Die Einbeziehung des Westens und die regionalen Gegensätze"Auf nach dem Westen, junger Mann, um dort mit dem Lande aufzuwachsen!" - HORACE GREELEY, 1850. Der Krieg von 1812 war in einem gewissen Sinn ein zweiter Unabhängigkeitskrieg gewesen, denn bis zu diesem Zeitpunkt waren die Vereinigten Staaten im Kreise der Mächte noch nicht als voll gleichberechtigt anerkannt gewesen. Nach dem Vertrag von Gent, der den Krieg beendet hatte, konnte jedoch niemand mehr den USA die souveränen Staaten zustehende Behandlung versagen, und die meisten ernsthaften Schwierigkeiten, mit denen die junge Republik seit der Revolution zu kämpfen gehabt hatte, fielen nun fort. Das Land war geeint, ein Gleichgewicht zwischen Freiheit und Ordnung hergestellt und die Staatsschuld höchst unbedeutend; ein unerschlossener Kontinent war unter den Pflug zu nehmen: die Aussicht auf Frieden, Wohlstand und sozialen Fortschritt war ungetrübt. Politisch war eine "Ära des guten Einvernehmens" angebrochen, denn ein Geist der Einigkeit stand über dem Wiederaufbau, der nach Friedensschluß eingesetzt hatte. Einmal war diese Einigkeit aus den mit dem amerikanischen Welthandel verbundenen Problemen herausgewachsen, die das Volk auf Gedeih und Verderb miteinander verbanden. Dann hatten die Entbehrungen der Kriegszeit bewiesen, wie wichtig es war, die amerikanische Industrie zu schützen, bis sie sich allein gegen die Konkurrenz des Auslandes zu behaupten vermochte. Die Auffassung setzte sich durch, daß die wirtschaftliche Unabhängigkeit ebenso wesentlich wie die politische sei, und in der Tat war ja eine politische Unabhängigkeit ohne wirtschaftliche Selbständigkeit von Grund auf unvollkommen. Der Revolutionskrieg hatte die staatliche Unabhängigkeit gebracht; nun machte sich das Land daran, auch die wirtschaftliche zu gewinnen. Der Augenblick für eine Erhöhung der Zölle war günstig. Die Schafzüchter in Vermont und Ohio verlangten Schutz gegen die englische Wolleinfuhr. Die junge, einheimischen Hanf verarbeitende Sackleinen-Industrie von Kentucky, die für den Bedarf der Baumwollplantagen produzierte, sah sich von der schottischen Konkurrenz bedroht, und Pittsburgh, damals bereits ein blühender Mittelpunkt der Eisengießerei, drängte darauf, den bisher von der britischen und schwedischen Eisenindustrie beherrschten amerikanischen Markt zu erobern. Unter solchen Einflüssen wurden durch das 1816 angenommene Zollgesetz die Zölle derart heraufgesetzt, daß die Fabriken das Gefühl wirklichen Schutzes hatten. Außerdem wurde ein das ganze Land umfassendes Straßen- und Kanalnetz von all denen eifrig befürwortet, die von verbesserten Verkehrsbedingungen einen engeren wirtschaftlichen Zusammenschluß von Ost und West erhofften. Die verfassungsmäßige Stellung der Bundesregierung wurde gerade damals durch mehrere Beschlüsse des Obersten Bundesgerichts erheblich verstärkt. John Marschall aus Virginia, ein überzeugter Föderalist, der 1801 zum Obersten Bundesrichter ernannt worden war und diesen Posten bis zu seinem Tode im Jahre 1835 bekleidete, hatte dem vor seinem Amtsantritt ziemlich einflußlosen Gerichtshof eine Macht zu verschaffen verstanden, die der des Kongresses oder des Präsidenten gleichkam. Dies gab seinen Entscheidungen eine erhöhte geschichtliche Bedeutung und kam der Bundesregierung zugute, denn Marschall wich in seiner Amtszeit nie von dem einen leitenden Grundsatz ab, daß die Bundesregierung souverän sei. Marschall war nicht nur ein großer Jurist, sondern auch von erheblichem politischem Einfluß auf die Fortentwicklung der amerikanischen Verfassung. Am Ende seiner langen Dienstzeit konnte er auf annähernd fünfzig Urteile zurückblicken, die eindeutig verfassungsrechtliche Fragen zum Gegenstand hatten, und seit seiner Amtszeit ist es seine Interpretation der Verfassung, auf die sich die amerikanische Justiz stützt. Mit einer seiner berühmten Entscheidungen (in dem Fall Marbury gegen Madison) hat er 1803 endgültig dem Obersten Bundesgericht die Kompetenz gesichert, die Gesetzgebung des Kongresses oder der Legislative eines Staates auf ihre Verfassungsmäßigkeit zu überprüfen. In einem zweiten Falle (McCulloch gegen Maryland, 1819) ging es um das bereits von Jefferson und Hamilton erörterte Problem, ob die Verfassung der Regierung stillschweigende Vollmachten zuerkenne. Marschall entschied klar im Sinne Hamiltons, daß die Verfassung in der Tat solche Vollmachten über die ausdrücklich in ihr aufgezählten hinaus einschieße. Auf diese und ähnliche Weise hat Marschall nicht weniger als die Politiker dazu beigetragen, der Regierung des amerikanischen Bundesstaates Leben und Kraft zu geben. Daß das Nationalbewußtsein sich rührte, war auch auf dem so anders gearteten Felde amerikanischer Literatur zu spüren, deren eigentliche Anfänge in diese Periode fallen. Die wichtigsten Vertreter der neuen, typisch amerikanischen Richtung waren Washington Irving und James Fenimore Cooper. Irvings humorvolle "Geschichte New Yorks nach Diedrich Knickerbocker", die 1809 erschien, ist ganz dem amerikanischen Lokalkolorit verhaftet; einige von Irvings besten Werken (zum Beispiel "Rip Van Winkle") spielen im New Yorker Hudsontal und zeigen das Amerika des Märchens und des Abenteuers. Auch Cooper schrieb dann am besten, wenn er seine Motive aus der heimischen Landschaft nahm. Nach einem ersten Roman im konventionellen englischen Stil veröffentlichte er den "Spion", eine Geschichte aus der Revolutionszeit, die ihn über Nacht zu einem volkstümlichen Schriftsteller machte. Seine lebendig geschriebenen "Pioniere" schildern das einfache Leben der amerikanischen Grenzer, und in seinem "Lederstrumpf, der zwischen 1823 und 1841 in Fortsetzungen veröffentlicht wurde, schuf Cooper in dem Pionier Natty Bumppo und dem leichtfüßigen Indianerhäuptling Uncas unsterbliche Gestalten der Weltliteratur. Ein weiteres bedeutsames literarisches Ereignis war die Gründung der North American Review (Nordamerikanische Rundschau) im Jahre 1815. Diese Zeitschrift erreichte unter der Leitung ihres fähigen Redakteurs Jared Sparks ein ausgezeichnetes Niveau und erhielt genügend Beiträge und Unterstützung von den jungen Intellektuellen Neu-Englands, um sich einen dauernden Platz in der geistigen Entwicklung des Landes zu sichern. Eine weitere Kraft, die viel zur Formung Amerikas beitrug, war das Leben am Rande der Wildnis, der frontier. Die Verhältnisse im Gebiet der Atlantikküste begünstigten die Auswanderung in das neu erworbene Binnenland, denn die Getreideböden im hügeligen Neu-England konnten es an Fruchtbarkeit nicht mit der billigen, reichen Ackerkrume im Westen aufnehmen; bald verließen Männer und Frauen in einem ununterbrochenen Strom die Farmen in der Küstenebene, um von dem reichen Land im Innern Besitz zu ergreifen. Auch die Lebensbedingungen im Süden führten zu einer Abwanderung nach dem Westen; die Siedler im Binnengebiet Nord- und Süd-Carolinas und Virginias litten unter einem Mangel an Straßen und Kanälen und hatten deshalb keinen Zugang zu den Küstenmärkten; ein weiterer Grund ihrer Unzufriedenheit bestand in der politischen Vorherrschaft der großen Plantagenbesitzer an der Küste. So machten auch sie sich auf den Weg und zogen langsam und stetig vom Atlantik zu den Rocky Mountains. Diese Bewegung war von tiefgehendem Einfluß auf den amerikanischen Charakter, denn sie half die Initiative des Einzelnen zu entwickeln und den Boden für politische und wirtschaftliche Demokratie vorzubereiten; sie schuf rauhere Sitten und schloß ein allzu konservatives Festhalten am Althergebrachten aus. Ununterbrochen flutete der Strom westwärts über die erste frontier, die atlantische Küstenebene, hinaus in das Quellgebiet der Flüsse und über die Appalachen. Um 1800 waren das Mississippi- und das Ohiotal ein großes Grenzland. Das Lied der Auswanderer:" Heio, auf, voran, stromab die Bahn auf dem Ohio!" war im Munde von Tausenden. Natürlich waren die Männer der frontier keine einheitliche und einförmige Bevölkerungsgruppe. Jäger und Fallensteller bildeten die Vorhut, nach einer Beschreibung des englischen Weltreisenden Fordham "ein verwegener, zäher Schlag Menschen, die in kümmerlichen Hütten leben . . . Sie sind ungeschliffen, aber gastfreundlich, Fremden gegenüber freundlich, ehrlich und zuverlässig. Sie ziehen etwas Mais und Kürbisse und züchten Schweine, manche haben ein oder zwei Kühe . .. trotzdem bleibt die Flinte ihre wichtigste Hilfe im Kampf um die Nahrung." Die Grenzer wußten Axt, Schlinge und Angel zu gebrauchen, sie schlugen Pfade durch die Wälder, bauten die ersten Blockhütten und hielten die Indianer in Schach. Nach einiger Zeit verlegte sich gewöhnlich der Nachdruck im Leben der Siedler in der Wildnis von der Jagd auf die Landwirtschaft. Die Hütte wich einem bequemen Blockhaus mit Glasfenstern, einem richtigen Kamin und mehreren Zimmern, und das Wasser kam nun aus einem selbstgegrabenen Brunnen, nicht mehr einfach von der offenen Quelle. Ein fleißiger Mann konnte sein Stück Land sehr schnell roden, denn er mußte nur die Bäume fällen und die Stümpfe verfaulen lassen, das übrige Holz konnte er verbrennen, um Pottasche daraus zu gewinnen. Ein Siedler baute in der Regel Korn, Gemüse und Obst für den eigenen Bedarf an, zog Vieh und Schweine, jagte in den Wäldern nach Wildbret und Truthühnern oder sammelte Honig und fischte in nahen Flüssen. Unternehmende Geister konnten große Strecken billigen Landes kaufen und wieder verkaufen, wenn die Bodenpreise stiegen, bevor sie nach Westen weiterzogen und anderen Platz machten. Bald gesellten sich den Bauern Ärzte, Anwälte, Kleinhändler, Redakteure, Priester, Mechaniker und Politiker zu und vervollständigten das Bild einer rührig aufstrebenden Gesellschaft. Am wichtigsten waren die Farmer, denn sie blieben ihr ganzes Leben, wo sie sich angesiedelt hatten, und rechneten damit, daß ihre Kinder dasselbe tun würden. Im Vertrauen darauf bauten sie größere Scheunen als ihre Vorgänger, errichteten feste Backstein- oder Holzhäuser, brachten besseres Vieh und besseres Saatgut ins Land und pflügten den Boden gründlicher. Manche errichteten Mühlen, Sägewerke und Brennereien; gute Landstraßen, Kirchen und Schulen entstanden. Der Westen entwickelte sich so stürmisch, daß sich innerhalb weniger Jahre unglaublich vieles veränderte. Noch 1830 z.B. war Chicago nur ein Handelsposten mit einem Fort und ohne jede Zukunft. Jedoch lange bevor einige seiner ersten Siedler das Zeitliche gesegnet hatten, war es eine der größten und reichsten Städte der Welt. Im Neuen Westen mischten sich auch die verschiedensten Nationalitäten. Farmer aus dem Hügelland im Süden herrschten vor (von ihnen stammte Abraham Lincoln ab, der in einer Blockhütte in Kentucky zur Welt kommen sollte) ; Iren schottischer Abstammung, Deutsche aus Pennsylvania, Neuengländer und manche anderen Nationalitäten waren vertreten. Die Anziehungskraft des freien Bodens in Amerika reichte auch nach Europa hinüber. Über fünf Millionen Europäer kamen von 1820 bis 1860 in die Vereinigten Staaten, und obwohl eine Anzahl von ihnen sich in den Städten niederließ, erreichten viele andere, besonders Deutsche und Skandinavier, die Prärien des Mittelwestens und begannen ihr Leben in der Neuen Welt als Farmer oder Ackerbürger. Besonders bemerkenswert war die Einwanderung aus Deutschland; in dem Jahrhundert vor dem ersten Weltkrieg wurden die Vereinigten Staaten für über 5,3 Millionen Deutsche zur zweiten Heimat. Viele von ihnen haben die Kultur des Landes wesentlich bereichert, besonders die geistigen Führer des deutschen Liberalismus und die politischen Flüchtlinge, die vor Metternichs Demagogenverfolgung geflohen oder nach dem Scheitern der politischen Bewegungen von 1830 und 1848 ins Land geströmt waren. Einer von ihnen war Karl Folien, der Dichter der Burschenschaften, der in Amerika an hervorragender Stelle am Kampf für die Abschaffung der Sklaverei teilnahm, ein zweiter der Staatsphilosoph Franz Lieber, der später einen philosophischen Lehrstuhl an der Columbia-Universität innehatte; ferner gehörten zu ihnen Gustav Körner, der sich zu einem der leitenden Männer in der Republikanischen Partei aufschwang, der Richter und ausgezeichnete Philosoph J. Bernard Stallo und Karl Heinzen, der Reformer, Dichter und Literaturkritiker, der seinen radikalen Idealen treu blieb und es bis an sein Lebensende ablehnte, einen billigen Frieden mit Bismarck und seiner Lösung der "Einheitsfrage", die er für unethisch hielt, zu schließen. Der hervorragendste Deutsch-Amerikaner war Carl Schurz. Er war nach dem Scheitern der Revolution von 1848 aus Deutschland nach den USA gekommen, hatte zunächst als Farmer angefangen und war später zu Politik und Rechtswissenschaft übergegangen. Unter Präsident Lincoln wurde er Gesandter in Spanien und später General im Bürgerkrieg. Nach dem Kriege arbeitete er als Journalist und verband sich mit verschiedenen politischen Reformbewegungen, vornehmlich während seiner Amtszeit als Innenminister unter Präsident Hayes. Viele der Einwanderer waren nicht Intellektuelle, sondern Bauern und Farmer. Von den deutschen und skandinavischen Bauern konnten die in Amerika geborenen Farmer viel lernen, denn die Bauern waren in der Tradition sorgfältigster Bodenbewirtschaftung aufgewachsen und betrachteten ihre Höfe nicht lediglich als Einkommensquellen, sondern als Heimstätten, die von Generation zu Generation weitervererbt werden sollten. Amerikanische Farmer dagegen sahen im Boden gewöhnlich nur ein Objekt der Spekulation, denn Farmland war verhältnismäßig leicht zu erwerben; dies hatte extensive Anbauverfahren und Raubbau am Boden und an anderen Naturschätzen zur Folge. Von einer solchen rein geschäftsmäßigen Einstellung zum Farmerberuf waren viele Einwanderer weit entfernt und erzielten mit ihrer Ausdauer und Sorgfalt oft, vor allen Dingen auf die Dauer, bedeutend bessere Ergebnisse als die Yankees. So schrieb ein Farmer aus Missouri einmal an seine Angehörigen in Deutschland: "Ich baue mir eine Räucherkammer, eine Küche und eine Milchkammer über einer der ausgezeichneten Quellen in der Nähe unseres Hauses, einen Pferdestall und einen Kuhstall. Meine amerikanischen Nachbarn behaupten, ich baute eine ganze Stadt . . ." Die Gegensätze zwischen Norden und Süden kamen 1820 zum ersten Mal in einer politischen Krise zum Ausbruch. Man hatte es allgemein als politisch geboten erachtet, im Senat das Gleichgewicht zwischen Norden und Süden zu erhalten, und war zu diesem Zwecke übereingekommen, von den Staaten, die im Westen neu entstanden, je einen "Sklavenstaat" immer nur zusammen mit einem "freien" (d.h. vom Norden erschlossenen) Staat in den Bund aufzunehmen. Als die Aufnahme des "Sklavenstaates" Missouri allein vorgeschlagen wurde, erhoben naturgemäß zahlreiche Bürger der Nordstaaten energischen Widerspruch und wollten Missouri nur als "freien" Staat zulassen; große Erregung ergriff das ganze Land; für eine Weile war die Arbeit des Kongresses durch die bitteren Gegensätze lahmgelegt, und erst unter dem versöhnlichen Einfluß Henry Clays gelang der Ausgleich. Missouri wurde als sklavenhaltender Staat aufgenommen, aber zu gleicher Zeit trat Maine (das vom nördlichen Teil Massachusetts' abgetrennt ; worden war) als freier Staat in die Union ein, und der Kongreß bestimmte, daß Sklaverei für immer aus dem Louisiana-Territorium, von der Südgrenze Missouris an gegen Norden, verbannt bleiben sollte. Eine Zeitlang beruhigten sich die Gegensätze zwischen den beiden Landesteilen. Jefferson aber sollte mit seiner Voraussage . recht behalten, daß die Sklavenfrage, "die die Nation wie ein nächtliches Feuer aus der Ruhe aufgeschreckt hatte", weiter unter der Oberfläche schwelen würde. "Wenn das Land einmal in zwei geographische Räume geteilt ist, wenn die geographische Trennung mit einer prinzipiellen Verschiedenheit im Ethischen und Politischen zusammenfällt, wenn sich die Leidenschaften der Menschen einmal darüber erhitzt haben — dann wird die Scheidung nie mehr verschwinden. Jede neue Störung wird sie nur vertiefen." Die landwirtschaftliche Erschließung des Westens drang nur in Texas über die Grenzen der Vereinigten Staaten hinaus und blieb sonst Vor 1840 auf Missouri beschränkt. Im Fernen Westen hatte sich jedoch inzwischen dem Handel mit Fellen ein reiches Feld eröffnet, dessen Bedeutung für die Geschichte des Landes weit über den Wert der Pelze hinausgehen sollte. Genau wie zu Beginn der Erschließung des Mississippitales durch die Franzosen — ja, wie bei den ersten westlichen Vorstößen der Engländer und Holländer über die Atlantische Küste hinaus — bahnte der Händler dem Siedler den Weg. Die französischen und schottisch-irischen Fallensteller erforschten die Systeme der großen Flüsse und entdeckten sämtliche Pässe über die Rocky Mountains und das Sierra-Gebirge; die geographischen Kenntnisse der Händler von den westlichen Gebieten ermöglichten dann in den vierziger Jahren eine Wanderungsbewegung größeren Stils und später die endgültige Landnahme im Innern des Kontinents. Neben dem Land, das die Vereinigten Staaten aus der Wanderung nach Westen gewannen, übernahmen sie 1819 von Spanien sowohl Florida als auch die spanischen Ansprüche auf Oregon im Fernen Westen. (Die spanische Regierung bezahlte durch diesen Verkauf fünf Millionen Dollar Schulden, die sie bei amerikanischen Bürgern gemacht hatte und die von der Bundesregierung übernommen worden waren.)
Zunächst nahmen die kontinentaleuropäischen Mächte, aber auch Großbritannien und die lateinamerikanischen Republiken, die Monroe-Doktrin nicht sonderlich wichtig, ja nicht einmal der Kongreß hielt es für nötig, sich in aller Form mit dem vom Präsidenten aufgestellten Programm zu befassen. Allmählich verstärkte sich jedoch das Gefühl für die Selbständigkeit des amerikanischen Kontinents, und bereits in den Jahren 1861-67 spielte die Monroe-Doktrin eine wesentliche Rolle, als das volle Gewicht des amerikanischen Einflusses gegen den Versuch Napoleons III., das Regime Erzherzog Maximilians von Österreich in Mexiko aufrechtzuerhalten, in die Waagschale geworfen wurde. Der Kampf gegen diese offensichtliche Mißachtung der Monroe-Doktrin endete mit einem vollen Erfolg; sie war damit als ein wesentlicher Teil der politischen Tradition Amerikas erwiesen. Während seiner Amtszeit formierten sich die amerikanischen Parteien neu; die Anhänger Adams nannten sich National-Republikaner (sie wurden später zu den Whigs), die Anhänger Jacksons gaben der Demokratischen Partei ein neues Gepräge. Adams Verwaltung war ehrenhaft und erfolgreich, obwohl sie das nationale Straßen- und Kanalsystem, das sie anstrebte, nicht zu schaffen vermochte. Seine Regierung war bei allen Handlungen darauf bedacht, Stimmen für die nächste Wahl zu werben, aber Adams' kaltes, intellektuelles Wesen gewann ihm keine Freunde, und in der Wahl von 1828 unterlag Adams einer ungeheuren Mehrheit für Jackson. Daß das Volk nun überzeugt war, die volle Macht in den Händen zu halten, kam beim Amtsantritt Jacksons in Washington, D.C., überschäumend zum Ausdruck. Zehntausend Besucher aus allen Teilen des Landes drängten, Zeugen des Ereignisses zu werden. Jackson, groß, hager, ein Raubvogelgesicht unter einer prächtigen Mähne dichten weißen Haares, ging in schwarzem Straßenanzug, nur von wenigen Freunden begleitet und ohne Ehrenwache, durch die Menschenmenge die lehmige Pennsylvania Avenue hinauf, machte auf der obersten Stufe der großen Steintreppe vor der östlichen Säulenhalle des Kapitols Halt, legte seinen Amtseid ab und verlas seine Antrittsrede, während die Massen ihn umjubelten und ihm die Hände schütteln wollten. Mit Mühe drängte er sich schließlich zu seinem Pferd durch und ritt an der Spitze eines aller Förmlichkeit baren Zuges aus Kutschen und Bauernwagen und einer Menge Menschen allen Alters und verschiedenster Herkunft zum Weißen Haus. Jackson war mit ganzem Herzen und ganzer Seele auf selten des Volkes. Er war kurz nach dem Tode seines Vaters in schlimmstem Elend zur Welt gekommen und in bitterer Not aufgewachsen. Das hatte seinen Sinn und sein Verständnis für die Sache der Erniedrigten und Unterdrückten sein ganzes Leben lang wachgehalten. Als Junge hatte er im Revolutionskrieg gekämpft, seine beiden Brüder verloren und sich so mit vierzehn Jahren allein in der Welt gefunden. Später, als Anwalt, Pflanzer und Kaufmann im Grenzland, entwickelte er ein heftiges Mißtrauen gegen die organisierte Finanz des Ostens, die einen starken Einfluß auf einen großen Teil des Handels im Westen ausübte. Auf der anderen Seite hatte Jackson großes Vertrauen in die Fähigkeit des "gewöhnlichen" Mannes, Außergewöhnliches zu leisten, kurz, sein Glaubensbekenntnis war einfach und universal: er glaubte an den einfachen Mann, an politische Gleichberechtigung und gleiche wirtschaftliche Möglichkeiten für alle und haßte Monopole und Sonderrechte. Jackson verfehlte nicht, seine neue Macht zu benutzen, um seine Ideen in die Tat umzusetzen. Dies wurde besonders in der Unnachgiebigkeit deutlich, mit der er von 1848 an Süd-Carolina gegenüber auftrat. Es ging um Schutzzölle: die Fabrikanten im Norden profitierten natürlich am meisten von ihnen, die Pflanzer im Süden dagegen hatten die Last der höheren Fabrikpreise zu tragen, und je mehr durch die Gesetzgebung des Kongresses die Zollsätze stiegen, desto reicher wurde das Land im Ganzen, desto schwächer aber die Wirtschaft in Süd-Carolina. Die Bevölkerung Süd-Carolinas hatte gehofft, Jackson werde seine Macht als Präsident zur Abänderung der Zollsätze benutzen, gegen die sie schon so lange opponiert hatte. Ihre Erwartungen erwiesen sich aber als falsch, denn Jackson, im Gegensatz zu allen Südstaaten, sah in Schutzzöllen nichts Verfassungswidriges, und als der Kongreß 1832 ein neues Zollgesetz erließ, zögerte Jackson nicht, es zu unterzeichnen. Die Bevölkerung Süd-Carolinas gründete daraufhin eine "Partei für Staatsrechte" (State Rights Party), in der sich alle zusammenfanden, die an das "Prinzip der Nichtigkeitserklärung" glaubten, kraft dessen die Delegiertenversammlung eines Staates ein Gesetz des Kongresses für verfassungswidrig und somit (innerhalb ihres Staates) für null und nichtig erklären könne. Die neue gesetzgebende Körperschaft des Staates, deren Mitglieder sich schon im Wahlkampf zum "Nichtigkeitsprinzip" bekannt hatten, nahm mit überwältigender Mehrheit eine "Verordnung zur Nichtigkeitserklärung" (von Bundesgesetzen) an, die die Zollgesetze von 1828 und 1832 innerhalb der Staatsgrenzen für nichtig und verfassungswidrig erklärte und von allen Staatsbeamten die Ablegung eines Eids auf die "Verordnung" forderte. Sollte der Kongreß auf diese Maßnahme hin gegen den Staat Gewalt anwenden, dann, so beschloß die Versammlung, werde Süd-Carolina aus der Union austreten. Im November 1832 sandte Jackson sieben kleinere Schiffe und ein Kriegsschiff nach Charleston mit dem Befehl, sich zu sofortigem Eingreifen gefechtsklar zu halten, und am 10. Dezember erließ er eine scharfe Proklamation gegen die Anhänger des "Nichtigkeitsgedankens". Süd-Carolina, so erklärte der Präsident, stehe "an der Schwelle von Revolte und Verrat"; er appelliere an das Volk des Staates, seine Treue zum Bund, für den seine Vorfahren gekämpft hätten, erneut zu beweisen. Mit Daniel Webster, einem der führenden Staatsmänner der Zeit, bestand er darauf, daß die Vereinigten Staaten nicht aus "einem Vertrag zwischen souveränen Staaten" hervorgegangen, sondern ein Bundesstaat seien, "in dessen Regierung die einzelnen Einwohner aller Staaten als Gesamtheit vertreten seien." Inzwischen waren dem Kongreß neue Zollgesetze vorgelegt worden, und es zeigte sich bald, daß nur noch ein Mann eine zwischen den Parteien vermittelnde Vorlage erfolgreich im Kongreß durchbringen konnte—der große Verfechter der Schutzzölle, Senator Henry Clay. Nach seinem im Jahre 1833 in kurzer Zeit angenommenen ausgleichenden Zollgesetz sollten alle Abgaben, die 20% des Wertes der eingeführten Güter überstiegen, in massigen Stufen soweit reduziert werden, daß bis 1842 alle Zölle die Höhe der gemäßigten Sätze von 1816 erreicht haben würden. Die Führer der "Nichtigkeitsbewegung" hatten die Unterstützung der anderen Südstaaten erwartet; diese aber verurteilten ausnahmslos das Vorgehen Süd-Carolinas als unklug und verfassungswidrig. Die "Verordnung" hätte im Februar in Kraft treten sollen; im Januar jedoch beschloß eine öffentliche Versammlung der Führer der "Staatsrechtspartei", sie auszusetzen, um den Ausgang der im Kongreß schwebenden Verhandlungen abzuwarten, und im März hob die gesetzgebende Versammlung von Süd-Carolina schließlich die "Verordnung" offiziell auf. Beide Parteien verließen das Feld mit wehenden Fahnen, denn jede beanspruchte den Sieg für sich. Dem Bund war durch seine Regierung der vorbehaltlose und prinzipielle Vorrang über die Staaten gesichert worden. Auf der anderen Seite aber hatte Süd-Carolina durch offenen Widerstand einen großen Teil seiner Forderungen durchgesetzt und damit bewiesen, daß ein einzelner Staat dem Kongreß seinen Willen aufzwingen konnte. Der ganze Zwischenfall hatte einen tiefen Einfluß auf die spätere Entwicklung der Theorie von den Reservatrechten der Einzelstaaten, denn die Führer des Südens hatten eingesehen, daß eine Nichtigkeitserklärung praktisch unwirksam war, und legten deshalb in ähnlichen Fällen in den nächsten dreißig Jahren das Hauptgewicht immer auf das Recht eines in Mitleidenschaft gezogenen Staates, aus der Union auszuscheiden. Noch während der Streitigkeiten um das "Nichtigkeitsprinzip" hatte der aufregende Kampf um die Erneuerung der Konzession für die zweite "Bank der Vereinigten Staaten" und damit eine Kette von Ereignissen begonnen, die Jacksons Regierung einer starken Belastungsprobe unterwarfen. Die erste Bank der Vereinigten Staaten war im Jahre 1791 unter Hamilton mit einer Konzession auf zwanzig Jahre gegründet worden. Obwohl die Bundesregierung einen Teil des Stammkapitals besaß, war es keine Staatsbank, sondern eine Privatgesellschaft, die Gewinne an ihre Aktionäre ausschüttete. Obgleich es ihr Zweck war, die Währung stabil zu halten und den Handel anzuregen, wurde sie doch von denjenigen abgelehnt, die glaubten, die Regierung gewähre damit einigen mächtigen Männern besondere Vorteile, und als die Konzession der Bank im Jahre 1811 ablief, wurde sie vom Kongreß nicht erneuert. Danach besorgten einige Jahre lang von den Einzelstaaten konzessionierte Banken das Bankgeschäft, die aber mehr Geld in Umlauf brachten, als sie decken konnten, und damit große Verwirrung schufen. Es schien erwiesen, daß die Banken der einzelnen Staaten nicht fähig waren, dem Land eine einheitliche Währung zu geben, und im Jahre 1816 wurde eine der ersten Bank entsprechende zweite Bank der Vereinigten Staaten auf zwanzig Jahre konzessioniert. Von ihrer Gründung an war die zweite Bank in den neueren Teilen des Landes und bei den weniger begüterten Schichten aller Gebiete unpopulär. Der Vorwurf kam erneut auf, daß sie im Grunde genommen Kreditwesen und Währung des Landes monopolartig beherrsche und bei ihren Geschäften die Interessen von wenigen reichen Leuten vertrete. In Wahrheit wurde sie im ganzen gut geführt und leistete der Nation wertvolle Dienste. Jackson aber, der ein energisches Veto gegen das Konzessionsgesetz einlegte, zog die Verfassungsmäßigkeit der Bank in Zweifel und hielt ihr Fortbestehen für unerwünscht. Wenn dieses Veto auch Jacksons geringe Kenntnis der Anfangsgründe des Bank- und Finanzwesens verriet, so machte es doch den "Farmern, Handwerkern und Arbeitern" unmißverständlich klar, daß Jackson ein unwandelbarer Gegner jedes Gesetzes war, das "die Mächtigen noch mächtiger machte." Das Veto erregte ungeheures Aufsehen. Der Washington Globe erklärte zwar, es befreie das Land von einem Finanzmonopol, aber eine Anzahl Staatsmänner und Bankleute waren mit dem Gang der Ereignisse höchst unzufrieden. Die bevorstehende Präsidentenwahl sollte darüber entscheiden, ob der Kongreß oder der Präsident den Willen des Volkes richtig eingeschätzt hatte. Der folgende Wahlfeldzug stand völlig unter dem Zeichen des Streites um die Bank. Der grundlegende Riß ging zwischen der Klasse der Kaufleute, Fabrikanten und Finanzleute auf der einen Seite und den Arbeitern und der Landwirtschaft auf der anderen Seite durch — d.h. diejenigen, die den neuen demokratischen Umbruch fürchteten, standen denen gegenüber, die mit Jackson aus vollem Herzen übereinstimmten. Das Ergebnis war eine begeisterte Bestätigung für die Sache des "Jacksonismus". Der Präsidentschaftskandidat der Whigs, William Henry Harrison aus Ohio, betrachtete sich nach dem Vorbild Jacksons als einen echten Vertreter des demokratischen Westens und war, als Held der Schlacht von Tippecanoe im Kriege von 1812,sehr populär. John Tyler, der Kandidat für die Vizepräsidentenstelle, hatte wegen seiner Haltung in der Frage der Rechte der Staaten und wegen seines Eintretens für niedrige Zollsätze viele Freunde im Süden. Der ganze Wahlfeldzug der Whigs war ein ausgelassener Rummel, überall wurden gewaltige Massenversammlungen und Gelage im Freien abgehalten, Fackelzüge bewegten sich durch die Straßen, die Frauen waren beinahe ebenso beteiligt wie die Männer. Die Begeisterung fand wie von selbst Ausdruck im Gesang, und bald war das Lied "Old Tippecanoe" in aller Munde. Die Wahl endete mit einem überwältigenden Sieg der Whigs. Aber obwohl diese sich über ihre Kandidaten einig gewesen waren, zerfielen sie über den nun einzuschlagenden Kurs miteinander, denn nun rächte es sich, daß sie in ihrer Wahlkampagne allen und jedem unverantwortliche Versprechungen gemacht hatten. Der achtundsechzigjährige Harrison starb einen Monat nach seiner Amtseinführung, und Tyler, dessen Ansichten von denen Clays und Websters, der noch immer einflußreichsten Männer des Landes, abwichen, wurde Präsident. Die Meinungsverschiedenheiten führten noch vor Ablauf von Tylers Amtszeit zum Bruch und brachten die Partei, die den Präsidenten gewählt hatte, in offenen Gegensatz zu ihm. Als Andrew Jackson im Jahre 1829 seine Präsidentschaft antrat, gärte es von Unruhe und Auflehnung in der ganzen westlichen Welt, und der amerikanische Reformeifer, wie sehr er auch aus der eigenen Tiefe aufsprang, war Geist vom Geiste der breit dahinströmenden weltweiten Entwicklungen. Der Aufstand der Demokratie im Politischen, der Jackson zur Präsidentschaft erhob, war nur eine Etappe auf dem Vormarsch des einfachen Volkes zu größeren Rechten und Möglichkeiten. In den dreißiger und vierziger Jahren glaubte man unbeschwert an die Möglichkeit, die Menschheit zu vervollkommnen, und aus solchem Glauben erwuchsen befreiende Kräfte im intellektuellen und geistigen wie im materiellen Leben der Menschen. Die gleiche Periode, die eine Blüte des politischen Liberalismus erlebt hatte, wurde Zeuge der ersten Arbeiterorganisation. Schon 1838 konnten die Gewerkschaften, deren Mitgliederzahl in den Städten der Nordküste auf einige 300 000 gestiegen war, vielerorts die Arbeitsbedingungen verbessern. Den Gewerkschaften in Philadelphia gelang es 1835, ihre Lieblingsreform, den Zehnstundentag, anstelle des bisherigen Arbeitstages "von Dunkelheit zu Dunkelheit" durchzudrücken. Dies war ein erster Anfang; ähnliche Reformen folgten in ändern Orten, wie New Hampshire, Rhode Island, Ohio und Kalifornien, das 1850 in den Bund aufgenommen wurde. Nach und nach wurde in einem Staat nach dem ändern die freie Schule gesetzlich eingeführt. In den vierziger Jahren hatte sich die öffentliche Schule im nördlichen Teil des Landes allgemein durchgesetzt, und in den anderen Gebieten wurde der Kampf bis zum endlichen Sieg weitergeführt. Der gleiche Idealismus, der die Männer weitgehend von ihren alten
Fesseln befreite, erweckte auch in den Frauen das Bewußtsein ihrer
eigenen gesellschaftlichen Inferiorität. Von der Kolonialzeit an hatte
die unverheiratete Frau vor dem Gesetz in vieler Hinsicht dieselben
Rechte besessen wie der Mann. Jedoch die Sitte erforderte es, früh zu
heiraten, und Heirat bedeutete für die Frau einen fast völligen Verlust
ihrer Eigenschaft als "Person" vor dem Recht. In der Zeit von 1825 bis 1850 hob sich auch der materielle Wohlstand des Volkes zusehends. Nach 1825 begann die Dreschmaschine den Flegel und die Sortiertrommel zu verdrängen, und kurz danach wurden die Mähmaschine und der Mähdrescher erfunden. Der technische Genius des Volkes half, die Schwierigkeiten zum Teil zu überwinden, die aus der schnellen geographischen Ausdehnung für den Zusammenhalt der Nation entstanden waren. Die erste "Eisenbahn" war von Pferden gezogen gewesen und 1830 in Betrieb genommen worden. Danach nahm das (Dampf-) Eisenbahnnetz stetig zu, und um 1850 konnte man mit dem "Stahlroß" von Maine bis Nord-Carolina, von der Atlantikküste bis Buffalo am Eriesee und vom Westende des Eriesees nach Chicago oder Cincinnati reisen. 1844 wurde der 1835 von S.F.B. Morse erfundene elektrische Telegraph erstmalig in Amerika benutzt, 1847 die erste, von Richard Hoe entwickelte Rotationspresse in Gebrauch genommen. Sie revolutionierte das Druckereiwesen und hat wesentlich dazu beigetragen, den Zeitungen ihre beherrschende Stellung im amerikanischen Leben zu sichern. Wie stürmisch die Nation wuchs, war vor allem an der Zunahme der Bevölkerung abzulesen, die von ungefähr siebeneinviertel Millionen im Jahre 1812 auf über dreiundzwanzig Millionen im Jahre 1850 stieg. In dem gleichen Zeitraum wuchs das für Besiedlung zur Verfügung stehende Gebiet von 4,36 Millionen auf beinahe 7,7 Millionen Quadratkilometer und erreichte damit nahezu die Große des europäischen Kontinents. Neben einer blühenden Landwirtschaft entwickelten sich in raschem Tempo die verschiedensten Industrien nicht nur an der Ostküste, sondern auch in den aus dem Boden schießenden Städten des Westens. Der Bestand der Nation und die Lebensfähigkeit ihrer Wirtschaft und ihrer Institutionen waren gesichert. Ungelöst blieben jedoch die grundsätzlichen, in den regionalen Unterschieden wurzelnden Konflikte, die im folgenden Jahrzehnt den Bürgerkrieg entfesseln sollten.
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Die Einbeziehung des Westens und die regionalen
Gegensätze
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