kartoffeln. Frische Fische haben wir nur in der Nordsee gehabt; hier ist alles Fischen vergebens; der Kapitän behauptet, das Wasser sei zu tief und deshalb wären keine Fische da. Um 3 Uhr Kaffee mit Butterbrot und um 6 Uhr Vesper in derselben Weise wie am Morgen das Frühstück. Die Morgenstunden von 8 bis gegen Mittag sind dem Spanischen gewidmet; außer Grammatik habe ich nebenher gleich Lektüre angefangen, was auch ganz gut geht. Nach Tisch setze ich mich wieder in meinen Lehnstuhl mit einem Lesebuch, allenfalls um ein Mittagsschläfchen zu halten. Nach dem Kaffee greife ich wohl noch mal zur spanischen oder französischen und englischen Lektüre. In letzter Sprache habe ich jetzt Gelegenheit zur Übung mit dem Kapitän, welcher recht gut spricht. Der Kapitän ist ein ganz guter Kerl, Stockdäne, der es uns Deutschen nicht vergessen kann, daß wir ihm sein Nordschleswig nicht herausgeben, und aus Rache dafür sein Schwein "Bismarck" getauft hat. Er scheint mir ein tüchtiger Seemann zu sein; wir laufen mit unserer "Venus" selbst großen Vollschiffen vorbei, was wohl nicht allein in der Bauart des Schiffes, sondern auch wesentlich in der vorteilhaftesten Ausnutzung von Wind und günstiger Placierung der Segel seinen Grund hat. Wir haben als einen Hauptteil der Ladung Lüneburger Salz; demnach sieht es aus, als ob dieser Artikel in Costarica fehlt. Überhaupt scheint Knöhrs Geschäft sich auch wesentlich mit anderen Artikeln als Manufakturwaren zu befassen; z. B. sind auch viele Spirituosen, Zement usw. an Bord. Ich habe mir den Kontrakt noch mal angesehen und finde, daß darin immer nur von Costarica die Rede ist, nie von San Jose selbst. Dem Wortlaut nach werde ich also nichts machen können, wenn er mich in Puntarenas festhalten will, und das ist nach allem, was wir gehört haben, kein so gesunder Platz wie San Jose. Nun, einstweilen will ich mich darum nicht grämen; wenn Juan Knöhr auch ein Schlaukopf ist, so habe ich mich bis jetzt noch nicht über ihn zu beklagen. Der Kognak, um mit Thomas vom Thaliatheater zu reden, wäre das Einzige, was er mir zuleide getan hat. Wenn Ihr diese Ausdrucksweise nicht versteht, so kann Onkel Theodor sie Euch mit den betreffenden Details erklären. 29° N.B., 24. September 1871
Sonntag, den 17. September 1871. Ein Sonntag heute. O ihr Lieben, Ich sehe Euch in trauter Runde Wohlan, da will ich auch nicht fehlen, Der Sonntag ist so prächtig heute, Tagtäglich in dem Abenddunkel, Seht da; wie strahlt uns hell die Sonne; Laßt frei nur Euer Auge schweifen, Und senkt den Blick mal in die Tiefe, Und hier an Bord, so friedlich stille, Die "Venus" hat sich auch geziert, Die wackeren Matrosen klönen, Sie spielen manche hübsche Weise,
In der letzten Woche sind wir wenig vorwärtsgekommen. Des Tags über meist ganz windstill, und nachts nur schwache, unbeständige Brise. Das ist um so ärgerlicher, als wir uns hier eigentlich in der Region der Passatwinde befinden. An Madeira sind wir in der Entfernung von etwa 4 bis 5 Meilen vorbeigefahren; es scheint ein hübsches Gebirgsland zu sein. Die spitzen, scharfkantigen Berge glänzten beim Sonnenuntergang in jenem eigentümlichen violetten Schimmer, den ich wohl öfter auf Bildern gesehen und nie für natürlich gehalten hatte. Sonnenauf - und untergang haben wir noch nicht klar gehabt; während bei Tage die Sonne vom Himmel brennt, daß man vergeblich Schutz vor der sengenden Glut sucht, verkriecht sie sich eine halbe Stunde vor Untergang in Nebel oder Wolken. In letzter Zeit habe ich auch das Meerleuchten erst recht beobachtet. Namentlich bei einer sanften Brise tritt es am besten hervor, nicht allenthalben, sondern nur in der Nähe des Schiffes, am meisten am Kiel und am Steuer, wo die Strömung und Bewegung des Wassers etwas lebhafter ist. Da funkeln große und kleine Lichter gerade wie Glühwürmer; ein und dasselbe Licht sieht man aber nicht lange; es verlischt, sobald das unruhige Wasser kommt. Können Irrlichter nicht diese Erscheinung zurückzuführen sein? Heute haben wir wieder Land in Sicht. Es ist Palma, die westlichste der Kanarischen Inseln; sie zeigt sich uns als ein anständig hoher Bergrücken, aber noch in weiter ferne, vielleicht 20 deutche Meilen. Der fuß des Berges ist noch durch davor liegende weiße Wolken verdeckt. Ich mache mir oft allerlei Gedanken, vielleicht unnütze. Ich habe aber schon in meinem eigenen Leben Erfahrungen gemacht, die es rätlich scheinen lassen, alle Eventualitäten vorher gut zu bedenken. Ich erinnere mich der unerquicklichen Geschichte bei Paraf in Paris; wenn es mir in Costarica nun ähnlich ginge? Ohne jeden Freund und ohne Geld könnte es mir doch am Ende übel gehen in der ersten Zeit. Ich hätte doch wohl gut getan, mir die Empfehlungen an wenigstens ein anderes Haus dort zu verschaffen. Hoffentlich bestätigen sich meine Befürchtung nicht, sonst muß ich aber sehen, wie ich mich durchschlage. 5° N. B., 8. Oktober 1871 Immermehr sinkt der Polarstern; wenn der Horizont nicht sehr klar ist, können wir ihn nicht mehr sehen. Eine klare Sternennacht - leider haben wir nicht oft solche - ist allerdings prächtig hier; namentlich die Helligkeit der Milchstraße überrascht sehr. So hätten wir also ein Drittel der Reise zurückgelegt in 6 Wochen; gebe der liebe Gott nur, daß die andern 12 Wochen und damit die Seereise erst glücklich überstanden seien! Ich bin wirklich oft ganz verzweifelt bei meinem schlechtem Befinden. Bon Appetit ist gar keine Rede, und wenn ich aus Vernunftsrücksichten doch Kleinigkeiten esse, so bleiben sie oben im Magen stecken. So kann ich vielleicht 5 bis 6 Tage existieren; dann kommen furchtbar unbehagliche Nächte, das Blut wird dick, und jedes Glied schläft bei der geringsten Gelegenheit ein. Wenn ich dann nicht zu meinen Pillen greife, so hilft die Natur sich selbst, und der Magen schmeißt das ganze Sammelsurium wieder über Bord. Das ist der ewige Kreislauf meines Verdauungssytems in den letzten 6 Wochen. Ich gebe vor allem die Schuld dem Mangel an Bewegung, an die ich mich ja namentlich in letzten Jahre sehr gewöhnt hatte. In zweiter Linie erst der Schiffskost, denn wenn diese auch noch so trocken und derbe ist, so sind es doch alles Speisen, die ich recht wohl mit Appetit verzehren möchte. Ich bin von jeher wenig wählerisch in dieser Beziehung gewesen und kann also heute auch mit dem größten Gleichmut Schinken und Käse, die von Fliegenmaden wimmeln, verspeisen. Unangenehmer ist mir die schlechte Qualität von Zucker und Sirup und am unangenehmsten die abscheuliche Butter, d.h. jetzt nicht mehr, indem ich meinen Zwieback trocken esse. Neben der Sehnsucht nach einem regelmäßigen deutschen Mittagessen oder Butterbrot empfinde ich aber ebenso sehr die nach einem deutschen Bett auf feststehende Erde. Mit dem Bettlaken entbehrt man auch die mir durchaus notwendige Lüftung; statt der frischen Luft in unseren hohen, geräumigen Kammern atmet man hier nur den Modergeruch aus dem Schiffsraume, so daß ich schon deshalb des Morgens bei Hellwerden mein Lager verlasse. Doch ich gewahre zu meinem Schrecken, daß ich Euch heute noch nichts als Klagelieder gesungen habe. Da will ich denn erst mal Anna und Werner, den beiden Geburtstagskindern des Monats, und Tante Ulli, der dritten im Bunde, meinen Glückwunsch darbringen. Nun die neuesten Ereignisse an unserm Horizont. Vor 14 Tagen haben wir den ersten Walfisch gesehen, ebenso fliegende Fische massenhaft, die wir auch gern verzehren, wenn sie sich auf unser Deck verirren. Eine andere gute Gabe, womit uns der Himmel erfreute, war frisch Wasser; wir haben jetzt wieder mehr, als bei unserer Abfahrt von Hamburg. Und dabei halten täglich noch die plötzlich aufsteigenden starken Regenfälle an. Wenn wir reichlich Wasser haben, benutzen wir das zum Waschen, sonst aber Seewasser, und wenn irgend möglich, nehme ich des Abends noch ein Seebad in einem großen Buckfasse; das bekommt prächtig nach der Wärme des Tages! Eine meiner Beschäftigung ist jetzt mit, meine Soldatenerlebnisse ausführlich zu Papier zu bringen; ich schreibe sie in mein Album, indem ich denke, daß ich sie später selbst gern wieder lesen werde. Von meinen Pariser Sachen sind wir vor allen Dingen meine Photographiealbums erwünscht. Ferner muß sich ein Notizbuch darin befinden mit allerlei Bemerkung über waren und Fabrikanten; das könnte mir jetzt nützlich sein. Wie es nun wohl bei Euch aussieht; es ist doch eine lange Zeit, wo ich gar nichts von dort, nichts von der übrigen Welt erfahre. Ich kann mir lebhaft vorstellen, daß Ihr oft an mich denkt und Euch nachrechnet, wo ich wohl ungefähr sein kann. Nun wiederum ein Lebewohl bis auf ein andermal. Sonntag, 15. Oktober 1871. Heute endlich passieren wir die Linie. Den Matrosen und Steuerleuten habe ich bei dieser Gelegenheit einige Flaschen Wein und Kognak spendiert. Ich selbst trinke nur wenig, da ich finde, daß es meinem Magen nicht gut bekommt. In der letzten Woche hatten wir die Abwechslung einer interessanten Fischjagd, die ich Euch ausführlich erzählen will. Vergangenen Dienstag stand ich wie gewöhnlich um 6 Uhr auf, der erste Blick auf Kompaß, Wind und Horizont prophezeite einen heißen, windstillen Tag. Die Matrosen lagen vorn am Bugspriet, um sogenannte Springer, eine Seemannsbezeichnung für alle kleineren Delphinarten, zu beobachten. Die munteren Fische spielten arglos vor dem Schiffe, schnellten sich oftmals fußhoch übers Wasser und kamen häufig bis unmittelbar ans Schiff heran. Der Koch faßte die Idee, seinem einfachen Küchenzettel etwas zu variieren, indem er einen der wohlgenährt aussehenden Fische für uns zu fangen suchte. Die Harpune war bald bereit, und einen günstigen Moment benutzend, sandte er einem allzukühnen die starke Spitze gerade ins Rückgrat. Das Mordinstrument war gut placiert, und es kostete keine große Mühe, den im Todeskampf röchelnden Fisch auf das Deck zu ziehen. Er war etwa 5 Fuß lang, mit langem, schnabelförmigen Maule, in dem sich unten und oben je 96 Scharfe, nadelspitze Zähne befanden, von denen die vorderen jedoch ziemlich abgenutzt und teils verschwunden waren. Man ging sofort ans Schlachten, mit der Haut wurde gleichzeitig die 3/4 Zoll dicke Fettschicht abgezogen, die uns nachher einen ausgezeichneten Tran lieferte. Unser Wildbret war bald kunstgerecht hergerichtet, und der Koch machte sich ans Werk, die edelsten Teile für den Mittag abzuschneiden. Ich ging nun aufs Hinterdeck, um mich in meinen Lehnstuhl zu setzen, da gewahrte ich dicht am Steuer ganz oben an der Wasserfläche einen etwa 15 Fuß langen Haifisch. Es war die Sorte mit einem gewöhnlichen Maul, so daß sich der Fisch beim Fressen nicht erst völlig umzudrehen brauchte; der Kapitän nannte ihn "Katthai." Jedenfalls war es ein sehr hoher Herr, er hatte 4 kleinere, 11/2 Fuß lange Fische als Trabanten bei sich, von dem Schiffsvolk seine "Lotsen" genannt. Außerdem hielten sich auf seinen Rücken 2 kleinere Fische auf, die ich anfangs für Schmarotzer hielt, während mir nachher die Leute sagten, es sei die Brut des Haifisches. Das Tier war vermutlich durch die über Bord geworfenen Abfälle des Delphins angelockt worden und folgte nun dem Schiffe in Hoffnung auf weitere Leckerbissen. Wir befestigten daher an einem Angelhaken ein hübsches Stück Speck, etwa 2 Pfund, und ließen es gleichzeitig mit dem Kopf des Delphins, der als Lockspeise dienen sollte, hinab. Der Speck schien dem Raubtiere entweder nicht frisch und blutig genug oder er mochte seiner Gefräßigkeit nicht genügen; kurz, der Delphinkopf besaß mehr Anziehungskraft. Fortwährend kam der Hai dicht unter die Brüstung des Schiffes mit einer Dreistigkeit und Verwegenheit, die nur durch Hunger zu erklären war. Seine kleine Trabanten begleiteten ihn stets, so daß es uns leicht war, zwei davon mittels einer Stange, an deren Ende Widerhaken befestigt waren, herauszuholen. Diese Fische schmeckten gar nicht übel, etwas trocken, sonst aber Karpfen nicht unähnlich. Den Hai schienen diese Attentate durchaus nicht zu kümmern; selbst als wir den mißlingenden Versuch machten, einen der kleineren, auf seinem Rücken sitzenden Fisch zu spießen, und statt dessen dem Vater Hai selbst die spitzen Haken ins Fell fuhren; selbst da hörte er noch nicht auf, mit dem Delphinkopf zu liebäugeln und sich dann und wann einen Flatschen herunterzureißen. Der Mittag kam heran, und der Hai, der die helle Sonne nicht zu lieben scheint, verkroch sich unter unser Schiff. Wir ließen uns inzwischen unsere seltene Mahlzeit ausgezeichnet schmecken, das Fleisch war in Form von Beefsteak zubereitet und von Geschmack ungefähr wie Ochsenleber, auch hat es ganz ähnliches Faserwerk. Es muß aber scharf gebraten werden, sonst hat es einen leichten trangeschmack. Beim Essen wurde beschlossen, den Haifisch, der an unsere Haken nicht anbeißen wollte, mittels einiger Kugeln das Lebenslicht auszublasen. Wir brachten den Delphinkopf auf die Schattenseite des Schiffes, und ich stellte mich nun mit meinem Revolver auf die Lauer. Nicht, lange, da kam der Vielfraß an und schien mit seinem großen, beutegierigen Augen allein den ganzen Delphinkopf verschlingen zu wollen. Jetzt war er keine sechs fuß von mir entfernt, ich zielte auf den Kopf, der Schuß krachte, und langsam wälzte sich das Ungeheuer auf den Rücken. Die Kugel war etwa 8 Zoll über der Maulspitze hineingegangen. Eine zweite Kugel traf ihn durch die Unterkinnlade. Langsam sank nun der gewaltige Fisch in die Tiefe, und schon meinten wir, das Schauspiel habe sein Ende erreicht, als das Tier aus seiner Betäubung erwacht und wieder an die Oberfläche rudert. Zwei neue Schüsse, immer in die Nähe des Kopfes, machen ihn abermals betäubt, und abermals erwacht er und kommt oben aufs Wasser. Noch eine Kugel gerade auf die Schnauze, und nun endlich sehen wir den weißen Bauch immer mehr in dem durchsichtigen Blau der endlosen Tiefe verschwinden. Doch damit waren die Erlebnisse des ereignisreichen Tages noch nicht beendigt. Bald zeigte sich ein Gefährte des soeben beseitigten; dies war einer mit dem breiten Kopf, das Maulwerk unten; wenn ich nicht irre, ist der richtige Name "Hammerhai", wenigstens würde derselbe der Gestalt wegen zutreffend sein. Dieser Hai war fast ebenso groß wie der erste, aber er hatte nur einen ganz kleinen Fisch als Lotsen bei sich. Alle versuche, diesen Räuber auf unsere Angelhaken zu kriegen, blieben gleichfalls erfolglos, der Kerl fraß regelmäßig das Fleisch so geschickt herunter, daß es kaum zu begreifen war. Einmal hatte er sich festgebissen, wir zogen an, und als wir den Fisch gerade aus dem Wasser heben wollten, da ließ der Haken wieder los. Vermutlich ist ihm die Kinnlade zerrissen; die Dunkelheit verhinderte, den Fisch weiter zu verfolgen, und heute morgen ist er nicht mehr zu sehen. Es soll sonst vorkommen, daß die Haifische dem Schiffe tagelang nachgehen. Nun genug für heute! 32° S.B., 29. Oktober 1871 In den letzten 14 Tagen sind wir gut vorwärts gekommen, anfangs hatten wir den regulären Südostpassat und später einen sturmartigen Nordost, mit dem wir an einem Tage 260 englische Meilen zurücklegten. Vom 26. Oktober bis gestern hatten wir einen bösen Südwessturm, der uns ziemlich zurückgebracht hat. Es war dabei eine eisige Kälte, die es auf Deck recht unbehaglich machte. Die Seekrankheit ist jetzt gottlob überstanden, die Verdauung ist in gehöriger Ordnung und seitdem sind all die anderen kleinen Übelstände auch verschwunden. Das Essen ist noch immer von derselben Beschaffenheit, nur zeitweilig, daß mal ein verdorbenes Stück Speck verzehrt werden muß. Jede Woche zweimal Hülsenfrüchte, zweimal Stockfisch, zweimal Brotpudding und Sonntags konservierte Bouillon, das ist unser regelmäßig wiederkehrendes Menü. Gestern ist das Schwein geschlachtet, so daß uns heute ein frischer Braten in Aussicht steht. Mit dem Mittagessen bin ich überhaupt viel mehr zufrieden, als mit dem Frühstück und Abendbrot. Da ist vor allen Dingen das Getränk, das man Tee nennt, zu erwähnen; die Farbe ist genau dieselbe wie die des Wassers, das ist trüb Dunkelgelb. Im günstigsten Fall schmeckt darin nur der Zucker, den man hineintut; häufig aber ist ein so widerlich fauler Geschmack dabei, daß ich es vorziehe, mein Brot so zu essen. Das Wasser ist heute die Veranlassung zu einer heftigen Auseinandersetzung mit dem Kapitän gewesen. Ich sage nur die Veranlassung, denn es muß sonst etwas sein, was ihm an mir mißfällt. Ich habe nämlich seit einigen Tagen schon verschiedene Male mich zusammennehmen müssen, um ihm auf seine ausfallenden Redensarten nicht gebührend zu antworten. So hatte er in der Gartenlaube gelesen daß Dänen, Norweger, Schweden, Deutsche usw. alle zu einem Volksstamm gehörten. Das gefiel ihm nicht, und deshalb hatte die Gartenlaube gelogen, denn der Charakter eines Dänen und eines Deutschen seien so verschieden. Als daß sie von einer Mutter abstammen könnten. Er für sein Teil bedankte sich schönstens für diese Brüderschaft. Ich glaube fast, daß es ihm vergnügen macht, mich durch solche Redensarten beleidigen zu wollen. Wo sich nur die Gelegenheit bietet, dem Nationalhaß in Worten Luft zu machen, da geschieht es gewiß. Es war lächerlich, das kindische Vergnügen zu sehen, mit dem er "Bismarck" (sein Schwein) am Mast aufhängen ließ; und ich antwortete ihm nur durch ein mitleidiges Lächeln, als er mir erklärte, daß er nicht einen Moment zaudern würde, Bismarck mitsamt König Wilhelm, wenn er sie da baumeln hätte, zu erschießen. Vielleicht ist ihm ein Dorn, daß ich mit Vorliebe hier auf seinem Schiffe meine preußische Uniform zu Ende trage. Nachdem ich mich gehörig mit ihm über unsere Wasserfrage ausgesprochen und ihm bewiesen hatte, daß er mir ungerechte Vorwürfe mache, indem er mich der Wasserverschwendung beschuldigte, fragte ich ihm ganz offen, was er sonst noch gegen mich habe, daß er sich seit einiger Zeit so unfreundlich benommen. Er antwortete mir nur mit ausweichenden Blick, daß er sonst nichts habe. Die Zeit wirds zeigen. Meine Beschäftigung beschränkt sich auf Spanisch, jetzt wesentlich Lektüre, da ich dabei Gelegenheit finde, auf Formen und Regeln am besten zu achten. Dann viel Lesen in der Gartenlaube, von der der Kapitän einige Jahrgänge besitzt, viel Bummeln, Spazierengehen auf Deck, Zeitvertreib mit Fischen usw., auch Waschen und Flicken fällt in diese Kategorie, und endlich viel schlafen, das beste, was man an den langen dunklen Abenden tun kann, denn nach dem Abendessen noch eine Lampe brennen lassen, erlaubt die Sparsamkeit des Haushalts nicht. 48° S.B., 12. November 1871 Wieder sind 14 Tage dahin; ich kann nicht gerade sagen, daß mir die Zeit übermäßig lang wird. Jetzt namentlich, wo das Befinden gut ist, gehts auch mit allem andern prachtvoll. Das Essen scheint mir jetzt gar nicht so schlecht mehr, die dumpfe Schiffsluft ist mir nicht so unangenehm, mit dem Kapitän habe ich Versöhnung gefeiert, ich fange an, mit dem Schiffsvolk etwas Dänisch zu radebrechen, kurz, augenblicklich fühle ich mich recht wohl auf dem Damm. Ein Hauptgrund mag das kühlere Klima sein; auf der ganzen südlichen Halbkugel haben wir vorherrschend kalte Winde gehabt, so daß ich z. B. meinen Lehnstuhl seit der Linie kaum habe benutzen können. In den letzten Wochen haben wir mehr Sturm wie ruhiges Wetter gehabt; einmal war wieder die See so majestätisch großartig, wie ganz zuerst, als wir in den Atlantik kamen. Auch mit dem besseren Essen hat es seine eigene Bewandnis; bisher haben wir immer noch von dem alten Proviant der vorigen Reise gezehrt; jetzt gibt es wenigstens eßbare Butter, was für mich wesentlich ist. Den Kapitän habe ich mir bei Gelegenheit seines Geburtstages wieder versöhnt, indem ich ihm bei der Überreichung einer Flasche Ungarwein und einer Portion Keks zum Dessert nochmals die Versicherung gab, daß meinerseits der beste Wille zur Aufrechterhaltung des guten Einvernehmens da sei. Bei Windstille oder auch bei heftigen Sturmwetter verlohnt es sich, nach Seevögeln zu angeln. Hauptsächlich sind es kleine Möwen von Taubengröße, auch Kaptauben genannt, die hier oft in großen Schwärmen auf dem Meere liegen, und die am leichtesten zu fangen sind. Sie haben weiße Brust, schwarzen kopf und schwarzweiß gefleckte Flügel. Einzelne haben auch mehr oder weniger ziegelroten Anflug unter der Brust. Seltener und meist nur einzelne ist eine etwas größere Sorte von silbergrauer Farbe. Ferner sehen wir genug von den Albatros, können sie aber nicht zu fassen kriegen. Die Tiere sind zu vorsichtig. Wie geht es zu, daß einige ganz einfarbig braunschwarz sind, während andere weißen Körper, braunschwarze Flügel und gelben Schnabel haben? Ich vermute fast, daß die ersteren noch jung sind und erst im zweiten Jahre weiße Gefieder bekommen. Wenn man am Lande die Möwen auch verschmäht, wir essen sie ganz gern; der trangeschmack ist so schlimm nicht, und es ist immer mal eine Abwechslung gegen das ewige Pökelfleisch und Speck. In den nächsten Tagen werden wir wohl mal wieder Land zu sehen bekommen, wenn wir zwischen den Falklandinseln und Feuerland durchfahren. 14 November 1871 Während wir gestern noch wieder Sturmwetter hatten, liegen wir heute bei schönsten Sonnenschein und Windstille etwa eine halbe Meile vom Lande, Staten Island gegenüber. Mir entfuhr unwillkürlich ein leises "Ah", als ich heute morgen zuerst auf Deck kam und die veränderte Szenerie bemerkte. Es macht einen eigentümlichen Eindruck, nachdem man wochenlang nur das nasse Element gesehen; und nun vollends dies fremde Land, ein Stück des neuen Erdteils, auf dem ich in Zukunft mein Heil versuchen will. Die Insel scheint auf dieser Seite ganz unbewohnt zu sein; auch sieht sie nicht sehr einladend aus, obwohl die Südostseite etwas glattere und rundere Formen zeigt, während das andere Ende nur spitzzackige, größtenteils mit Schnee bedeckte Berge aufweist. Aus einem englischen Buche sehe ich auch, daß auf diesem Lande die einzigen vierfüßigen Tiere Otter, Ratte und Maus sind. Heute morgen hatten wir schon Besuch von einem Seehunde und mehreren Delphinen. Den Tieren ist aber mit der Harpune schlecht beizukommen. 47° S. B., 28. November 1871 Am Sonntag konnte ich nicht schreiben; es ist heute der erste Tag seit 14 Tagen, daß das Schiff etwas ruhiger liegt. Kap Horn haben wir unter so günstigen Umständen, wie es wohl selten einem Segler vergönnt ist, passiert. Bei einer leichten Brise unter vollen Segeln fuhren wir in einer Entfernung von etwa einer Meile an den berüchtigsten Klippen vorüber. Doch schon am Tage darauf trat das in diesen Regionen beständig herrschende Sturmwetter ein und hielt, wie gesagt, bis zum Sonntag, also beinahe 14 Tage, an. Es war eine recht fatale Zeit, diese unsere Winterperiode; so naß und kalt war die Witterung, daß man sich auf Deck gar nicht mehr sehen lassen konnte, und selbst in der Kajüte, die nicht heizbar ist, war es im höchsten Grade unwirtlich. Fortwährend pustete der eiskalte Wind durch die offene Luke, und gar nicht selten kamen sogar die Sturzwellen, die wie dumpfe Kanonenschläge an die Schiffsplanken donnerten, bis zu uns herunter. Eine solche ungestüme Woge hat uns ein großes Loch in die Schiffswandung am Bug geschlagen; es muß eine fabelhafte Gewalt darin sitzen. Schlimmer als dies ist der Schaden an unserm Bordermast, der durch den Sturm in dem oberen Teile zerbrochen ist. Es wird unsere Reise immerhin um einige Tage vielleicht verlängern, da wir die beiden oberen Segel, Bram und Royal, das Bramseesegel und den Außenklüver, nun nicht mehr aufsetzen können. Unsre "Venus" sieht jetzt mit dem kurzen Stumpf vorn gerade aus wie ein Wrack, das sich mit Müh und Not aus schweren Stürmen gerettet hat. Die Matrosen haben allerdings schwere Tage gehabt; ich habe schon wieder an Händen und Füßen Frostbeulen, obschon ich, wie gesagt, kaum auf Deck gewesen bin. Das Schlafen war besonders unangenehm, da man sich vor dem kalten Wind absolut nicht verkriechen konnte; ich habe die ganze Zeit mit vollem Zeuge in der Koje gelegen, was natürlich keine erquickende und gesunde Ruhe ist. Das Barometer war in den letzten Tagen nie über 28, nie unter 27,25 und diente uns hier sehr gut als Wetterprophet, während innerhalb der Wendekreise gar nichts darauf zu geben ist. Ich habe mir das Klima, zumal zur Sommerzeit, nicht so streng vorgestellt, denn sonst hätte ich mich noch besser darauf eingerichtet. Übrigens helfe ich mir ganz gut aus; während ich vor 2 Monaten nichts als ein wollendes Hemd und eine leinen Hose auf dem Leibe hatte, besteht heute mein Anzug aus 2 wollenen Hemden, 2 wollenen Hosen, 2 Paar Strümpfe, Weste, Rock und Militärmantel, und dennoch habe ich fortwährend kalte Füße. Die Bewegung fehlt, und man entwickelt keine Wärme; übrigens geht es mir gut, besser als der Kapitänsfrau, die noch fortwährend mit ihrem Magen zu tun hat. Hätten wir diesen Unfall nicht gehabt, so würden wir wohl schon Weihnacht haben am Lande feiern können; jetzt können wir kaum vor Neujahr in Punta Arenas sein. Ihr habt keinen Begriff, wie ich mich nach Euren Nachrichten sehne; der Empfang der Briefe wird diesmal meine Weihnachtsbescherung sein. Am heiligen Abend wird mir Berthas Heidekranz, den sie mir am letzten Tage in Böhmsholz gewunden, als Wahrzeichen dienen; ich bewahre ihn als Andenken auf. Hoffentlich schreibt Ihr recht viel und ausführlich;erinnert auch Walter, daß er mir von Zeit zu Zeit über seine und die Hamburger Verhältnisse schreibt. Sind Klingebergs nach Wilhelmshaven gezogen? Wie geht das Geschäft dort? Mir fällt ein, daß ich dummerweise vergessen habe, mir Flicken geben zu lassen zu den beiden Anzügen, die ich mir bei Pape machen ließ; seht doch zu, ob ihr sie noch bekommen könnt und bewahrt sie dann bis zur ersten Gelegenheit auf. Freundlichen Gruß für allesamt! 20° S. B., 10. Dezember 1871 Wir sind nun gottlob wieder in der Region der Passatwinde und kommen leidlich rasch vorwärts. Das Wetter und die Temperatur sind hier sehr angenehm, und wir haben gar nicht über Wärme zu klagen, es ist ungefähr wie unser Frühlingsklima. Wie schrecklich war es dagegen in der Zeit von Madeira bis zur Linie; vermutlich wirkt dort die Nähe der Sahara, deren Staub wir selbst auf dem Meere wahrnehmen konnten. Der Schaden an unserm Schiff ist schließlich nun nicht so schlimm, wenigstens ist er so gut repariert, daß wir außer dem Royal alle Segel gebrauchen können. Mit dem Kapitän ist es wieder ganz die alte Leier; es ist mir jetzt ganz klar, daß er weiter keinen Grund hat, als seinen Nationalhaß. Vielleicht auch, daß er sich an mir rächen will dafür , daß er im vorigen Dänischen Kriege einige Monate hat brummen müssen als gefangener Seesoldat in Glückstadt. Wir ignorieren uns beinahe vollständig. Wenn er mir durchaus mal ein Wort sagen muß, so tut er das auf englisch, denn er ist zu stolz, um sich des Deutschen zu bedienen. Ebenso hat er auch dem Schiffsvolk und seiner Frau befohlen, nur Dänisch mit mir zu sprechen. Leider befolgen diese die Order nicht so genau, sonst würde ich mich schon besser in dieser Sprache ausdrücken können. Ich weiß mich allenfalls verständlich zu machen, habe aber das wenige nur dem Gehör nach gelernt, so daß nicht viel dahinter ist. Dagegen habe ich an dem Spanischen schon meinen Spaß, indem ich an der Lektüre merke, daß ich vorwärts komme. Schlechter geht es mit dem Übersetzen aus dem Deutschen, die Bildung der Substantiva ist so mannigfaltig und wohl nicht anders als durch den Gebrauch oder viel Lektüre zu erlernen. Leider aber merke ich, daß ich mit dem Französischen schon wieder außer Übung komme; hoffentlich findet sich dort Gelegenheit, diese Sprache weiter zu üben. Mit Büchern bin ich doch eigentlich zu knapp versehen, namentlich ein Geschichtswerk, wenn auch nur in kurzen Umrissen, wie mein Fesser, der in dem Eckschrank auf von Bargens Kammer liegt, entbehre ich sehr. Ich habe ein schlechtes Gedächtnis für Geschichtsdaten und namentlich für die näheren Verhältnisse und habe es um so mehr nötig, öfter mal nachzuschlagen. Wenn ich doch in den neuen Verhältnissen nur auch jemand fände, der sich meiner etwas annähme; es war doch eine schöne Zeit in Paris mit Johannes und Gebert! Die Zeit unserer Erlösung naht nun heran; das Kreuz sinkt wieder tiefer, und die Kassiopeja oder der große Bär werden vermutlich in den nächsten Tagen am Horizonte auftauchen. An den Dr. Stieck einen freundlichen Gruß, der Canopus hat ein ruhiges weiches Licht. Er ist einer der schönsten Sterne am südlichen Himmel; merkwürdigerweise habe ich das Schiff des Argo, d.h. den hellen Stern darin, der auf der Karte als erster Größe bezeichnet ist, nicht als solchen anerkennen können. Er verschwindet neben dem Canopus und hat kein stärkeres Licht als die anderen drei mit ihm in einer Linie stehenden Sterne des Argo. Die Tage vergehen nach wie vor rasch, und Langeweile kenne ich nicht, obschon ich von den manchen interessanten Abwechslungen, die mir Gebert prophezeite, nicht viel wahrgenommen habe. Eine dauernde Beschäftigung habe ich immer noch an meiner Kriegsbeschreibung, die sehr ausführlich betrieben wird und jetzt bereits bis zu unserm Aufenthalt in Harancourt gediehen ist. Gern möchte ich sie Euch mal vorlesen, doch müssen wir das auf spätere Zeiten verschieben. Was macht Hansens Bein? Wie geht es dem jungen Ehepaar? Avanciert Johannes in Hadersleben? Hat Hermann seine Aufgabe betreffend E.S. schon erfüllt? Wenn ja, so mag er sich an der etwas schwierigeren H.S. versuchen. Ist die Lüner Kirche fertig? Was sind Ernsts neueste Produkte? Walter soll tüchtig die Verwandschaft besuchen und Bekanntschaften anknüpfen und pflegen, denn Herr Bade sagt ganz richtig, daß auf Bekanntschaften das ganze Geschäftsleben beruht. Ich bin in Hamburg richtig versauert, so daß es mir Mühe kostet, einen fremden Menschen anzureden. Wie es mir nun im fremden Lande gehen wird, wo ich keine Menschenseele kenne, wird die Zukunft lehren. Was wird aus Werner, verläßt er Ostern die Schule? Und Bertha, Anna, Otto, die man früher mit dem Sammelbegriff "kleines Kroppzeug" zusammenfaßte, seid ihr fleißig und denkt Ihr zuweilen an Euren Bruder in Amerika? Vergeßt auch nicht zu schreiben, was sonst in der Verwandschaft und in der Familie vorgeht, grüßt allesamt, besonders Onkel Theodor, recht herzlich! sonst nichts Neues weder am politischen noch am natürlichen Horizont. 4° S.B., 17. Dezember 1871 Der Stille Ozean führt seinen Namen mit Recht. So lange wir das Kap Horn passiert haben, ist uns kein Schiff wieder zu Gesicht gekommen; auch kein Delphin läßt sich sehen, kein Wal - und kein Haufisch, kein lebendes Wesen als dann und wann ein einzeln verirrter Seevogel und die Schwalben, die beständig das Schiff umkreisen. Das Wetter ist unverändert, immer leichte Südostbrise, die uns täglich etwa 2° vorwärts bringt. Des Tags ist es reichlich heiß, jedoch immer zu ertragen: es will mir gar nicht scheinen, heute in acht Tagen Weihnacht zu feiern, da in dem Begriff Weihnacht Winter und Schneelandschaft bei mir verwachsen ist. Unmöglich ist es nicht, das wir zum Heiligabend schon in Punta Arenas sind, doch fürchte ich, werden wir auf der andern Seite der Linie noch erst ungünstige Winde oder Windstille bekommen. 1° S. B., 20. Dezember 1871 Neuer Disput mit dem Kapitän, der mir jetzt auch erklärt hat, warum er jeden Verkehr mit mir vermeidet; er "verachtet" mich. Die Sache kam so: Ich hatte einen Matrosen erzählt, daß wir bald die Linie passieren und dann vermutlich Land, die Galapagosinseln, sehen würden. Deshalb redete der Kapitän mich denn nun etwa folgendermaßen an, natürlich auf Dänisch, das ich indes recht gut verstehen kann: "Herr Steinvorth, was hier auf unsrer Logtafel steht, geht keinen Menschen weiter an als mich und die Steuerleute, und es zeugt von furchtbarer Dummheit, wenn sie sich erlauben, den Leuten hierüber etwas mitzuteilen". So provozierend auch seine Worte waren, so blieb ich doch ganz ruhig und erwiderte ihm, natürlich auf deutsch, daß er mir dies ebenso gut in höflicher Manier hätte sagen können, daß ich übrigens das, was ich den Matrosen mitgeteilt, nicht aus seiner Logtafel, sondern aus der Unterhaltung mit seiner Frau wisse und mir also freie Verfügung darüber zustände, daß ich überhaupt kaum mit dem Schiffsvolk würde gesprochen haben, wenn er nicht jede Unterhaltung mit mir vermieden hätte. "Ich will keinen Umgang mit einem Menschen, den ich verachte", rief er mit vor Wut zitternder Stimme. Ich blieb immer gelassen und hätte mich auch nicht alteriert, selbst wenn er mir die größten Beleidigungen gesagt hätte; denn erstens war ich mir keiner Schuld bewußt, und zweitens bin ich ja hier auf dem Schiffe vollständig in seiner Hand. Ich antwortete ihm daher etwa so: "Ich habe Ihnen meines Wissens keine Veranlassung gegeben, daß sie mich verachten müssen, und glaube auch nicht, daß Sie einen vernünftigen Grund dazu haben." Obschon es mir an und für sich gleich sein kann, was der Mann von mir denkt, so ist mir dies Verhältnis doch in doppelter Weise unangenehm und bringt mich in große Mißstimmung. Einmal verdirbt es mir das Weihnachtsfest, das ich, wenn auch fern von Euch, gern in stiller Erinnerung an die Heimat und in Eintracht mit meiner jetzigen Umgebung verbringen möchte. Zweitens aber ist es mir fatal, weil es mich gleich bei der Ankunft in Punta Arenas in zweifelhaftem Lichte erscheinen läßt. Man faßt doch von vornherein ein Vorurteil gegen den Menschen, der nicht mal mit seinem Nachbar in Frieden leben kann, und wenn ich mir sagen darf, daß ich mein Möglichstes getan, um denselben zu erhalten, so soll ich das doch erst beweisen. Es ist immer eine Verdrießlichkeit und eine Schwierigkeit mehr zu überwinden, die dazu dient, mir die Zukunft zu verdüstern. Doch ich verzage nicht; ich hoffe, daß ich mit Offenheit, ernsten Streben und redlicher Pflichterfüllung mir auch in den neuen Verhältnissen Freunde erwerben kann. 7° N.B., 24 Dezember 1871 Unsre Uhr ist eben 11, so daß Ihr jetzt in dieser Stunde wohl schon alle versammelt seid und beim hellstrahlenden Tannenbaum einen hoffentlich recht fröhlichen Abend verlebt. Wie ich ihn zubringe, werde ich Euch dann morgen erzählen. Inzwischen hat uns der Himmel auch schon eine Weihnachtsgabe gebracht und zwar in Gestalt einer Schildkröte, die hier zahlreich im Meere umhertreiben und sich während der Mittagshitze, wo sie schlafen, leicht fangen lassen. Heute morgen haben wir das Tier geschlachtet, es wiegt über 100 Pfund. Es ist ein Weibchen und hat einen ganz unglaublich starken Eierstock bei sich, wenigstens mehrere hundert Eier, von welchen etwa 20 von der Größe der Hühnerdotter sind. Hier sind jetzt auch viele Fische, namentlich Boniten, Springer usw.; eine Sorte Fisch habe ich neulich gesehen von einer ganz merkwürdigen Farbenpracht. Schwarz goldgelb glänzend, Kopf rot violett; Kopfflossen, die ziemlich weit abstehen, in einem wundervollen Hellblau; der übrige Rücken mattgelb grau, Bauch weiß. Es war davon eine ziemliche Herde da, die uns aber verließ, als wir dem einen die Harpune in den Nacken jagten; leider war dieselbe nicht tief genug eingedrungen, so daß der Fisch sich beim Einholen losmachte. Man sagt immer, der Fisch ist stumm, aber unter sich haben sie so gut ihre Sprache wie wir. Während sie anfangs arglos das Schiff umspielen und namentlich gern unter dem Bug voraus schwimmen, so braucht nur einmal einem der Tiere das geringste Leid zu geschehen, und im Nu schwenkt die ganze Gesellschaft ab oder hält sich doch in respektvoller Entfernung. Mit dem Kapitän stehe ich augenblicklich etwas besser; er scheint an periodischen Wutanfällen zu leiden, die ihn dann wohl weiter hinreißen, als ihm selbst lieb ist. So hielt er vorgestern noch ohne jede Veranlassung einen Vortrag über die Schlechtigkeit der beiden Menschenschlächter Kaiser Wilhelm und Bismarck, des deutschen Räuberpackes, wie er sich ausdrückte. Je gleichgültiger ich alle seine Schmähreden anhöre, mit denen er mich augenscheinlich ärgern will, desto mehr kommt er in Rage, und selbst seine Frau, die menschenfreundlichere Gesinnung hegt und in Rücksicht auf mich ihn zu besänftigen sucht, vermag oft nichts auszurichten. Vorgestern abend, als ich nach dieser Unterhaltung, an der ich wie gesagt stiller Teilnehmer war, vom Quarterdeck nach vorn gehen wollte, hetzte er sogar den Hund auf mich mit den Worten: " Pus ham rigtig, det er en Tüsker!" je mehr ich indes darüber klar werde, daß sein Nationalhaß der alleinige Grund ist, um so leichter wird mir bei der Geschichte zu Mute. 8° N.B. 82° W. L.v. S., 25 Dezember 1871 Soeben habe ich bei einem prächtigen Sonnenaufgang die fernen Bergspitzen des Festlandes gesehen, das wir bei einigermaßen günstigem Winde heute noch erreichen können. Mit dieser Aussicht auf meine nächste Zukunft habe ich mich natürlich auch gestern abend beschäftigt. So traurig auch der Gedanke ist, ganz allein unter fremden Menschen den Weihnachtsabend zu verbringen, während man daheim alle die Lieben versammelt weiß, so kann ich euch doch sagen, daß ich mir für die nächsten Jahre, wo ich voraussichtlich nicht in eurer Mitte sein kann, keinen reineren und schöneren Heiligabend als den verlebten wünsche. Doch laßt mich der Reihe nach erzählen, wie ich die Abendstunden gestern zugebracht habe. Als die stärkste Mittagshitze vorüber war, etwa gegen 5 Uhr, dachte auch ich an meine Bescherung, denn die gehört durchaus mit zum Weihnachtsabend. Ich packte meinen Koffer aus und ließ all die neuen Sachen, mit denen Ihr mich ausgerüstet habt, Revue passieren, indem ich das Notwendige für unsere baldige Landung herauslegte und an der guten Ausstattung meine wahre Freunde hatte. Vielen herzlichen Dank dafür! Doch was soll ich meinerseits diesmal auf Euren Weihnachtstisch legen? Kaufläden existieren hier auf dem Meere noch nicht, und überdies müßte ich mir das Geld erst verdienen. Es bleibt mir deshalb nichts übrig, als es wie Ernst zu machen, der als kleiner Junge der guten Mutter zu jedem Geburtstage "seine Liebe aufs neue" schenkte. Euch allen gilt dies, Groß und Klein, und ich bitte Euch, mir in Eurem Herzen einen kleinen Platz zu bewahren. Wie gern hätte ich gestern wenigstens Eure Photographien hier gehabt! Meine Albums laßt das erste mit sein, was Ihr mir schickt, und wenn ja meine Pariser Sachen verloren sein sollten, so bitte ich jeden, der mich lieb hat, um ein neues Bild; die Versicherung, daß ich es oft betrachten und mich dabei in die Heimat und die zusammen verlebten Stunden zurückträumen werde, mag im voraus mein Dank sein! Nachdem ich meine Sachen wieder eingekramt hatte, nahm ich eine Flasche Kognak für die Leute, damit sie sehen sollten, daß wir Deutschen auch Weihnachten feiern. Aus Besorgnis, daß sie sich selbst und uns übrigen den schönen, stillen Abend verderben möchten, bewahrte ich zwei andere Flaschen für heute auf. Als ich vorn zu den Matrosen kam, hatte der eine ein Psalmenbuch, ein andrer ein Neues Testament in der Hand, und sie lasen darin. Aufrichtig gesagt, hatte ich so etwas bei den rauhen Seeleuten nicht vermutet, und einigermaßen beschämt mußte ich mir gestehen, daß ich es für unnötig und platzraubend erachtet hatte, ein ernstes Buch der Art mitzunehmen. Mit diesem Gedanken wandte ich mich der eben untergehenden Sonne zu, der ich gern gefolgt wäre, um auch nur einen flüchtigen Blick in die liebe Heimat zu tun. Es lag ein eigentümlicher Zauber in dem Bewußtsein, daß jetzt zur selben Stunde viele, viele hundert Meilen weit von hier Eure Herzen in demselben Gefühle wie das meinige schlugen, das gerade jetzt vielleicht die Gläser klangen, mit denen Ihr auch meiner gedachtet. Die Dänen halten gerade wie wir sehr viel von ihrem Juleasten. So war denn und ist heute noch das ganze Schiff in freudiger Festtagsstimmung, die auch auf mich ihren Eindruck nichtverfehlt. Der Kapitän und ich haben stillschweigend wenigstens für diese beiden Tage Versöhnung geschlossen; wir wünschen uns wenigstens "Guten Morgen" und haben sogar miteinander die Gläser angestoßen. Ich für mein Teil will ihm nichts nachtragen und sein unfeines Benehmen gegen mich seinem heftigen Wesen zugute rechnen, obschon seine raffinierten Schikanen kaum dadurch zu entschuldigen sind. Gestern abend hatten wir das in Dänemark üblichen Weihnachtsessen, d.i. dicken Reis mit Rosinen und hinterher delikates Beefsteak von unsrer Schildkröte. Auch Weihnachtskuchen und Pfeffernüsse hat die Kapitänsfrau gebacken, so daß diese letzten Tage an Bord der "Venus" in gastronomischer Hinsicht nichts zu wünschen übrig lassen. Den Beschluß des Abends bildeten einige Stunden, die ich in stiller Betrachtung für mich allein verbrachte. Der Abend war wie zum Träumen geschaffen; das Schiff lief, von einer sanften Brise getrieben, so ruhig, daß man keinen Laut als das Plätschern des Bootes vernahm, das seit einigen Tagen bei dieser ruhigen See hinterher schwimmt. Das leicht gekräuselte Meer, in dem sich der klare Vollmond spiegelte, lag so geräuschlos und verlockend da, daß man sich versucht fühlte, hineinzutauchen in die silbernen Wogen, um sich den Schweiß der Mittagssonne damit abzuspülen. Und die Luft so frisch und rein, daß man vor lauter Vergnügen einmal mehr aufatmete; man konnte gar nicht genug kriegen von diesem herrlichen Brustbalsam. So daß ich lange Zeit in meinem Lehnstuhl, schaute nach den funkelnden Sternen über mir, dachte an Euch und die Weihnachtsabende der früheren Jahre und sah mit fragendem Blicke vorwärts in die zweifelhafte Zukunft, die ich vielleicht heute schon mit dem ersten Schritt betreten soll. In meinen einsamen Betrachtungen wurde ich gestört durch die Kapitänsfrau, welche kam, mich zu einem Glase Punch einzuladen, das wir zur Feier des Tages leeren wollten. Dann folgt noch Harmonikamusik, Gesang und Tanz und Lebehochs der Matrosen und schließlich ein erquickender Schlaf, was bei den warmen Nächten nicht immer der Fall ist. Das war mein Weihnachtsabend! Punta Arenas, den 27. Dezember 1871. Heute morgen sind wir hier vor Anker gegangen; wir liegen noch eine gute halbe Stunde vom Lande ab und werden erst heute nachmittag, wenn die Seebrise kommt, näher hinanlegen können. Der Anblick hier von der See aus ist außerordentlich malerisch; wenige teils noch unvollendete Backsteinbauten stechen mit ihren roten Ziegeldächern prächtig gegen das mannigfaltige Grün des des flachen Strandes ab. Die meisten Häuser liegen zerstreut und sehen mit ihren grauen, vermutlich Holzdächern sehr bescheiden, aber freundlich und anmutig unter den sie beschattenden hohen Palmbäumen hervor. Der weiße Leuchtturm trägt nicht wenig zur Verschönerung und Belebung der Landschaft bei, die übrigens so still und friedlich da liegt, als ob man in Punta Arenas auch heute noch Weihnachten feiern wollte. Der Hintergrund zeigt hohe, waldbedeckte Berge; im Vordergrunde, dem eigentlich Hafen, liegt nur ein großer Postdampfer, dem hin und wieder ein Boot vom Lande seinen Besuch macht. Um uns hat sich noch kein Mensch bekümmert, während unsere Flagge doch schon seit einigen Stunden vom Mast weht. Eigentümlich war die Empfindung, als wir uns zuerst dem Lande näherten; seit so langer Zeit immer an die frische Seeluft gewöhnt, wirkte der starke Duft der Bäume beinahe unangenehm, wie wenn man in ein Treibhaus tropischer Pflanzen tritt. Der Postdampfer wird vermutlich heute schon fortgehen; ich kann Euch also vorläufig nur meine glückliche Ankunft in völlig gesundem Zustande melden. Das übrige müssen wir nun abwarten. In 14 Tagen, wenn ich die neuen Verhältnisse kennen gelernt habe, berichte ich darüber weiter. Hoffentlich sind Briefe da. Viele herzliche Grüße! Euer Wilhelm
Quelle:
Erste Ausreise nach Costarica von Wilhelm Steinvorth, 1871, Faab &
Kohlrautz, Hannover, Jadu 2000.
Costarica bedeutet = Reiche Küste. |
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